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Israel stoppt Mauerbau in Jerusalem

Nah-Ost-Konflikt Israel stoppt Mauerbau in Jerusalem

Nach scharfer Kritik rechtsorientierter Minister hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Montagabend überraschend einen Plan zum Bau einer Mauer im arabischen Ostteil Jerusalems wieder eingefroren. Israelische Medien berichteten, das Projekt solle zunächst nicht fortgesetzt werden.

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Jerusalem bleibt ungeteilt: Ein palästinensisches Mädchen vor der Mauer in Ostjerusalem, deren Weiterbau gestern Abend gestoppt wurde.

Quelle: afp

Jerusalem. Die Polizei hatte am Sonntag am Rande des Viertels Dschabel Mukaber bereits hohe Betonblöcke errichtet. Der israelische Rundfunk hatte zudem berichtet, dass das arabische Viertel Issawijeh von einer Mauer umgeben werden sollte.

Die 1,5 Kilometer lange und neun Meter hohe Mauer, deren Baukosten auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt worden waren, sollte verhindern, dass Palästinenser aus Issawijeh Steine und Brandflaschen auf Autos werfen, die auf einer nahe liegenden Straße zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim unterwegs sind. Auch an anderen Stellen seien Mauern geplant, hieß es zunächst. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums hatte betont, es handele sich um reine Sicherheitsmaßnahmen und nicht um einen politischen Schritt.

Attentat am Busbahnhof 

Zuvor hatte ein palästinensischer Attentäter den Busbahnhof in der südisraelischen Stadt Beerscheva angegriffen und am späten Sonntagabend ein Blutbad angerichtet. Mit Schüssen aus einer Pistole tötete er einen israelischen Soldaten, griff sich das Gewehr seines Opfers und schoss im Bahnhofsgebäude um sich. Bei dem Anschlag wurden weitere elf Menschen verletzt, unter ihnen vier Soldaten. Sicherheitskräfte erschossen den Attentäter sowie einen afrikanischen Gastarbeiter, den sie irrtümlich für einen Terroristen hielten.

Angesichts einer Serie von Messerangriffen durch Palästinenser wollen sich Tausende Israelis bewaffnen. Der israelische Armeesender berichtet von einem deutlichen Anstieg der Anträge für einen Waffenschein. Polizeiminister Gilad Erdan hatte wegen der vielen Anschläge angekündigt, er wolle den Prozess zum Erwerb eines Waffenscheins erleichtern und beschleunigen. Das Ministerium für innere Sicherheit sei allerdings nicht in der Lage, den vielen Anträgen nachzukommen, berichtete der Sender. Das Telefonzentrum der Behörde sei zusammengebrochen, daher könnten derzeit auch keine neuen Waffenscheine ausgestellt werden.

Gewaltserie gegen Israelis 

Seit Monatsbeginn attackieren Palästinenser verstärkt Israelis - vor allem, aber nicht nur in Jerusalem. Bei der Gewaltserie starben acht Israelis und 44 Palästinenser. Mehr als die Hälfte der Palästinenser waren Angreifer, die bei ihrem Terrorakt erschossen wurden. Die anderen kamen bei Zusammenstößen mit dem israelischen Militär ums Leben.

Als ein Auslöser der Gewaltwelle gelten Streitigkeiten um den Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt, die Israel 1967 erobert und später annektiert hatte. Die Stätte ist Juden wie Muslimen heilig. Der Konflikt dreht sich um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Plateau des Tempelbergs, wo einst der zweite jüdische Tempel stand und wo sich heute die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom befinden.

Die USA erwägen laut Außenminister John Kerry keine Änderung des Status quo auf dem Tempelberg. Washington sei dagegen, dass „externe Akteure“ in den Konflikt eingreifen. „Was wir brauchen, ist vor allem Klarheit“, so Kerry nach einem Treffen mit seinem spanischen Amtskollegen José Manuel García-Margallo.

Von Gregor Mayer

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