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Jeder zweite Deutsche sagt: Mehr Flüchtlinge aufnehmen

Flüchtlingspolitik Jeder zweite Deutsche sagt: Mehr Flüchtlinge aufnehmen

Angesichts der weltweiten Krisenherde sind die Deutschen zunehmend aufgeschlossen, Flüchtlinge aufzunehmen. Im ARD-Deutschlandtrend sprach sich eine Mehrheit von 48 Prozent der Befragten dafür aus, mehr Menschen in Deutschland Zuflucht zu gewähren. Die Politik reagiert überrascht auf die hohe Akzeptanz, Fachleute sehen sich dagegen bestätigt.

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 Jeder zweite Deutsche spricht sich laut einer ARD-Umfrage dafür aus, dass das Land noch mehr Flüchtlinge aufnehmen solle.

Quelle: dpa Symbol

Berlin. „Überall bieten Ehrenamtliche jeden Alters und durch alle sozialen Schichten hindurch ihre Hilfe für Flüchtlinge an“, sagte Volker Jung, Migrationsexperte der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Die Umfrage für die ARD zeigt Unterschiede zwischen den politischen Lagern: Die Parteianhänger der Grünen, der Linken und der SPD sind mehrheitlich der Auffassung, dass Deutschland einen größeren Anteil an Flüchtlingen aufnehmen sollte. Die Anhänger der CDU/CSU sind in dieser Frage unentschieden, während die AfD-Wähler mit deutlicher Mehrheit die Aufnahme von mehr Flüchtlingen ablehnen.

Am 9. und 10. Oktober wollen die Innen- und Justizminister der EU erneut über die Verteilung der Flüchtlinge in Europa sprechen. Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mitteilte, stieg die Zahl der neuen Asylanträge in den Industriestaaten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um knapp ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutschland belegte demnach den Spitzenplatz.

Dem jüngsten Bericht zufolge beantragten von Januar bis Juni 2014 insgesamt 330 700 Menschen Asyl in den Industrieländern der Welt. Allein die Zahl der Asylbewerber aus dem Bürgerkriegsland Syrien stieg im Vergleichszeitraum von 18 900 auf 48 400. Von Menschen aus dem Irak seien 21 300 Anträge gezählt worden, gefolgt von Afghanistan mit 19 300 und Eritrea mit 18 900, hieß es weiter. Die meisten Anträge seien in dieser Reihenfolge in Deutschland, den USA, Frankreich, Schweden, der Türkei und Italien gestellt worden. Für die Bundesrepublik wurde für das erste Halbjahr eine Zahl von 65 700 Anträgen angegeben - nach 109 600 im Gesamtjahr 2013.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, Elmar Brok (CDU), plädierte dafür, dass Notleidende in Syrien und im Irak verstärkt vor Ort geholfen wird. Man möchte nicht, „dass die Menschen alle hierher kommen“, sagte Brok im SWR.

Der Niedersächsische Flüchtlingsrat plädierte für einen weniger bürokratischen Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland: Es sei nicht nötig, alle Flüchtlinge durch Erstaufnahmelager zu schleusen.

Scharfe Debatte im LandtagSeite 6

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