Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Journalist Deniz Yücel will wieder aus der Türkei berichten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Journalist Deniz Yücel will wieder aus der Türkei berichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:19 14.02.2019
Der Journalist Deniz Yücel möchte irgendwann zurück in die Türkei. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
Berlin

Der vor etwa einem Jahr aus türkischer Haft entlassene Journalist Deniz Yücel hofft, eines Tages wieder aus der Türkei berichten zu können. Er arbeite zur Zeit an einem Buch über seine Erlebnisse und wolle so mit diesem Kapitel seines Lebens abschließen, schrieb Yücel in der Zeitung „Die Welt“.

Danach wolle er wieder als Journalist berichten und kommentieren - „ob aus einer anderen Gegend der Welt und vielleicht eines Tages auch wieder aus der Türkei, wo sich durch meine Freilassung kein Deut an der Missachtung der Grundrechte geändert hat.“

Kölner Sozialarbeiter nach zehn Monaten in Freiheit

Wie brisant die Lage in der Türkei derzeit noch ist, zeigt der jüngste Fall eines Kölner Sozialarbeiters: Nach rund zehn Monaten in Untersuchungshaft kommt Adil Demirci frei, darf aber nicht nach Deutschland ausreisen. Auch die Provinz Istanbul darf er nicht verlassen. Der Prozess soll am 30. April fortgeführt werden.

Der 33-Jährige wurde während eines Familienurlaubes festgenommen und sitzt seit April in Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mitgliedschaft in der linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei vor. Die MLKP gilt in der Türkei als Terrororganisation.

Nach einem Jahr Haft ging es in den Süden

Der Fall Demirci erinnert an die Geschichte von Deniz Yücel: Der „Welt“-Reporter war ein Jahr ohne Anklageschrift in einem Istanbuler Gefängnis hinter Gittern, bevor er am 16. Februar 2018 entlassen wurde und nach Deutschland ausreisen durfte. Auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu war in der Türkei inhaftiert, durfte aber im August ausreisen.

Die ersten Monate nach seiner Freilassung habe Yücel vor allem damit verbracht, seinen schwer erkrankten Vater auf seinem letzten Weg zu begleiten. „Das war nicht leicht, aber immerhin konnte ich bei ihm sein. Ich möchte mir nicht ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn meine Geiselnahme noch ein paar Monate länger gedauert hätte.“

Aus dem Gefängnis heraus habe er seiner Frau Dilek versprochen, nach seiner Freilassung irgendwo zu leben, „wo unsere Füße die Erde berühren“. Beide hätten sich dann einige Zeit im Süden Europas niedergelassen.

Von RND/dpa/lf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Situation in Venezuela wird immer bizarrer: Vizepräsidentin Delcy Rodriguez bezeichnet die in Kolumbien eingelagerten und dringend benötigten humanitären US-Hilfslieferungen als „kontaminiert und krebserregend“. Damit geht der Machtkampf um Lebensmittel und Medikamente weiter.

14.02.2019

Erst äußern Lungenfachärzte deutliche Zweifel an den Feinstaub-Grenzwerten. Nun werden schwerwiegende Fehler in ihrer Stellungnahme bekannt. Verkehrsminister Andreas Scheuer schweigt. Andere Politiker teilen aus – auch gegen Scheuer.

14.02.2019

Die Grand Jury ist sich einig: Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump hat gleich mehrmals im Zuge der Russland-Ermittlungen gelogen. Die Falschaussagen tätigte Manafort demnach besonders im Zusammenhang mit einem Mitangeklagten.

14.02.2019