Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Islamist rief zu Anschlägen bei Fußball-EM auf

Nach Polizistenmord in Paris Islamist rief zu Anschlägen bei Fußball-EM auf

Der Polizistenmord soll nur der Anfang gewesen sein: Der islamistische Attentäter soll in einem Internet-Video zu weiteren Anschlägen während der Fußball-EM aufgerufen haben. Demnach kündigte er an: "Wir werden aus der EM einen Friedhof machen."

Voriger Artikel
"Den Grünen nicht länger hinterherlaufen"
Nächster Artikel
Neues Urteil zu Stuttgart 21

Der vorbestrafte Islamist Abballa hatte am Montagabend in Paris einen Polizisten und dessen Lebensgefährtin getötet. Anschließend wurde er von Elitepolizisten erschossen.

Quelle: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Paris. Der Pariser Staatsanwalt François Molins bestätigte am Dienstag, dass der Islamist Larossi Abballa um Montagabend um 20.52 Uhr ein Bekennervideo bei Facebook hochgeladen hatte. Nach Angaben des Dschihadismus-Experten David Thomson rief Abballa in dem Video zu weiteren Anschlägen auf. "Wir werden aus der EM einen Friedhof machen", sagte der Islamist demnach. Thomson hat das inzwischen gelöschte Video gesehen.

In dem Video verlese Abballa "sehr ruhig und lächelnd" eine offenbar zuvor geschriebene Botschaft, erklärte Thomson weiter. Der Attentäter habe zunächst dem Chef der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr Al-Bagdadi, seine Treue geschworen und dann andere Muslime zum Dschihad aufgerufen. Thomson ist ein auf Terrorismus spezialisierter Journalist des Senders RFI und Verfasser des Buches "Die französischen Dschihadisten".

Attentäter filmte sich im Haus der Opfer

Das Video sei in dem Haus des getöteten Paares aufgenommen worden, während sich dessen Kind noch darin aufgehalten habe. "Er sagt, einen Polizisten und seine Frau getötet zu haben", berichtete Thomson. Dann rufe Abballa auf, "Polizisten, Journalisten, öffentliche Personen, Gefängniswärter und Rapper" anzugreifen und nenne etwa zehn Personen mit Namen.

Abballa veröffentlichte demnach auch Fotos seiner Opfer auf Facebook, darunter ein Bild des Polizisten in Uniform und ein Foto der getöteten Lebensgefährtin. Nach Angaben des Journalisten wurde das Video von 98 Menschen angesehen, bevor es elf Stunden nach seiner Veröffentlichung gelöscht wurde.

Liste mit potenziellen Zielen gefunden

Staatsanwalt Molins bestätigte, in dem Haus der Opfer sei nach der Erstürmung durch Sondereinheiten eine Liste mit potenziellen Zielen gefunden worden. Beschlagnahmt wurden auch drei Messer, darunter die blutverschmierte Tatwaffe, im Auto des Täters außerdem ein Koran und weitere islamische Werke.

Der bereits 2013 wegen dschihadistischer Umtriebe zu einer Haftstrafe verurteilte Abballa war zuletzt bei Ermittlungen über eine mutmaßliche Dschihadisten-Gruppe mit Verbindungen nach Syrien erneut ins Visier der Justiz geraten. Abgehörte Telefonate hätten aber keinen Hinweis darauf ergeben, dass er bald zur Tat schreiten könnte, sagte Molins.

Abballa hatte am Montagabend kurz nach 20.00 Uhr den 42-jährigen Polizisten vor dessen Wohnhaus im westlich von Paris gelegenen Magnanville erstochen. Im Haus tötete er die 36-jährige Lebensgefährtin des Polizisten, bevor er von Eliteeinheiten der Polizei erschossen wurde. Der dreijährige Sohn des Paares blieb unverletzt, stand aber unter Schock ( einen Bericht dazu finden Sie hier).

afp/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Deutschland / Welt

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.