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Hanni Lévy über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland

Holocaust-Überlebende Hanni Lévy über Fremdenfeindlichkeit in Deutschland

„Früher hat man gesagt, die Juden sind an allem schuld, heute sind es die Flüchtlinge.“ In ihrer Rede auf dem Bundesparteitag der Grünen blickt die Holocaust-Überlebende Hanni Lévy sorgenvoll auf die zunehmende Fremdenfeindlichkeit.

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Die Holocaust-Überlebende Hanni Levy spricht dem Bundesparteitag der Grünen in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um an das Erinnern zu erinnern“, eröffnete die 93-Jährige ihren Auftritt auf dem Grünen-Parteitag in Hannover. Man habe heutzutage nur wenig Zeit, sich zu erinnern. „Aber man sollte es doch tun“, sagte Lévy.

Früher habe man gesagt, die Juden seien an allem schuld, heute seien es die Flüchtlinge, sagte Lévy weiter. „Dabei darf man nicht vergessen, dass das Menschen sind. Menschen, die alles zurückgelassen haben, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten.“ Man dürfe die alten Schlagzeilen nicht wieder in ein neues Licht setzen. Für ihre Rede erntete Lévy von den Parteimitgliedern tosenden Beifall.

Lévy gehört zu den etwa 2000 Juden, die den Holocaust in Berlin überlebten. Von 1942 bis Kriegsende versteckte sie sich bei verschiedenen Helfern, die sie am Samstag als „die richtigen Helden“ würdigte. „Ich stehe hier als Beispiel, dass die Deutschen nicht alle Mörder waren“, sagte Lévy.

Die Grünen luden sie anlässlich des Holocaust-Gedenktags als Rednerin zum Parteitag ein. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Truppen das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Dort waren von 1940 bis 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Insgesamt wurden in den NS-Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie von Erschießungskommandos rund sechs Millionen Juden ermordet.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth mahnte, dass die Erinnerung an den Holocaust wichtiger denn je sei. „Dieses „Nie wieder“ setzt voraus, dass wir uns erinnern“, sagte sie.

Von RND/dpa

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