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Jamaika ignoriert Jamaika-Debatte

Koalitionspoker Jamaika ignoriert Jamaika-Debatte

Interessiert sich auf Jamaika jemand für die Jamaika-Koalition? Die schönste Frau und der schlimmste Verbrecher der Insel sind wichtiger – aber Jamaikas Botschafterin in Berlin freut sich trotzdem über die vermutlich monatelange Debatte rund um den Namen ihrer Heimat.

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Sonne, Meer, Entspannung, Lockerheit – Jamaika ist schön, eine künftige Bundesregierung könnte einiges lernen von der Insel, deren Nationalfarben für die nächste Koalition Pate stehen könnten.

Quelle: dpa

Berlin. In Deutschland ist es derzeit das Zauberwort für die Regierungsbildung: Jamaika. Sehr viel deutet darauf hin, dass CDU, FDP und Grüne eine Koalition bilden werden – weil schwarz, gelb und grün die Farben der Nationalflagge Jamaikas sind, nennt man diese Konstellation Jamaika-Koalition. Doch was sagen die Bewohner der zu den Großen Antillen gehörenden Insel dazu?

Der „Jamaica Observer“ interessierte sich direkt nach der Bundestagswahl eher wenig für den Rechtsruck im fernen Deutschland: Die Zeitung druckte auf ihrer Titelseite ein Foto der neuen „Miss Jamaika 2017“, Solange Sinclair. Außerdem gab es eine Story über einen der meistgesuchten Verbrecher des Landes mit Namen „Duppy Film“ Perry, der von der Polizei erschossen worden ist. Vermeldet wurde das Wahlergebnis allerdings schon – das Augenmerk lag dabei auf dem Erfolg der AfD.

„Eine tolle Markenwerbung für uns“

Die Botschafterin Jamaikas in Deutschland freut sich aber, dass ihr Land gerade in aller Munde ist. „Das ist eine tolle Markenwerbung für uns“, sagte Margaret Jobson der „Stuttgarter Zeitung“. Vielleicht ist es ein gutes Omen für eine mögliche Koalition, dass der deutsche Botschafter in Jamaika der langjährige Büroleiter von Joschka Fischer ist. Joachim Schmillen leitete sowohl des Büro des Grünen-Fraktionschefs als auch zeitweise das Büro des Außenministers Fischer. Das Staatsoberhaupt Jamaikas ist übrigens weitaus länger im Amt als Merkel. Es ist die britische Königin Elisabeth II. – Jamaika gehört zum Commonwealth.

Das Drei-Millionen-Einwohner-Land ist seit 1962 unabhängig und politisch recht stabil mit bisher neun Premierministern. Seit 2016 regiert Andrew Holness von der Arbeiterpartei das Land. Die Queen wird vertreten durch Generalgouverneur Patrick Allen. Zwei Mal regierte mit Portia Simpson-Miller von 2006 bis 2007 und von 2012 bis 2016 auch eine Frau. Die Premierministerin machte 2015 weltweit von sich reden, als sie bei einem Besuch von US-Präsident Barack Obama zu ihm sagte: „Ich möchten Ihnen sagen, sie werden hier geliebt in Jamaika. Gut, ich möchte es jetzt öffentlich sagen: Ich liebe Sie.“ Dann gab es eine innige Umarmung von Simpson-Miller für Obama.

Reggae, Lockerheit und hohe Kriminalität

Jamaika, das steht für Reggae, Lockerheit, Lebensgefühl; sinnbildlich auch durch die Auftritte von Sprint-Star Usain Bolt verkörpert. Eine gewisse Lockerheit wird es sicher auch brauchen, wenn Union, FDP und Grüne mit sehr unterschiedlichen Positionen zusammenfinden wollen.

Aber das Land ist auch bekannt für hohe Kriminalitätsraten. Wichtigste Exportgüter Jamaikas sind Tonerde und Bauxit, zudem auch Rum. Das Auswärtige Amt betont: „Die Beziehungen zwischen Deutschland und Jamaika sind seit Jamaikas Unabhängigkeit 1962 freundlich und problemfrei. Jamaika sieht Deutschland als wichtigen internationalen Partner und als einen der einflussreichsten Mitgliedsstaaten der EU.“ 2016 reisten rund 21.000 deutsche Touristen nach Jamaika.

Von RND/dpa

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