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Nun beginnt die heiße Phase im US-Wahlkampf

Clinton gegen Trump Nun beginnt die heiße Phase im US-Wahlkampf

Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen: In jüngsten Umfragen liegen die Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump fast gleich auf. Die Umfragewerte überraschen. Fragen der politischen Ethik, widersprüchliche Aussagen und Finanzgebaren lassen die Anhänger aufschrecken.  Doch noch ist nichts entschieden. 

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Quelle: dpa (Archiv)

Washington. In dieser Woche beginnt die heiße Phase des US-Wahlkampfes - und die Ausgangslage ist alles andere als eindeutig. Hillary Clinton, die sich über den Sommer einen stabilen Vorsprung gegenüber ihrem Mitbewerber Donald Trump erarbeitete, sackt in den Umfragen kräftig ab: Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten liegt nach Einschätzung mehrerer Institute zwar weiterhin vorn, aber ihr Vorsprung sei hauchdünn.

Einmal mehr überrascht Trump seine Landsleute. Laut Einschätzung der Zeitung Los Angeles Times hat der Republikaner in dieser Woche sogar diese Nase vorn. Andere Beobachter sehen beide Spitzenpolitiker neun Wochen vor der Wahl zum obersten Staatsamt ungefähr gleichauf. Und nicht nur das: Laut Umfragen von Washington Post und ABC geben 56 Prozent der Amerikaner an, keinen guten Eindruck von der früheren First Lady zu haben. Das ist der schlechteste Wert, den die Politikerin in den vergangenen 25 Jahren erhielt.

Die sinkenden Umfragewerte überraschen, zumal Trumps Kampagne in den vergangenen Wochen deutlich ins Trudeln geriet. Vor allem seine widersprüchlichen Aussagen zur Immigrantenpolitik verunsicherten viele Beobachter: Gerade erst am Wochenende schränkte der schillernde Geschäftsmann ein, nach einem Wahlsieg lediglich Kriminelle abzuschieben, die ohne gültige Papiere in den USA leben. Von einer Massendeportation ist plötzlich keine Rede mehr.

Finanzgebaren schreckt beide Lager auf

Jenseits der umstrittenen Aussagen sorgt vor allem das Finanzgebaren des New Yorker Geschäftsmannes für Aufsehen. Nach Berechnungen der Nichtregierungsorganisation "Campaign Legal Center" stellt das Wahlkampfteam der eigenen Partei immer dann besonders hohe Rechnungen aus, wenn Veranstaltungen in Häusern der Trump-Gesellschaft stattfinden. So flossen etwa 400 000 Euro an das firmeneigene Feriendomizil Mar-a-Lago in Palm Beach, in dem zwei Feiern und eine Pressekonferenz stattfanden. "Auch wenn der Vorgang nicht illegal ist, so hinterlässt er doch einen äußerst schlechten Eindruck", sagt Paul Ryan vom Campaign Legal Center. Feiern und Tagungen in Hotels, die nicht zum Trump-Imperium gehören, würden dagegen lediglich mit 15 000 bis 20 000 Euro zu Buche schlagen.

Viele Parteifreunde würden sich mittlerweile fragen, ob ihre Spenden direkt ins Portemonnaie des Kandidaten wandern - zumal Trump auch sein firmeneigenes Flugzeug und mehrere Büros in seinem firmeneigenen "Trump Tower" in New York für seinen Wahlkampf nutze und deren Miete der Partei in Rechnung stelle.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Mit seinem Finanzgebaren steht Trump allerdings nicht allein. Fragen der politischen Ethik würden sich auch bei den Methoden stellen, die bei den Clintons zu beobachten sind. So erinnerte die Washington Post am Dienstag einmal mehr daran, dass Bill Clinton seine finanziell einträglichsten Jahre nicht unmittelbar nach seiner Präsidentschaft hatte, sondern genau in den vier Jahren, in denen seine Ehefrau dem State Department vorstand. Für seine Reden und Beratertätigkeiten erhielt er im Zeitpunkt von 2009 bis 2013 etwa 60 Millionen Dollar.

Als anrüchig gilt nach Einschätzung der linksliberalen Zeitung darüberhinaus ein Beratervertrag in Höhe von etwa 15 Millionen Euro von den "Laureate International Universities". Einige Monate vor Vertragsunterzeichnung hatte Außenministerin Clinton dieses private Bildungswerk gegenüber ihren Mitarbeitern ausdrücklich hervorgehoben und zu Gesprächsrunden eingeladen. Das millionenschwere Abkommen zwischen der "Laureate"-Führung und Bill Clinton endete erst im vergangenen Jahr, als Hillary Clinton ihre Kandidatur für das Präsidentenamt bekanntgab.

Politische Beobachter wie die Mitarbeiter der "Campaign Legal Center" zeigen sich daher gar nicht überrascht, dass sich die beiden so unterschiedlichen Kandidaten in diesen Tagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. So meldete der US-Sender CNN am Dienstag abend, dass ihre Umfrageexperten Trump zurzeit leicht im Vorteil sehen. 

Von Stefan Koch

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