Als Jung am 8. September im Bundestag erklärte, bei dem Angriff seien Taliban und deren Verbündete getötet worden, habe er sich auf eine Einzelmeldung des Regionalkommandos in Afghanistan bezogen, die zusammen mit anderen an das Einsatzführungskommando in Potsdam gegangen sei. In diesen anderen Meldungen sei von zivilen Opfern und mangelnder Aufklärung vor der Bombardierung die Rede gewesen, berichtet die „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe).
Bei dem Angriff auf zwei entführte Tanklastwagen waren bis zu 142 Menschen getötet worden. Jung versicherte am Donnerstag, er habe „die Öffentlichkeit und das Parlament korrekt über meinen Kenntnisstand dieser Vorgänge informiert“. Den jetzt diskutierten Bericht der Feldjäger der Bundeswehr habe er zwar zur Weitergabe an die NATO freigegeben, konkrete Kenntnis davon habe er allerdings nicht erhalten.
Das Blatt schrieb, Jung habe am 8. September und erneut am Donnerstag aus einem Bericht zitiert, den das Regionalkommando Masar-i-Sharif am 6. September an das Einsatzführungskommando in Potsdam geschickt habe. Darin enthalten gewesen sei ein Brief des Gouverneurs von Kundus an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, in dem der Gouverneur erklärte, alle bei dem Angriff Getöteten hätten zu den Taliban gehört. Dieser Bericht sei auf dem selben Weg an Jungs Ministerium gegangen, wie alle anderen Einzelmeldungen über zivile Opfer und mangelnde Aufklärung. Die Einzelmeldungen seien am 9. September für den Bericht der Feldjäger zusammengestellt und nach Deutschland geschickt worden.
ddp
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Kommentare
Jung infam – 27.11.09
Da sieht man mal wieder wieviel Würde, anstand und Moral unsere Politiker haben. Da lügt einer seit Monaten, dann wird er erwischt was macht er stellt sich wieder hin und lügt weiter. Das ist für mich menschliche Unterschicht erster Güte und von solchen Lügnern werden wir regiert.Strafversetzen Heidi – 27.11.09
Den guten Herrn Jung sollte man zügig als Staatssekretär zur deutschen Botschaft nach Kabul schicken...Verlogenheit Bürger – 27.11.09
Der Politiker ist nicht „ritterlich“, er denkt nur in Terminen. Im Krieg wurde schon immer gelogen. Das gehört zur Kriegsstrategie dazu. Fehlinformationen, Propaganda, Durchhalteparolen, Augen zu und durch. Daher spricht man auch jetzt von der „Kundus-Informationsaffäre“ und nicht insgesamt von diesem sinnlosen Militäreinsatz in dieser Weltgegend.Deutschland und seine politischen low performer? Volker Rockel – 27.11.09
Aus meiner persönlichen Sicht war Herr Jung bereits in seiner alten Aufgabe mit dem Umgang des Themas Afghanistan überfordert. Das was nun als "Informationspanne" (allein der Begriff ist eine Zumutung) dargestellt wird - und hierbei ist unerheblich ob Herr Jung es gewußt und gelogen hat oder ob er nicht in der Lage war für sich im eigenen Verantwortungsbereich eine vollständige Informationslage zu schaffen - läßt aus meiner Sicht keinen Zweifel daran, dass die Person Jung für ein derartiges politisches Spitzenamt nicht geeignet war und ist!Als Bürger ist man daher auch geneigt sich die grundsätzliche Frage zu stellen: Wie kann es überhaupt sein, dass in diesem Land offensichtlich überforderte Personen in politische Spitzenämter berufen werden? Wie kann verhindert werden, dass nicht ausreichend befähigte Personen überhaupt in politischen Spitzenämtern verbleiben?
Und daran schließt sich für mich eine weitere hypothetische Frage an: Wo könnte dieses Land stehen, wenn es die Fähigkeit erlangen würde sich konsequent von politischen Versagern und politischen low performer als Mandats- oder Amtsträger zu trennen und es schaffen würde, wieder erstklassige Politiker oder befähigte Personen in politische Spitzenämter zu befördern?
Und indem ich darüber nachdenke, keimt in mir wieder ein Funken von Hoffnung auf für dieses, unser Land!