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IS-Terrormiliz inspiriert Extremisten

Südostasien IS-Terrormiliz inspiriert Extremisten

Der Vormarsch der IS-Terrormiliz in Syrien und im Irak lässt in Südostasien die Alarmglocken schrillen. Die Regierungen befürchten Terroranschläge. Wieso haben die IS-Kämpfer so große Anziehungskraft?

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Extremisten in Südostasien.

Quelle: dpa

Bangkok. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schlägt tausende Kilometer von Syrien und Irak entfernt Wellen: in muslimischen Ländern und Regionen in Südostasien wird ihre Fahne hochgehalten. In Indonesien, dem Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt, im muslimischen Malaysia und im muslimischen Süden der Philippinen haben die IS-Fanatiker inzwischen Anhänger.

„In Südostasien haben Extremisten schon ihre Loyalität mit IS beschworen“, sagt Rommel Banlaoi, Direktor des philippinischen Instituts für Frieden-, Gewalt- und Terrorforschung. Darunter ist Abu Bakr Bashir, der inhaftierte spirituelle Führer der Terrorgruppe Jemaah Islamiyah (JI) in Indonesien. Die in Malaysia und auf den Philippinen aktive Terrororganisation Abu Sayyaf postete eine Unterstützer-Botschaft auf Youtube.

„Wir sympathisieren mit dem edlen Ziel der IS“, sagt Ghazali Jaafar von der größten muslimischen Rebellenorganisation der Philippinen, MILF. „Aber wir lehnen die Kampfmethoden ab“, etwa die Ermordung von Journalisten und Freiwilligen.

Die Regierungen in Jakarta, Kuala Lumpur und Manila schätzen, dass mehrere hundert Landsleute bereits auf Seiten der IS kämpfen. Sie fürchten Anschläge zu Hause, vor allem, wenn diese Kämpfer eines Tages zurückkehren. „Der militante Islam hat tiefe Wurzeln in Südostasien“, schreibt Atle Mesøy für das dänische Risiko-Analyseinstitut RiskIntelligence. „Dort gibt es jede Menge kleine Gruppen, die sehnsüchtig auf Training warten.“

Die Extremisten von Abu Sayyaf entführen Ausländer und erpressen Lösegelder, wie im Jahr 2000 eine Gruppe Touristen mit der deutschen Familie Wallert. Ein deutsches Seglerpaar ist seit April in ihrer Hand. Jemaah Islamiyah ist in Indonesien aktiv. Der schlimmste Anschlag passierte 2002, als sie Nachtclubs auf Bali attackierten. 202 Menschen kamen um, darunter mehr als 80 Australier.

In Indonesien gab es schon Terrordrohungen gegen eines der bedeutendsten buddhistischen Wahrzeichen der Welt, den Tempel von Borobudur. In Malaysia nahm die Polizei 19 IS-Sympathisanten fest, die eine Brauerei bei Kuala Lumpur in die Luft sprengen wollten.

Was fasziniert Muslime in Südostasien an einer Miliz, die tausende Kilometer entfernt kämpft? Der Erfolg, meint Banlaoi: „Der frühere El Kaida-Führer Osama bin Laden hatte nur eine Vision, aber der Gründer der IS, Abu Bakr al-Bagdadi, realisiert sie.“

Der Indonesier Ali Fauzi ist einer, der es wissen muss. Er war früher JI-Mitglied. Heute lehrt er an der Universität. Sein Thema: Terrorismus. „Die Leute glauben, dass die IS es schaffen wird, ein Kalifat aufzubauen, weil sie Kämpfer haben, Waffen und Land.“ Für Muslime, die schon seit Jahren mit militanter Ideologie indoktriniert würden, sei der IS-Gründer eine charismatische Figur, meint der malaysische Sicherheitsexperte Andrin Raj.

Alle Regierungen haben IS verurteilt. Indonesiens scheidender Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sprach von Ketzern, die größten Islam-Organisationen nannten IS „haram“ - verboten. „Schlimm, dass Malaysier sich von abartigen Lehren einlullen lassen“, meint der malaysische Islamgelehrte Mahmoud Labati. „IS-Kämpfer, die sind nichts als Banditen.“

Die Bombardierung der IS könne die IS-Miliz vor Ort vielleicht dezimieren, aber nicht unbedingt ihre Anziehungskraft in Südostasien, meint Jufitri bin Joha von der muslimischen Jugendbewegung in Malaysia (Abim). Muslime sähen überall „ungerechte Politik westlicher Länder“ gegenüber muslimischen Ländern. „Muslimische Länder sollten aggressiver eingreifen, um den Krieg in Syrien und im Irak zu beenden, und sollten verhindern, dass westliche Länder sich in islamische Angelegenheiten einmischen“, meint er.

dpa

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