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Hamburgs Kultursenatorin Kisseler gestorben

Nach langer Krankheit Hamburgs Kultursenatorin Kisseler gestorben

Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) ist tot. Die Politikerin starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 67 Jahren an einer schweren Krankeit, teilte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Montag mit.

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Sie war immer parteilos - und sie war immer mittendrin im politischen Geschehen. Barbara Kisseler hat von 1993 an zehn Jahre lang als Abteilungsleiterin für Kultur im niedersächsischen Kulturministerium das Kulturgeschehens des Landes mitgeprägt. 2003 wechselte sie als Staatssekretärin für Kultur nach Berlin. Seit März 2011 leitete Kisseler die Hamburger Kulturbehörde. Hier schaffte sie es vor allem mit Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen, das Millionenprojekt Elbphilharmonie zusammen mit Bürgermeister Olaf Scholz zu einem womöglich guten Ende zu führen. Nun ist Barabra Kisseler nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Sie wurde 67 Jahre alt.

In Hannover hat sie an wichtigen Kulturentscheidungen mitgewirkt. Sie hat sich dafür eingesetzt, dass Wilfried Schulz Schauspielintendant wurde und Albrecht Puhlmann Opernchef. Kisseler genoss in der Kulturszene einen hervorragenden Ruf und war ausgezeichnet vernetzt. Zuletzt war die Kulturpolitikerin in Erscheinung getreten, als sie im Sommer 2015 als erste Frau an die Spitze des Deutschen Bühnenvereins gewählt wurde.

In Hamburg herrscht tiefe Trauer über den Tod von Barabara Kisseler. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte: „Unsere Kultursenatorin hat bis zum Schluss dafür gekämpft, sich schon bald wieder mit voller Kraft für diese Stadt und ihre Kultur einsetzen zu können. Auch ich habe gehofft, dass sie diesen Kampf gewinnen wird. Dass es nun anders gekommen ist, macht nicht nur mich persönlich, sondern uns alle im Senat sehr traurig. Wir sind in Gedanken bei ihrem Mann und ihrer Familie.“ Hamburg verliere „eine herausragende Anwältin der Kultur“. Barbara Kisseler habe mit Leidenschaft und Esprit Spuren hinterlassen und Orientierungsmarken gesetzt, die nachwirken werden. „Sie wird fehlen. Die Kulturstadt Hamburg trauert.“

Geboren wurde Kisseler am 8. September 1949 in Asperden am Niederrhein. Als viertes von zehn Kindern lernte sie schon früh, sich durchzusetzen. Ein Besuch in der Kölner Oper begeisterte sie für die klassische Musik. Als Schülerin spielte sie Theater, entschied sich dann für ein Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Pädagogik in Köln, wo sie auch ihren Lebensgefährten kennenlernte.

In der Kulturverwaltung Bonn startete die selbstbewusste junge Frau ihre Politikerlaufbahn. Eines ihrer Erfolgsrezepte: „Wichtig ist, dass man weiß, was von mir zu erwarten ist. Um den heißen Brei herumreden, ,vielleicht’ oder ,schauen wir mal’ - dafür bin ich die Falsche“, sagte Kisseler öfter.

Mit ihrer direkten und forschen, aber immer auch liebenswürdigen Art, machte Barbara Kisseler schnell Karriere. Sie galt als charmant, zielstrebig und durchsetzungsstark. Nicht zuletzt das Millionenprojekt Elbphilharmonie hatte die elegante Powerfrau mit der grauen Kurzhaarfrisur mit Bravour vorangetrieben. Bei der Eröffnung des Konzerthauses am 11. Januar 2017 nach knapp zehn Jahren Bauzeit wird Kisseler nun nicht mehr dabei sein können.

Von Carola Große-Wilde und Ronald Meyer-Arlt

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