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Hunderttausende demonstrieren in Barcelona

300. Nationalfeiertag Kataloniens Hunderttausende demonstrieren in Barcelona

Hunderttausende haben das Zentrum Barcelonas in ein rot-gelbes Meer verwandelt, um so ihrem Wunsch nach einem unabhängigen Katalonien Nachdruck zu verleihen. Am 9. November soll ein Referendum stattfinden, das Madrid allerdings mit allen Mitteln verhindern will.

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Zwei Hauptstraßen, die an einem Platz zusammenlaufen, füllten sich über eine Distanz von elf Kilometern mit Menschen.

Quelle: Albert Gea

Barcelona. Bei einer der größten Kundgebungen in der Geschichte Barcelonas haben Hunderttausende Menschen die Abspaltung Kataloniens von Spanien gefordert. Die städtische Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 1,8 Millionen. Damit wäre der vor einem Jahr mit 1,6 Millionen aufgestellte Rekord gebrochen worden. "Unabhängigkeit, Unabhängigkeit", skandierten die Menschen am Donnerstag im Zentrum der katalanischen Metropole.

Zwei Hauptstraßen, die an einem Platz zusammenlaufen, füllten sich über eine Distanz von elf Kilometern mit Menschen. Dabei wurde ein "V" für "Victoria" (Sieg) gebildet. Die mehrheitlich in den katalanischen Nationalfarben Gelb und Rot gekleideten Demonstranten forderten, dass das für den 9. November angekündigte Referendum über die politische Zukunft Kataloniens stattfinden soll. Die Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy in Madrid weist diese Volksbefragung als illegal zurück und will sie nach eigenen Angaben "mit allen Mitteln" verhindern. 

"Stellen Sie die Wahlurnen bereit", forderte die Präsidentin der Separatisten-Bewegung Katalanische National-Versammlung (ANC), Carme Forcadell, den Chef der Regionalregierung, Artur Mas, auf. Die Demonstranten jubelten, darunter auch Politiker verschiedener Parteien, Gewerkschaftsvertreter, Künstler und Sportler. Unter den Teilnehmern war auch Fußball-Star Gerard Piqué vom FC Barcelona.

Zu Beginn der Feiern warnte Mas die Zentralregierung: "Ein Volk zum Schweigen zu bringen, das sich äußern möchte, ist ein Fehler." Zuvor hatte der Führer des liberal-christdemokratischen Parteienbündnisses CiU erklärt, man wolle Europa und der Welt mit der Kundgebung zeigen, "welche demokratische Qualität" die Souveränitätsbewegung in Katalonien in dieser entscheidenden Phase habe.

Bei der Kundgebung anlässlich des 300. Nationalfeiertages der Region im Nordosten Spaniens herrschte Festtagsstimmung. Es gab Ansprachen und Musikaufführungen. Nennenswerte Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Vor einem Jahr hatten nach Schätzung der Organisatoren 1,6 Millionen Befürworter der Trennung Kataloniens von Spanien eine 400 Kilometer lange Menschenkette quer durch ihre Region gebildet.

Die Katalanen blicken nun mit besonderem Interesse nach Schottland, wo am 18. September über die Unabhängigkeit abgestimmt wird. Katalonien ist mit 7,6 Millionen Einwohnern für Spanien eine sehr wichtige Region: Trotz Wirtschaftskrise und einer Arbeitslosenquote von mehr als 22 Prozent wird dort rund ein Fünftel des gesamten Bruttoinlandsprodukts des südeuropäischen Landes erwirtschaftet. Die Befürworter der Loslösung von Spanien meinen, ein unabhängiges Katalonien würde einen höheren Lebensstandard erreichen.

dpa

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Forderung nach Unabhängigkeit
Foto. Am Donnerstag sind rund 1,8 Millionen Menschen in Barcelona auf die Straßen gegangen.

Im Konflikt um Katalonien haben sich die Fronten nach der Massendemo für eine Abspaltung der Region von Spanien gefährlich verhärtet. Beobachter sagen eine düstere Zukunft voraus, falls sich beide Seiten nicht bald an den Verhandlungstisch setzen.

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