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Deutschland / Welt Jugendliche sind meist überzeugte Europäer
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00:15 25.03.2017
77 Prozent der Jugendlichen bewerten die EU positiv. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Drei von vier jungen Menschen (77 Prozent) bewerten demnach die EU-Mitgliedschaft positiv. Als wichtigste Errungenschaft sehen die Befragten den Frieden zwischen den EU-Mitgliedern. Danach folgen die Möglichkeiten, im europäischen Ausland zu studieren und zu arbeiten. Größtes Problem für die EU ist nach Auffassung der Jugendlichen der islamistische Terrorismus. Befragt wurden rund 3000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn.

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Gurkenkrümmung, Bürokratie, Brüsseler Selbstherrlichkeit? Was denken Hannovers Jugendliche über die EU?

Die größte Zustimmung für die Europäische Union gibt es mit 87 Prozent bei deutschen Jugendlichen; die Österreicher kommen auf 77 Prozent. Bei den osteuropäischen Ländern mit teilweise EU-kritischen Regierungschefs ergab die Umfrage eine 79-prozentige Pro-Europa-Stimmung in Ungarn und 76 Prozent in Polen. Dahinter folgen Tschechien (73 Prozent) und die Slowakei (70 Prozent).

„Die europäische Jugend lässt sich von EU-feindlicher Rhetorik nicht beeindrucken“, sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung. Dies sei „ein aufmunterndes Signal“ zum 60. Geburtstag der Europäischen Union. „Die junge Generation lässt sich für Europa begeistern und zeigt, dass die EU mehr ist als Bürokratie“, sagt auch Birgit Honé, niedersächsische Staatssekretärin für Europa und regionale Entwicklung. Michael Buckup, Leiter des Europäischen Informationszentrums Niedersachsen (EIZ), betont: „Junge Leute sind offener und toleranter. Sie setzen auf die EU und die Perspektiven, die sie ihnen bietet.“

Wie Hannovers Jugendliche über Europa denken, lesen Sie hier.

Nach den Worten von Burkhard Balz, CDU-Europaabgeordneter aus Stadthagen, passt die Umfrage ins europaweite Bild: „Auch in Großbritannien hat eine Mehrheit der jungen Leute für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU gestimmt.“ Doch Jugendliche bewerten die EU nicht nur positiv. Gerade in osteuropäischen Ländern sehen zahlreiche junge Menschen die Sicherheit durch Flüchtlinge bedroht. Den Deutschen wiederum bereitet besonders der islamistische Terrorismus Sorgen - gefolgt vom Klimawandel und der Furcht vor wachsendem Nationalismus und zunehmender Fremdenfeindlichkeit.

„Das gemeinsam in Europa Erreichte ist ein Wunder“, sagte die niedersächsische Europa-Abgeordnete Rebecca Harms (Grüne). Die Europäische Union sei trotz ihrer „zugegebenen Schwächen“ weiterhin „die Antwort auf Nationalismus - auch auf den neuen“. Ihr Parlamentskollege Balz von der CDU will den insgesamt positiven Trend aus der Umfrage nutzen. „Wir sollten sehr genau auf die Jugend hören und deren Glauben an Europa mit allen Mitteln zu stärken versuchen.“

Große Angst vor Flüchtlingen

Zahlreichen Jugendlichen aus den sechs Nationen bereiten Migration und die Zuwanderung von Flüchtlingen Sorgen. Insgesamt glauben 60 Prozent, dass Immigranten nicht zum Wirtschaftswachstum und Wohlstand beitragen. Vor allem in den vier osteuropäischen Ländern gab es laut Bertelsmann-Studie „ein eher negatives Bild“. Bei den Ungarn sind es 78 Prozent, bei den Deutschen bloß 40 Prozent.

Nicht ganz so negativ ist die Einschätzung beim Thema Sicherheit. 58 Prozent der Deutschen sehen in Flüchtlingen keine Gefahr, bei den Österreichern sind es 48 Prozent. In Ungarn fürchten dagegen 70 Prozent um ihre Sicherheit.

Nur die deutschen und österreichischen Jugendlichen sind in der Studie mit 73 beziehungsweise 61 Prozent klar für die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten. In Osteuropa stimmten 70 bis 75 Prozent mit Nein.

Von Peer Hellerling

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