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Deutschland / Welt Jens Spahn ruft Bildung zum Zukunftsthema aus
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12:53 21.02.2018
Jens Spahn, CDU-Präsidiumsmitglied und Gastredner, applaudiert beim politischen Aschermittwoch in Thüringen. Quelle: dpa
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Apolda

Als Thüringens CDU-Chef Mike Mohring seinen Parteifreund Jens Spahn zum politischen Aschermittwoch ins Weimarer Land einlud, da fragte sich Mohring, in welcher Funktion ihn wohl sein Gast besuchen würde. Es war im Frühjahr 2017, als Mohring die SMS mit der Einladung zum „größten Stammtisch Ostdeutschlands“ verschickte. Die Bundestagswahl stand noch bevor. „Da hab ich mir gedacht: Entweder ist er was. Und wenn er nichts ist, freut er sich, dass er eingeladen wurde.“

Der Saal lacht, als Mohring am Mittwochabend in der Festhalle der Vereinsbrauerei die Anekdote erzählt. Spahn lacht mit. Und Mohring ergänzt: „Jetzt ist es so, dass er selber nicht weiß, was er wird.“

Fast immer, wenn jetzt einer aus der CDU die Forderung nach „Erneuerung“ an die Parteispitze richtet, ist eigentlich Jens Spahn gemeint. Der Jungen Union und auch dem CDU-Wirtschaftsflügel – zwei Strömungen der Partei, aus denen zuletzt besonders laute Rufe nach einem Personalwechsel in Parteiführung und Kabinett zu vernehmen waren – gilt Spahn als Verkörperung der Zukunft ihrer Partei. Mit dem in den Koalitionsverhandlungen vereinbarten Übergang des Bundesfinanzministeriums in die Hände der SPD sah es einen kurzen Moment lang so aus, als wäre der betont konservative Merkel-Kritiker Spahn ausgebootet worden. Als gäbe es für den geschäftsführenden Finanzstaatssekretär in einer neuen Großen Koalition keinen Platz mehr. Doch dieser Eindruck ist spätestens seit Mittwochabend überholt. Spahn lässt in seiner Rede vor 1300 CDU-Mitgliedern sehr deutlich anklingen, in welcher Funktion er seine Zukunft sieht.

„Das große Zukunftsthema“, ruft Spahn kurz nachdem er die Bühne betreten hat sehr laut in die Mikros– „das ist die Frage der Bildung!“ Spahn fordert seine Parteifreude auf, die Zukunft in den Blick zu nehmen. „Keine Frage ist dafür wichtiger, als die Frage der Bildung und Ausbildung der jungen Menschen in diesem Land.“ Dazu gehöre nicht nur Wissensvermittlung, sondern auch die Vermittlung von Werten. Spahn nennt ein Beispiel: „Ich finde Pünktlichkeit hilft im Leben und im Miteinander.“ Auch solche Dinge müssten in der Schule zu vermittelt werden.

Mit Gesamtschulen braucht man ihm nicht zu kommen. „Es gibt keine Einheitskinder, und deshalb wollen wir auch keine Einheitsschule haben“, ruft Spahn. „Den Linken“ hält er eine „Ideologie der Gleichmacherei“ vor und eine „Abi-Fixierung“: „Der Mensch fängt nicht erst beim Abitur an“, findet Spahn, findet auch der Saal.

Spahn spricht dann auch über Europa und die Notwendigkeit zu mehr gemeinsamer Verteidigung. Über die Arbeit der Polizei und die Kriminalität in den Städten, vor allem in Berlin. Und natürlich geht es auch um Asylbewerber und Grenzen der Belastung bei ihrer Integration. Er konturiert sein streng konservatives Profil. An diesem Abend aber bleibt Spahn nicht so sehr als Law-and-Order-Mann in Erinnerung. Sondern als Anwärter auf das Bundesbildungsministerium.

Von Marina Kormbaki/RND

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