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Israel kündigt lange Tage des Kämpfens an

Nahostkonflikt Israel kündigt lange Tage des Kämpfens an

Die USA fordern eine Waffenruhe. Palästinenserpräsident Abbas dringt auf eine politische Lösung. Doch die militärischen Auseinandersetzungen zwischen militanten Palästinensern und Israel dauern an. Die Lage droht zu eskalieren.

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Israelische Artillerie an der Grenze zum Gazastreifen.

Quelle: EPA/Atef Safadi

Gaza/Tel Aviv. Raketen auf Israel, Bomben auf den Gazastreifen: Der blutige Konflikt in Nahost geht unvermindert weiter. Auch am Tag fünf der israelischen Bombardements im Gazastreifen zeichnete sich am Samstag kein Ende des Blutvergießens ab. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte kamen insgesamt mindestens 127 Menschen ums Leben, 930 wurden verletzt. Unter den Opfern sind auch zahlreiche Zivilisten.

Die islamistischen Hamas-Milizen und ihre Verbündeten feuerten am Samstag 36 Raketen auf Israel ab, teilte das israelische Militär mit. Zwei von ihnen konnten vom Abwehrsystem „Eisenkuppel“ abgefangen werden. Ein Geschoss traf ein Wohnhaus in Netivot im Süden des Landes, zwei Jugendliche erlitten leichte Verletzungen. Die anderen Raketen landeten in unbewohntem Gebiet.

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon sagte nach Medienberichten, Israel bereite sich auf weitere „lange Tage des Kämpfens“ vor. Nach ständigem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen bombardiert Israel seit der Nacht zum Dienstag Stellungen der Hamas und ihrer Verbündeten  im Gazastreifen.

Die Bemühungen um einen Nahost-Frieden unter amerikanischer Vermittlung waren im April gescheitert. Auslöser der jüngsten Eskalation der Gewalt waren die Entführung und Ermordung von drei israelischen Teenagern und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. Eine 2012 vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas, die seit 2007 im Gazastreifen herrscht, wurde daraufhin endgültig Makulatur.

Die USA riefen die verfeindeten Seiten zur Einstellung der Kampfhandlungen auf. «Je schneller wir eine Waffenruhe erreichen können, umso besser ist das für beide Seiten», sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, am Freitag (Ortszeit) in Washington. Das Weiße Haus habe in den vergangenen Tagen Gespräche sowohl mit Israel als auch mit den Palästinensern geführt. Die USA würden weiterhin tun, was sie können, um den Konflikt zu entschärfen.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dringt auf eine politische Lösung. Ihm sei nicht wichtig, wer den Konflikt begonnen habe, sagte er in einem Interview des libanesischen Fernsehsenders Al-Majadin. „Mein wichtigstes Anliegen in diesem Krieg ist es, die Menschen zu schützen.“ Er forderte die Konfliktparteien auf, die Kämpfe zu beenden und zur Waffenruhe von 2012 zurückzukehren. „Die einzige Lösung wird eine politische sein.“ Dem jüdischen Staat warf der Palästinenserpräsident vor, mit dem Bau von Siedlungen die jüngsten Friedensgespräche zum Scheitern gebracht zu haben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will jedoch die Militäroperationen nicht einstellen, solange die Hamas Israel mit Raketen beschießt. Um die Islamisten zur Beendigung des Raketenfeuers zu zwingen, schließe Israel „keine Option aus“, sagte Netanjahu am Freitagabend bei einer Pressekonferenz in Tel Aviv.

Außenminister Avigdor Lieberman hatte sich am selben Tag für eine Bodenoffensive ausgesprochen. „Es wird Zeit, dass wir den Weg zu Ende gehen“, sagte Lieberman dem israelischen Fernsehen. Die Herrschaft der Hamas im Gazastreifen müsse beendet werden. An der Grenze wurden massive israelische Truppenverbände zusammengezogen.

Die Arabische Liga berief für Montag eine Krisensitzung zum Gazakonflikt ein. Dabei wollen die Außenminister der arabischen Staaten in Kairo über die aktuelle Lage beraten. Kuwait hatte das Treffen beantragt.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte die israelischen Angriffe scharf. Diese hätten eine „extrem besorgniserregende und katastrophale Situation“ im Gazastreifen hervorgerufen und setzten den Frieden in der Region aufs Spiel, schrieb Ruhani in einer Mitteilung der Bewegung der Blockfreien Staaten, deren Vorsitz der Iran momentan innehat.

Bei zwei Dritteln der Opfer im Gazastreifen soll es sich um Zivilisten handeln. Das israelische Militär bestreitet diese Darstellung. Es wirft den Militanten vor, Moscheen und Wohnhäuser für militärische Zwecke zu nutzen und so Zivilisten mutwillig zu gefährden.

Das israelische Militär hat mit seiner Offensive nach eigenen Angaben die Waffenstärke der Hamas „beträchtlich reduziert“. Bei 158 Luftangriffen seien in den letzten 24 Stunden 68 Raketenstellungen, 21 Posten der Militanten sowie 18 Waffenlager und -fabriken getroffen worden, hieß es am Morgen. Darüber hinaus seien zehn Militante angegriffen worden, von denen sechs unmittelbar am Abschießen von Raketen auf Israel beteiligt gewesen seien.

dpa

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