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Irak erobert letzte IS-Stellung in Ramadi

Nach tagelangen Gefechten Irak erobert letzte IS-Stellung in Ramadi

Die irakische Armee steht offenbar unmittelbar vor der Rückeroberung der Stadt Ramadi. Nach tagelangen erbitterten Gefechten räumten die Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) am Sonntag den Amtssitz der Provinzregierung, wie ein Militärsprecher mitteilte.

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Irakische Militärkonvois am Sonntag auf dem Weg in die Stadt Ramadi.

Quelle: dpa

Ramadi. Im Norden Syriens verlor die IS-Miliz unterdessen die Kontrolle über einen wichtigen Staudamm. Die Dschihadisten veröffentlichten erstmals seit Monaten eine angebliche Audiobotschaft ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi. "Alle IS-Kämpfer sind weg. Es gibt keinen Widerstand mehr", sagte der Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS, Sabah al-Numan. Es müssten aber noch Sprengfallen entschärft werden, bevor die Soldaten den Gebäudekomplex betreten können. Der Amtssitz der Provinzregierung war die letzte IS-Bastion in Ramadi. Obwohl die Regierung die Einnahme der Stadt offiziell zunächst nicht verkündete, brach in mehreren irakischen Städten Jubel aus.

Der IS hatte die Hauptstadt der Provinz Anbar im Mai erobert. Anfang Dezember erkämpfte die Armee, die von Kampfflugzeugen der US-geführten internationalen Militärallianz unterstützt wird, mehrere große Stadtteile zurück. Am Dienstag rückte sie ins Stadtzentrum vor, seitdem geriet der Vormarsch aber vor allem aufgrund von Sprengfallen und Heckenschützen des IS ins Stocken. Bei den Gefechten wurden alleine seit Freitag dutzende Dschihadisten und fünf irakische Soldaten getötet, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Sollte der IS endgültig aus Ramadi vertrieben werden, wäre dies ein schwerer Verlust für die Dschihadisten, die laut einem US-Institut seit Jahresbeginn 14 Prozent ihres Gebiets in Syrien und im Irak verloren haben. Im Nordirak und in Syrien meldeten kurdische Kämpfer derweil erfolgreiche Angriffe auf die Dschihadisten.

Nahe der irakischen IS-Hochburg Hawidscha wurden in der Nacht zum Samstag mehrere ranghohe IS-Mitglieder getötet oder gefangen genommen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Im Norden Syriens verlor die IS-Miliz die Kontrolle über einen strategisch wichtigen Staudamm am Fluss Euphrat. IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi rief in einer ihm zugeschriebenen Audiobotschaft unterdessen zu einem Aufstand in Saudi-Arabien auf und kündigte Angriffe in Israel an. Sollte sich die im Internet veröffentlichte 24-minütige Aufnahme als authentisch erweisen, wäre sie die erste seit sieben Monaten. In der Audiobotschaft wird die von Saudi-Arabien Mitte Dezember angekündigte Koalition aus 34 Ländern gegen den IS verurteilt. Die Menschen in Saudi-Arabien werden darin aufgerufen, "sich gegen die vom Glauben abgefallenen Tyrannen zu erheben" und ihre Glaubensbrüder in Syrien, im Irak und im Jemen "zu rächen". Außerdem werden in der Audiobotschaft Angriffe gegen Israel angekündigt, denn der Islamische Staat habe "Palästina keinen einzigen Augenblick lang vergessen".

Der IS hatte im Sommer 2014 große Teile Syriens und des Nordiraks erobert. Einheimische Truppen und eine Militärkoalition unter Führung der USA bekämpfen die Dschihadistenmiliz in beiden Ländern aus der Luft. In Syrien fliegt seit Ende September auch Russland Luftangriffe. Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete vor wenigen Tagen eine Resolution mit einem Friedensfahrplan für Syrien. Die Vereinten Nationen hoffen auf den Beginn von Verhandlungen ab dem 25. Januar in Genf. Die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad hatte sich am Donnerstag bereit erklärt, an Friedensgesprächen unter Vermittlung der UNO teilzunehmen.

afp

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Kommentar

Vor genau zwei Jahren zogen die IS-Extremisten erstmals ihr schwarzes Banner in Ramadi hoch - nun soll die irakische Metropole zurückerobert werden. Ein Erfolg wäre nicht nur ein Sieg  für den irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi, sondern auch für Barack Obama. Ein Kommentar von Stefan Koch. 

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