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Deutschland / Welt Ursula von der Leyen behält Doktortitel
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00:16 12.03.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Dabei habe es durchaus Mängel in von der Leyens Arbeit gegeben, sagte der Präsident der MHH, Professor Christopher Baum. Insbesondere in der Einleitung habe man klare Plagiate gefunden. Doch das sei kein systematischer Betrug gewesen. "Es wurden Fehler festgestellt, allerdings kein Fehlverhalten", sagte Baum. "Es gibt keine Anhaltspunkte für eine bewusste Täuschung."

Im August vergangenen Jahres hatte von der Leyen die MHH um Prüfung ihrer 1990 verfassten Doktorarbeit gebeten, nachdem die Internet-Plattform "Vroni"-Plag auf 27 der 62 Seiten Textstellen gefunden haben wollte. Von der Leyen soll sich aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten bedient und das gar nicht oder unzureichend gekennzeichnet haben,  lautete der Vorwurf der Plagiatsjäger.

Die MHH hat daraufhin eine Prüfungskommission eingesetzt, die die Arbeit unter die Lupe nahm. Man habe großen Wert auf die Unbefangenheit der Kommissionsmitglieder gelegt und etwa auch parteipolitische Verbindungen ausgeschlossen, so Baum. Um sich zusätzlich abzusichern, wurden externe internationale Gutachter beauftragt. Bereits im Februar hatte die Kommission einen Abschlussbericht angefertigt, der sich gegen eine Aberkennung des Doktortitels aussprach. Von der Leyen und die Hochschulleitung haben diesen Bericht umgehend erhalten. Am Mittwoch nun schloss sich auch der Senat dem Votum an.

Von der Leyens Arbeit sei auch  aus heutiger Sicht "wissenschaftlich valide und relevant", sagte der Ombudsmann der MHH, Professor Thomas Werfel. Von der Leyen hatte Ende der 1980er Jahre eine Studie an hochschwangeren Patientinnen durchgeführt, um zu sehen, ob bei einem vorzeitigen Blasensprung ein Wannenbad infektionshemmend wirkt. Das Ergebnis war positiv und sei von hohem praktischem Nutzen gewesen, so die Professor Werfel. Es habe auch Vorwürfe gegeben, von der Leyen habe ethische Standards verletzt und bei ihrer Studie ihre Patientinnen in Gefahr gebracht. Diese Vorwürfe seien "eindeutig ausgeräumt worden", so Werfel.

von Heiko Randermann

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