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Hillary Clinton will mit ihrem Ehemann punkten

Wahlkampf in den USA Hillary Clinton will mit ihrem Ehemann punkten

Hillary Clinton macht sich die immer noch große Beliebtheit ihres Ehemannes Bill Clinton zu Nutze. Der 42. Präsident der USA soll sich verstärkt in der Wirtschaftspolitik engagieren: "Es wird Zeit, dass Bill aus seinem Ruhestand zurückkehrt", sagte Clinton.

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Bill und Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung in Columbia.

Quelle: Erik S. Lesser/dpa

Washington. Auf ihrem mühsamen Weg zur Nominierung kommt Hillary Clinton zumindest einen kleinen Schritt voran. Entgegen bisheriger Erwartungen erlebte sie in der Nacht zum Mittwoch in Kentucky keine Niederlage, sondern kam gleichauf mit ihrem parteiinternen Mitbewerber Bernie Sanders. Ein geschickter Schachzug dürfte ihr bei der Abstimmung geholfen haben: Die ehemalige First Lady bringt zunehmend ihren Ehemann ins Spiel, der sich verstärkt in der Wirtschaftspolitik engagieren soll.

"Es wird Zeit, dass Bill aus seinem Ruhestand zurückkehrt", sagte die frühere Außenministerin kurz vor der Urnengang in Fort Mitchell. Sollte sie das Rennen um das Weiße Haus gewinnen, komme der frühere Präsident zum Einsatz, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Der 69-Jährige wisse, wie man diesen Job erledigt.

Clinton setzt auf ihren Ehemann

Die neue Tonlage in ihrer Wahlkampagne kommt selbst für die eigenen Anhänger überraschend: Bisher hatte Clinton vor allem die Erfolge der Administration von Barack Obama herausgestrichen. Dass die Volkswirtschaft unter einem neuen Präsidenten wieder in Schwung gebracht werden muss, verstehen viele Beobachter allerdings als Kritik am Amtsinhaber: "Sie geht auf eine gewisse Distanz. Das ist ein wichtiger Schritt, aber nicht ohne Risiko", sagt Robert Reich. Der Politikwissenschaftler, der unter Bill Clinton als Arbeitsminister diente, warnt vor den schwierigen Momenten dieser Strategie: Der 42. Präsident der Vereinigten Staaten stehe im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner zwar für eine Phase der wirtschaftlichen Prosperität. Zugleich hätten die damaligen Freihandelsabkommen, die Deregulierung der Finanzmärkte und die Kürzung der Sozialausgaben später auch zu schweren Verwerfungen geführt.

Von diesen Bedenken lässt sich Hillary Clinton aber offenbar nicht beeindrucken. Die Favoritin der Demokratischen Partei setzt auf die hohen Popularitätswerte, die ihr Ehemann noch immer genießt. Außerdem vertraut sie allem Anschein nach auf eine Strategie, die bereits Bill Clinton in seinen früheren Kampagnen verfolgt hatte: Die Bürger sollen den Eindruck gewinnen, dass sie mit ihrer Wahl gleich zwei Experten für das neue Amt gewinnen. "Die Clintons treten als Doppelpack auf. Damit besitzen Sie gute Chancen", sagt Reich.

Sanders stört Clintons Fahrplan

Die Stimmung im Lager der früheren Außenministerin bleibt dennoch gedämpft, da sie - erwartungsgemäß - die Vorwahlen in Oregon gegen Sanders verlor. Der Senator aus Vermont besitzt rechnerisch betrachtet zwar keine Chancen mehr auf die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten. Aber Sanders stört den Fahrplan der Favoritin: Der umtriebige Senator aus Vermont ließ bereits mehrfach durchblicken, bis zum Parteitag im Juli im Rennen zu bleiben, um seine Forderung möglichst umfänglich im Wahlprogramm der Partei zu verankern.

Ein Vorhaben, dass unter den Parteianhängern für wachsende Spannungen sorgt: Clinton-Aktivisten befürchten eine Schwächung der Partei gegenüber den Republikanern, da sie sich nicht auf die Auseinandersetzung mit Donald Trump konzentrieren können. Die Mitstreiter von Bernie Sanders wiederum fühlen sich in der Delegiertenauswahl für den Parteitag übergangen, da sie ihre Gewährsleute in den Hintergrund gedrängt sehen. Der Konflikt zwischen den Parteiflügeln droht sich weiter zuzuspitzen: Bei einer regionalen Parteiveranstaltung am Wochenende in Nevada kam es zu ersten Rangeleien zwischen den zwei Gruppen.

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