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Entführung

Im Jemen getötete Frauen kommen aus Niedersachsen

Zwei junge Frauen aus dem Landkreis Gifhorn bezahlen ihren Hilfseinsatz im Jemen mit dem Leben.

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Die im Jemen getöteten Frauen kommen aus der Gemeinde Calberlah bei Gifhorn.

Die im Jemen getöteten Frauen kommen aus der Gemeinde Calberlah bei Gifhorn.

© ddp

„Ich habe sie mit Gottes Segen fahren lassen.“ Aber der Gott, auf den Albert S. so fest vertraut hat, hat die Tochter nicht wieder heimkommen lassen. Hadert Albert S. deshalb mit diesem Gott? Nein: „Gott hat uns viel Gutes geschenkt. Mit seiner Hilfe werden wir auch diese Tragödie verkraften.“

Die Tragödie, das ist der Tod von Rita S. Tiefgläubig, wie der Vater, war die 26-jährige Krankenschwester aus dem Landkreis Gifhorn. Und wie er voll Gottvertrauen, als sie sich Anfang Juni in den Jemen aufmachte. In der gefährlichsten Region des von politischen Machtkämpfen zerrissenen arabischen Landes wollte sie für drei Monate unentgeltlich in einem Krankenhaus arbeiten. Voll Gottvertrauen? Oder voller Naivität, in Verkennung einer Gefahr, die auf alle anderen Ausländer so abschreckend wirkt, dass sie diese Region meiden?

Vielleicht hat auch Neugier die junge Frau bewegt, als sie zu ihrer Mission aufbrach. Auf jeden Fall aber hat ihr christlicher Glaube eine große Rolle gespielt. Rita war, wie ihre ebenfalls ermordete 24-jährige Freundin Anita G., Schülerin an der Bibelschule Brake im ostwestfälischen Lemgo. Am Dienstagnachmittag hat die Schulleitung, als Freunde und Bekannte noch hofften, dass der schreckliche Verdacht sich zerstreuen würde, für Gewissheit gesorgt: „Mit tiefer Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod unserer Studierenden Anita G. und Rita S. aufgenommen. Unser Mitgefühl gilt in dieser schweren Stunde in besonderem Maße den Angehörigen, Freunden und ehemaligen Kollegen.“ Ob sich jemand schuldig fühlt, weil zwei so junge Frauen auf diese Mission geschickt wurden, ist aus der Botschaft nicht zu ersehen.

Anita G. und Rita S. waren Studentinnen des Abschlussjahrgangs. Die freikirchliche Bibelschule, die der Evangelischen Allianz nahesteht, bildet nach eigenen Angaben Schüler in einem dreijährigen „Studiengang“ für hauptamtliche und nebenamtliche Dienste in Gemeinde und Mission aus. Wegen ihres „ausgeprägten sozial-diakonischen Engagements“ entschieden sie sich für ein Praktikum im Jemen. Dort waren sie als Kurzzeitmitarbeiter für die in den Niederlanden registrierte Wohltätigkeitsorganisation „Worldwide Services“ im Dschumhuri-Krankenhaus von Saada vor allem in der Geburtshilfe tätig.

Noch wissen Angehörige und Freunde, auch offizielle Stellen, wenig über die genauen Umstände ihres Todes. Fest steht bislang nur, dass ein Schäfer im Nordjemen die Leichen von drei Frauen gefunden hatte, darunter die der Krankenschwestern aus Niedersachsen. Fest steht auch, dass die beiden jungen Frauen mit vier Kollegen aus Deutschland, Großbritannien und Südkorea sowie drei Kindern zu einem Picknick aufgebrochen waren. Keiner aus der Ausflugsgesellschaft ist bislang zurückgekehrt.

Dort, wo Rita und Anita zu Hause waren, kann keiner so recht verstehen, warum ausgerechnet sie zu Opfern wurden. In den Dörfern Wettmarshagen und Allerbüttel nahe Wolfsburg verbreitete sich die Nachricht von ihrem Tod am Dienstag rasend schnell. Die beiden strenggläubigen Frauen gehörten zur baptistischen Immanuelgemeinde in Wolfsburg. Ihre Familien sollen Spätaussiedler aus Russland sein. „Man hat sie zwar im Dorf gesehen, die sozialen Kontakte beschränkten sich ansonsten allerdings auf die kirchliche Gemeinde“, sagt eine Frau in Allerbüttel über die Familie von Anita G.
Rita S. hingegen war in Wettmershagen lange Jahre in Vereinen aktiv; außerdem war die ehemalige Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums in Gifhorn erfolgreiche Turnerin beim VfL Wolfsburg. „Sie war zuletzt oft für soziale Dienste unterwegs, beispielsweise in Russland“, sagt ihre ehemalige Lehrerin Gerti Wilhelm.

Im Internetportal StudiVZ hat Rita S. ihrer Begeisterung für den VfL Wolfsburg freien Lauf gelassen, hat über ganz normale Interessen wie Lieblingsfilme („Eine Klasse für sich – Ein Baseballstreifen“) geplaudert. Und sie war immer „fröhlich und engagiert“, schreiben ihre Freunde in den Nachrufen, die sie im ersten Schock ins Netz gestellt haben. „Ich kann es nicht glauben, ich werde dich vermissen“, steht da und: „Es tut weh, dass du nicht mehr hier bist.“ Für viele Christen ist der Tod der beiden jungen Frauen mehr als eine persönliche Tragödie. „Wir sind tief erschüttert“, sagte der Theologische Kirchenrat Andreas-Christian Tübler in Detmold. Es mache sehr betroffen, dass die Opfer bei einem diakonisch-missionarischen Einsatz ums Leben gekommen sind.

Sicherheitsexperten vermuten einen Mord aus religiösen Motiven. Sie warnen schon lange, christliche Mission sei gerade in islamischen Ländern hoch riskant. Es sei nicht auszuschließen, dass die Frauen in dem traditionalistischen Jemen als fromme Christinnen aufgefallen waren und deshalb von Extremisten getötet wurden, hieß es. Die Ermordung weiblicher Geiseln sei eigentlich untypisch, „üblich ist vielmehr, dass als erstes Männer umgebracht werden“, heißt es lapidar.

„Sie war ein Engel“, hat Albert S. der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Dienstag gesagt. Einen Tag vor der Entführung hat er mit seiner Tochter Rita zum letzten Mal telefoniert. „Sie war von ihrem Wunsch, den Ärmsten Hilfe zukommen zu lassen, nicht abzubringen.“

„Tief im Herzen“ hofft Albert S., dass die noch vermissten Geiseln mit dem Leben davonkommen. Hat er Rachegedanken? Die „Bestien“, die seine Tochter getötet hätten, sagt Albert S., würden von einem höheren Richter ihre Strafe bekommen.

Der Gouverneur der Provinz Saada will sich nicht darauf verlassen. Er hat eine Belohnung von 25.000 US-Dollar für Hinweise auf die Entführer ausgesetzt.

von Monika Keil und Susanne Iden


  • ein mord von vielender zionisten racheengel 01.07.09
    Jeder der nur etwas eingeweiht ist in die Politik der neuen Weltordnung (NWO)
    …weiß das die Zionisten/Freimaurer/ Bilderberger ..etc.. dahinter stecken…
    Das ist nicht mehr nur Politik… ich wage zu sagen das dieser mord ein Ritual war..
    Es gab (wie immer)eine öffentliche Aufklärung der rätselhaften (satanischen) Zeichen
    Auf ihren Körpern oder?
    ..wir sind immer informiert Tod den jüngern der neuen Weltordnung..
    Und jeder blinde Christ der denn noch glaubt und dumm fernsehen schaut ist verloren..
    (www.infokrieger.de)
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  • Jemen & Co Cord 17.06.09
    Es ist in der Tat schlimm was passiert, aber... wie kommt denn überhaupt auf die Idee, in solche Ländern zu reisen/fliegen wo schon Präzedenzfälle gegeben hat? Es klingt ja evtl. "hart", aber wer dorthin reist ist ja selber schuld!!!
    Diese Schweine sollte man sich überlassen bzw. beim wiederholten Mal, das Land platt bombardieren. Punkt, basta!
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  • HAZ Berichterstattung Karl Wilhelm 17.06.09
    Ich kann die Kritik an diesem mittlerweile erweiterten Artikel nicht verstehen. Er ist sehr informativ und einfühlsam geschrieben. Es wird sich jetzt wohl kein HAZ Leser aufmachen, um die Familie der beiden ermordeten jungen Frauen aufzusuchen.

    Vor allem: Der Artikel gibt den vielen toten (sh. mein obiger Beitrag) Deutschen im Ausland einmal ein persönliches Gesicht. Ohne solch eine Berichterstattung haben wir uns schon zu sehr an die Toten gewöhnt und addieren nur noch statistische Zahlen, wie Anzahl, Geschlecht und Alter in der Zeitung auf. So hätten es einige wohl ganz gern?
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  • Missionieren in islamischen Ländern Gerd Kluge 17.06.09
    Islamisten können für den muslimischen Glauben in Europa ohne Angst für Leib und Leben missionieren und hier siedeln. Christen sollten die gleichen Vorhaben in den Herkunftsländer dieser Muslime lieber unterlassen oder dies konsequent bewaffnet tun. Selbst in der Türkei - dem zivilisiertesten Staat unter den muslimischen Staaten - werden chrsitliche Würdenträger ermordet. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Missionen in islamischen Land Fleur 17.06.09
    Ich kann mich voll den Ausführungen von WilmaNord anschliessen.Es ist schon lange bekannt, das missionieren in islamischen Ländern hoch gefählich ist.(Warnungen auch vom auswärtigen Amt.)Selbst einheimische Christen leben in diesen Ländern gefährlich.Man denke an die Christen im Irak ! Wer spricht heute noch von Sinan Krause.Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ersetzung sg 17.06.09
    Ersetze
    "Warum begeht die HAZ für eine Stärkung der Auflage/mehr Klicks des Webangebotes sogar einen Rechtsbruch?"
    durch
    "Warum begibt sich die HAZ für eine Stärkung der Auflage/mehr Klicks des Webangebotes in eine rechtliche Grauzone?"
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Korrektur sg 17.06.09
    ersetze "Warum begeht die HAZ für eine Stärkung der Auflage/mehr Klicks des Webangebotes sogar einen Rechtsbruch?"
    durch
    "Warum begibt sich die HAZ für eine Stärkung der Auflage/mehr Klicks des Webangebotes möglicherweise in eine rechtliche Grauzone?"
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Geschmacklos! Stephan Goedecke 17.06.09
    Bisher habe ich am Hause Madsack besonders die qualitativ hohe und auch respektvoll zurückhaltende Berichterstattung geschätzt.
    Warum begibt man sich mit diesem Artikel auf das Niveau der Bildzeitung herab und veröffentlicht Fotos aus StudiVZ? Es hat mich genau fünf Minuten gekostet, das Bild dort zu finden, inklusive des volllen Namens der abgebildeten Person.
    Warum begeht die HAZ für eine Stärkung der Auflage/mehr Klicks des Webangebotes sogar einen Rechtsbruch? Inhalt des §22 KUG sollte doch eigentlich bekannt sein, im Zweifel:
    "Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.".

    Und auch wenn §23 KUG einschränkend wirkt, so kann man die beiden Studentinnen sicher nicht als Person der Zeitgeschichte beschreiben.

    Abgesehen davon glaube ich nicht, dass die Fotografen der Bilder ihre Zustimmung zur Verwendung erteilt haben.

    Weiterhin gilt doch sicher auch für die HAZ Ziffer 8 des Pressekodex des deutschen Presserates.

    Und selbst wenn ich mit diesen Einschätzungen danebenliege, ist es ja wohl unter aller Würde, einen Artikel über den Tod zweier Menschen mit Fotos, Zitaten und Details aus ihrem Privatleben zu "würzen" um den "Unterhaltungswert" zu steigern.
    Zusammenhänge mit der Entführung ergeben sich aus ihrer Glaubenseinstellung, ihrem Studium und ihrer Aufgabe vor Ort, aber sicherlich nicht mit ihrem Lieblingsfilm oder Anhängerschaft des Vfl Wolfsburg. Das ist einfach nur "unterhaltsames" Beiwerk. Geschmacklos!
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  • Misssion im Jemen? WillmaNord 16.06.09
    Die beiden jungen Frauen überhaupt in den Jemen gehen zu lassen hat, zeugt von einer gravierenden Unkenntnis der Haltung gegenüber missionierenden oder scheinbar missionierenden Christen bei fundamentalistischen Muslimen. Schon die Bezeichnung 'Bibelschule' wird Aggressionen geschürt haben. Nach islamischer Tradition ist Missionstätigkeit wie ein selbstgewähltes Todesurteil. Bevor man sich in solche Länder begibt, sollte man dieses zur Kenntnis nehmen. Auch die größte Aufopferung bei der Hilfe in diesen Ländern ändert nichts daran. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Rückzugsort von Al-Qaida Karl Wilhelm 16.06.09
    "Offenbar hielten sich die Geiseln in einem Gebiet auf, das der Terrororganisation Al-Qaida als Rückzugsort und Versteck dient."

    Als solch ein Gebiet kann man auch Deutschland bezeichnen. Mit unserem Asylrecht und der langen Aufenthaltsdauer von Illegalen und scheinlegalen Terroristen und Extremisten aus aller Herren Ländern - speziell aus muslimischen Staaten - behrbergen wird viele von denen, die von ihren Regierungen zurecht verfolgt werden. Deutschland ist ein sicherer Rückzugsraum und Sammelstelle für Geld für den Terror, dem Deutsche im Ausland und teilweise auch im Inland ausgesetzt sind.

    Ob Luxor, Djerba, Bali, Bombay, Algerien. Es zieht sich eine Spur von Mord und Entführung gegen Deutsche durch die vergangen Jahre und Monate. Diese Deutschen kommen fast ausschließlich in muslimischen Staaten oder durch muslimische Terroristen ums Leben. Die Bundesregierung mit ihrer weichen Haltung und ihrer allzu freundlichen Bereitschaft sofort jedes Lösegeld zu zahlen befördert diese Verbrechen noch.

    Ein Urlaub oder gar ein Hilfseinsatz in Ländern, wie Irak, Afghanistan, Algerien, Jemen etc. kann man wirklich nur als extrem dekadent bezeichnen. Es gibt genug Möglichkeiten in der ganzen Welt, um Hilfe zu leisten und zwar in Staaten, in denen man wegen seinem christlichen Glauben oder Atheismus nicht verfolgt, entführt und abgemetzelt wird.
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