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Käßmann für Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan

Interview Käßmann für Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan

Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann setzt sich für den baldigen Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan ein – möchte aber nichts überhasten.

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EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann

Quelle: lni

Frau Bischöfin, Weihnachten 2009: In Afghanistan herrscht Krieg, und die Bundeswehr steckt mittendrin. Beunruhigt Sie das nicht?

Das beunruhigt mich schon. Zunächst ist es jedoch ein Realitätsgewinn, wenn mittlerweile auch die deutsche Regierung einräumt, dass deutsche Soldaten in einen Krieg verstrickt sind. Jahrelang wurde verdrängt, was tatsächlich in Afghanistan geschieht. Da wurde gesagt, dass deutsche Soldaten in erster Linie beim Aufbau helfen. Doch jetzt kommt uns endlich zu Bewusstsein, dass es auch Tote gibt, wenn deutsche Soldaten zu Auseinandersetzungen ins Ausland gehen – und dass im Krieg auch immer Zivilisten zu Opfern werden.

Kann die Kirche, die sich auf einen friedlichen Herrn beruft, so etwas hinnehmen?

Nein, weil unsere Kirche sagt: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein. Das war 1948 in Amsterdam beim ersten Treffen des Ökumenischen Rates der Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg der entscheidende Satz. Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen. Deshalb, denke ich, muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie.

Was heißt Exit-Strategie?

Möglichst bald sollten die deutschen Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden. Allerdings kann der Rückzug nicht völlig überhastet stattfinden, weil man jetzt über die akut eingetretene Situation in Kundus erschrocken ist, sondern es muss über eine ruhige und geordnete Form des Rückzugs nachgedacht werden. Reden müssen wir aber auch über die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Deutschland nach den USA und Großbritannien die drittstärkste externe Militärmacht ist im Rahmen der Eingreiftruppe Isaf.

Es gibt aber auch Militärexperten, die sagen, die Taliban greifen schließlich deutsche Soldaten an, weshalb Deutschland – statt über Abzug zu reden – über eine verschärfte Kriegsführung nachdenken müsste. Was sagt die Kirche zu derlei Argumenten?

Ich frage dagegen: Mit welchem Ziel? Was ist das eigentliche Ziel des deutschen Einsatzes in Afghanistan? Das bleibt doch die entscheidende Frage. Unser Eindruck ist, dass der Vorrang für zivile Konfliktbewältigung, die wir als Kirchen immer wieder eingefordert haben, letztendlich nicht umgesetzt wird. Es ist wieder einmal das Militärische, das den Vorrang bekommt – das ist doch zum Verzweifeln. Wir erleben erneut, dass alle anderen Mittel, einen solchen Konflikt zu beenden, in den Hintergrund treten.

Welche Mittel meinen Sie?

Friedenssicherung ohne Waffen, etwa durch Mediation, durch Unterbrechen der Finanzströme durch eine Beendigung des Waffen- und Drogenhandels, der den Terror finanziert. Mir geht es darum, dass wir endlich auch Wege debattieren und finanzieren, wie Frieden ohne Waffen geschaffen werden kann. Da gibt es positive Beispiele, die aber von der Weltöffentlichkeit überhaupt nicht wahrgenommen werden.

An welche denken Sie?

Im Rahmen des Projektes Weltethos gibt es eine Studie von Markus Weingardt unter dem Titel „Religion, Macht, Frieden“. Die zeigt an 44 internationalen Konflikten auf, wie religiös motivierte Akteure in Konfliktsituationen vermitteln, neues Vertrauen bringen, zwischen Konfliktparteien hin und her pendeln und tatsächlich dazu beitragen, dass ein Konflikt gewaltfrei beigelegt wird. Das muss endlich ernsthaft versucht werden! Es war ein katholischer Bischof, der letzten Endes den Durchbruch zum Frieden in Ost-Timor möglich gemacht hat.

Meinen Sie, man kann einen radikalen Talibankämpfer durch Friedensgesten besänftigen?

Natürlich ist es leicht zu sagen, mit einem Talibankämpfer kann man nicht verhandeln, und dann alle weiteren Versuche einfach zu unterlassen. Aber die Geschichte bisheriger Afghanistan-Interventionen zeigt, dass dieses Land allein mit Waffen auch nicht zu „befrieden“ ist. Sie können Terror letztlich nicht mit Waffen besiegen, aber Sie können Finanzierungsquellen unterbinden und Gespräche wagen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für einen friedlichen Neuanfang können Sie ohnehin nur mit friedlichen Mitteln herstellen.

Können Sie den deutschen Oberst Klein verstehen, der offenbar die Tanklaster bombardieren ließ, weil er einen Angriff auf sein Bundeswehrlager fürchtete?

Ich maße mir in keiner Weise an, darüber zu urteilen. Ich kenne mich in militärischen Strukturen nicht aus. Und ich will es auch gar nicht beurteilen. Es gibt in der evangelischen Kirche aber eine Verantwortungsethik, und da muss Oberst Klein, soweit ich das gelesen habe, für sich eine verantwortliche Entscheidung getroffen haben. Evangelische Verantwortungsethik heißt auch, dass man im Nachhinein vielleicht erkennen muss, es war eine falsche Entscheidung, aber ich habe die Entscheidung so bewusst getroffen. Schuldig kann ich auch werden, wenn ich nicht handele.

Können Sie sich vorstellen, dass der Oberst jetzt Seelenqualen erleidet?

Ich kann mir vorstellen, dass das unendlich belastend ist für das persönliche Gewissen. Erstens, so eine Entscheidung zu treffen, und dann die Konsequenzen zu ziehen.

Die Kirche hat ja auch Militärseelsorger in Afghanistan. Müsste man die, um als Kirche ein Zeichen zu setzen, jetzt nicht sofort abziehen?

Mir ist wichtig, dass die Pastorinnen und Pastoren, die Auslandseinsätze begleiten, Seelsorger für die Soldaten sind. Das heißt: Hier wird kein Krieg abgesegnet, sondern es werden Menschen begleitet. Das haben wir auch mit den Militärseelsorgern so besprochen. Ich gehöre zu denen, die große Mühe haben zu akzeptieren, dass deutsche Soldaten außerhalb des Landes, der Nato, eingesetzt werden. Aber ich stehe dazu, dass unsere evangelische Kirche sagt, wir begleiten die Menschen und lassen sie auch dort nicht allein.

Lassen Sie uns noch über ein anderes Thema reden. Rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2009 tritt der Göttinger Theologe und Bibelkritiker Gerd Lüdemann auf den Plan und erklärt die Weihnachtsgeschichte als „heilige Lüge“: Jesus sei in Nazareth geboren und nicht in Bethlehem, auch habe es keine reichsweite Schätzung unter Kaiser Augustus gegeben, viele Details der Lukas-Geschichte stimmten nicht?

Ich möchte zuallererst sagen, Herr Lüdemann widerlegt meinen Glauben nicht. Mir ist wichtig, dass wir begreifen, dass Lukas, aber auch Matthäus, die Geburtsgeschichten Jesu von Ostern her geschrieben haben.

Was heißt das?

Also: Die Jüngerinnen und Jünger, die ersten Christen, haben erlebt und wahrgenommen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dass der Tod als Grenze von Jesus überschritten wurde. Das ist ja der Beginn der Kirche. Und von daher wird die Geburt des Gottessohnes interessant.

Aber dann sollte der Geburtsort doch historisch stimmen?

Die Geburt an sich ist unbestritten. Der Geburtsort, den wir im Lukas-Evangelium finden, ist einer, der von den prophetischen Vorhersagen interessant wird. Schon die hebräische Bibel, das Alte Testament, gibt Hinweise darauf, dass Bethlehem der Ort ist, wo der Messias geboren wird. Und für Christen ist Jesus der Messias, der Heiland. Die Fakten der Lukas-Geschichte sind für mich nicht das Entscheidende, sondern die Umstände der Geburt dieses Mannes, der gekreuzigt wurde und den Tod überwunden hat. Und ich finde die Lukas-Erzählung großartig, weil sie genau das deutlich macht: Gott kommt in diese Welt in Armut, nicht in Glamour. Unser Gottesbild ist nicht das Gottesbild eines reichen Herrschers, der über allem steht, sondern der sich in die Niedrigkeit dieser Welt begibt, bis hin zu Wehen und Schwangerschaft und der Erfahrung von Elend. Das ist die Essenz.

In der Schweiz hat es eine Volksabstimmung gegen Minarette gegeben. Können Sie sich so etwas auch in Deutschland vorstellen?

Ich fürchte, wenn es in Deutschland ein Volksbegehren gäbe, könnte nicht klar gesagt werden, wie es ausgeht, weil es doch eine zunehmende Angst vor Islamismus gibt. Aber diese Angst verkennt, dass es auch einen Islam beziehungsweise muslimischen Glauben mitten in unserem Land gibt, der die Menschenrechte bewusst bejaht. 85 Prozent der Muslime sind noch nicht mal organisiert in muslimischen Vereinigungen. Ich wünsche mir eine Koalition der Besonnenen. Und der Menschen, die dankbar sind, dass wir hier ein Grundrecht haben von Religionsfreiheit. Diese Freiheit wünsche ich mir aber für alle Menschen weltweit – und da sind Christen die am meisten unterdrückte Religionsgemeinschaft. Das nehmen viele hier gar nicht wahr.

Wie verbringen Sie selbst Weihnachten?

Zu Hause in Hannover, meine vier Töchter kommen. Erster Gottesdienst 16.30 Uhr, da kommen meine Töchter auch. Zweiter um 18 Uhr, da kochen sie.

Was?

Wahrscheinlich gibt es Raclette. Nicht so viel Kochen, mehr Zeit miteinander, das ist mir wichtig.

Interview: Michael B. Berger

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Weihnachtspredigt in der Marktkirche
„Wir brauchen Menschen, die ein mutiges Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren.“

Mut für Gerechtigkeit und Frieden: Eindringliche Worte fand Margot Käßmann, die Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), in der Marktkirche in Hannover. Die Landesbischöfin sprach sich auch gegen persönlichen Egoismus und für den Klimaschutz aus.

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  • AFG Andreas – 13.01.10 Ich sehe dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen. EInerseits bin ich dafür, dass Deutschland komplett aus Afghanistan abbrückt weil es einfach nicht unser Krieg ist. Wir haben versucht zu helfen aber irgendwann ist einfach Schluss. Wir sind unschuldig und haben schon so viele Soldaten verloren.
    Andererseits ist es meiner Meinung nahc so, dass wenn wir abziehen, sich die Lage in Afghanistan nie beruhigt.
  • Käßmann Fritz Katzfuß – 06.01.10 Frau Käßmann hat meine Unterstützung. Der Krieg war und ist nicht zu rechtfertigen. Der ganze Krieg gegen den Terror geht immer mehr nach hinten los. Warum? Weil alle Worte des zivilen Aufbaus etc. nur leere Phrasen sind und die steuerzahlende Bevölkerung vom Militär systematisch über die Mißerfolge belogen wird. Im Irak scheint es einigermaßen zu funktionieren? Aber wir müssen allen irakischen Christen Asyl geben, das hat die NATO vollbracht. Aber das ist nicht das Schlimmste. Bald ist der ganze Raum von Israel bis Indien von der NATO besetzt... und es wird immer mehr Terroranschläge geben. Am Ende haben haben wir einen richtig heftigen Krieg, den wir mal wieder verlieren.
  • Abzug aus Afghanistan Klaus Falk – 03.01.10 Es ist schon auffällig, das sich die Kritiker von Frau Käßmann hier meist nur mit Pseudonym zu Wort melden.
    Fehlt Euch das Rückrat für Eure Meinung auch öffentlich einzustehen. In Afghanistan wird nicht erst seit 8 Jahren Krieg geführt und auch die Natotruppen werden diesen Konflikt nicht militärisch lösen können. Seit Jahren wird von Seiten der Friedensbewegung angemahnt, das mehr in die zivile Entwicklung Afghanistans investiert werden muss. Seit Jahren das gleiche Resultat 100 Milliarden für den Krieg und 10 Milliarden für den Aufbau des Landes, von dem ein grosser Teil auch noch in die Taschen der korrupten Regierung Karsai fliessen. Ein Konzept für den friedlichen Aufbau des Landes haben die Militärs bis heute nicht - war ja auch nie Bestandteil ihrer Ausbildung. Frau Käßmann hat das ausgesprochen, was 2/3 der Bevölkerung in allen Umfragen immer wieder erklärt haben, das die Soldaten aus Afghanistan abziehen sollen. Soldaten sind nicht Lösung sondern Teil des Problems. Das man mit den Taliban als politischer Kraft im Lande verhandeln muss, daran kommt niemand vorbei. In Nordirland würden immer noch Bomben fliegen, wenn sich IRA und UDF nicht an einen Tisch gesetzt hätten, an dem sie heute gemeinsam regieren.
  • Käßmann für Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan Klaus Weber – 29.12.09 Kommentar wurde von HAZ.de gelöscht. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen unter www.haz.de/Nutzungsbedingungen.
  • Abzug aus AFG Klara – 26.12.09 Vielen Dank Fr.Bischöfin Käßmann!

    Ich wünschte mir von meiner (noch) Kirche endlich mal eine ähnliche klare Stellungnahme bzw. Forderung.
    Lieber Erzbischof Zöllitsch wann hören wir Katholen was von Ihnen??
  • Frau Bischöfin Käßmann zum Afhganisatan Einsatz KORBI – 26.12.09 Frau Bischöfin Käßmann muss man erst mal erklären, dass Religion inzwischen als heilbar gilt. Frau Käßman wäre Hitler also auch friedlich begegnet und hätte keinesfalle einen Krieg gegen ihn gedultet. Auch auf den Völkermord auf dem Balkan und in Ruanda hätte sie nicht eingegriffen. Und zur Waffenproduktion. Sie weiß schon, dass wir der drittgrößte Exporteur sind oder? Jettz soll sie sich aber auch eindeutig erklärten, ein Christ, schon gar kein evangelischer darf Soldat werden, denn er müsste ja töten. Sofort Rückzug alles Mitlitärgeistliche. Sie soll auch kein Geld mehr von diesem Staat annehmen, in BW 100 Millione pro Jahr, Religionsunterricht, Universitäten und dann die vieln Zuschüsse zur Kirchenbauten und Restaurierungen, zu den kirchlichen Kindergärten und Schulen, das muss alles weg. Und sie soll endlich zustimmen, dass bei der Diakonie keine Hungerlöhnen mehr gezahlt werden und sich nicht gegen einen Mindestlohn im Pflegebereich wehren. Sonst bleibt sie komplett unglaubwürdig.
  • @Dandy@Gauthier H&T – 26.12.09 Selbst ein Kopfschütteln würde bei solch einer Meinung von Ihnen nicht ausreichen. Der nächste Gutmensch, der in Afghanistan oder Pakistan ausgebildet wurde und einen Gürtel mit Sprengstoff am Körper trägt, versucht Ihr dann immer noch mit Verständnis und Überzeugung von seinem tödlichen Vorhaben abzubringen. In welch einer Welt lebt Ihr eigentlich? Nehmt einmal die Realitäten zur Kenntnis!
  • nie wieder Krieg Gauthier – 26.12.09 Der Aufschrei nie wieder Krieg, als Lehre aus den vergangenen zwei Weltkriegen ist verklungen und
    vergessen. Dem G... Mammon weiterhin blindlings frönend rennt die Menschheit mit dem Motto, Krieg
    für den Frieden ungestüm weiter.
  • Truppenabzug jetzt! rabe – 26.12.09 Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungen.
  • Wenn ich wie Sie Dandy – 26.12.09 damit mein Geld verdienen würde, müsste ich das sicherlich genauso sehen. Es ändert aber auch nichts an der Mehrheitsmeinung der deutschen Bevölkerung.
  • @ Dandy Oberst D. Keilpflug – 26.12.09 Ihre Einschätzung entspricht nicht den wirklichen Gegebenheiten hier in Afghanistan. Es kommt nämlich immer darauf an mit wem sie sprechen. Ihre Einschätzung zeigt nur Ihre völlige Ahnungslosigkeit.
  • längst als Besatzung empfunden Dandy – 25.12.09 @Oberst D. Keilpflug

    Lieber Herr Oberst,
    dann fragen Sie mal die Afghanen. Von denen wird die Anwesenheit deutscher Truppen längst als Besatzung empfunden. Anders als unsere Kanzlerin (mit Stasi Vergangenheit) immer behauptet
  • => Stier Tullius Destructivus – 25.12.09 Lieber Stier, mach dir bitte die Mühe, die Aussagen von Ulrich Delius und ihre Tragweite zumindest im Ansatz zu verstehen! Da steckt viel hinter, während du dich nur über irgendeine Begrifflichkeit empörst.
  • Forderung von Rueckzug von Kaessmann aus der Politik R. Siemon – 25.12.09 Was masst sich Frau Kaessmann hier an?
    Eine gewaehlte Rot-Gruene Regierung hat den Afghanistan-Einsatz beschlossen, eine gewaehlte Schwarz-Gelbe Regierung setzt das fort - und eine vom Souveraen (dem Waehler) nicht legitimierte Frau erhebt "Forderungen" ???
    Fuer Populismus, Frau Kaessmann, gibt es schon genug Akteure !
  • @ Ulrich Delius Stier – 25.12.09 Die beabsichtigte Vernichtung von Menschen als „tragischen Luftangriff“ zu bezeichnen, macht deutlich, welche Ideologie die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ verfolgt. Zu den deutschen Friedensfreunden zählt sie sich offenbar nicht, sonst würde Ulrich Delius nicht von „Davonstehlen“ sprechen, wenn es um die Beendigung eines Konflikts geht. Diesen Konflikt gäbe es nicht, wäre der Westen nicht einem George W. Bush blindlings gefolgt. Missionarischer Eifer war noch nie ein probates Mittel. Die Afghanen werden mit ihren Problemen allein fertig, wenn wir sie endlich in Ruhe ließen.
  • Käßmanns Forderung nach Afghanistan Abzug Ulrich Delius – 25.12.09 Die Afghanen fragen nicht, ob es einen gerechten Krieg gibt, sondern was aus ihnen wird, wenn die Bundeswehr abzieht. Ob dann wie in den 90er-Jahren zehntausende Menschen bei Machtkämpfen von Kriegsfürsten sterben? Das sind die Ängste, die Afghanen bewegen. Die ISAF sollte Demokratie schützen und fördern, stattdessen kooperiert sie mit Warlords und schaut weg, wenn Menschen aus politischen Gründen ermordet oder vertrieben werden. Europa hat seine Schulaufgaben nicht gemacht: Es hat versagt beim zugesagten Aufbau einer unabhängigen Justiz, demokratischer Staatsstrukturen sowie einer effektiven Polizei und Armee. Sich nun davonzustehlen mag deutsche Friedensfreunde und Politiker erfreuen, aber nicht die Afghanen. Nicht der tragische Luftangriff von Kundus ist der größte Skandal, sondern dass niemand in Deutschland darüber redet, warum Europa in Afghanistan nicht seine Schulaufgaben macht. Ob es daran liegt, dass sich hier niemand für Afghanistan interessiert, sondern nur für das Pro und Contra Bundeswehr und für parteipolitische Profilierung?

    Ulrich Delius, Gesellschaft für bedrohte Völker
  • Relevanzfrage Tullius Desctructivus – 24.12.09 Mal im Ernst: was Frau Käßmann über den Afghanistaneinsatz denkt ist genau so relevant oder irrelevant wie die Meinung von Michael Sommer, Theo Zwanziger oder Johannes Kerner zum gleichen Thema. Der Kontakt zwischen Madsack und der EKD-Spitze scheint ja intensiv zu sein.
  • @Werner Meier@Emily H&T – 24.12.09 Käßmann (Afghanistan)

    Bei allem Verständnis für Ihre Äüßerungen, in der Schule wären Ihre Beiträge mit einer glatten fünf bewertet worden, da hier schlicht und einfach THEMAVERFEHLUNG vorliegt.
  • @Werner Meier@Emily Käßmann (Afghanistan) – 24.12.09 Bei allem Verständnis für Ihre Äüßerungen, in der Schule wären Ihre Beiträge mit einer glatten fünf bewertet worden, da hier schlicht und einfach THEMAVERFEHLUNG vorliegt.
  • @ H&T Werner Meier – 24.12.09 "weil Kirche ja keine Soldaten in Uniform trauen wollte"..
    Als nächstes wären die Bäcker gekommen um in ihrer Arbeitskleidung zu heiraten, dann die Schlachtermeister...
    Alle sollen in normalen Klamotten heiraten und nicht einige wenige bevorzugt werden, nur weil sie Staatsbürger in Uniform sind...
    Vor Gott sind alle gleich, daher sollte auch alle gleich angezogen sein ohne Privilegierung bitte.
  • @ Dandy Oberst D. Keilpflug – 24.12.09 Der Vergleich hinkt und humpelt. Die Soviets haben das Land seinerzeit besetzt entgegen allen Regeln des Völkerrechts, um geopolitisch näher am Iran und Irak zu sein.
    Die Armeen der Länder, die im Auftrag der Vereinten Nationen dort sind, führen keinen völkerrechtswidrigen Krieg dort, sondern unterstützen die dortige Regierung beim Aufbau des Landes nach Jahren des Bürgerkrieges. Leider sehen das die Religionsfaschisten anders und greifen mit kriegerischen Mitteln die Truppen an. Ein Krieg findet dort nicht statt, sondern eine bewaffnete Auseinandersetzung mit Terroristen, die das Land und seine Bevölkerungsmehrheit wieder einmal unterdrücken möchten.
    Frau Merkel hat also keinen Grund, Äpfel mit Birnen gleichzusetzen wie Sie es hier fordern, da Ihre Prämissen schlicht nicht stimmen.
  • schon die Russen gescheitert... Dandy – 24.12.09 Man kann es nicht oft genug sagen: In
    Afghanistan sind schon die Russen gescheitert. Mit ganz andereren Methoden wohlgemerkt. Unsere Bundeskanzlerin, als geborene DDR Bürgerin, müsste das eigentlich wissen.Dafür müsste Sie ihre DDR Vergangenheit aber aufhören zu verdrängen. Diese Krieg ist nicht zu gewinnen !
  • @ HT Emiliy – 24.12.09 Deine Fragen sind berechtigt. Allerdings müsstest du dann auch die Konsequenz erwähnen die solch moralische Wertung von Kriegseinsätzen mit sich bringt.

    Das würde bedeutet, die Budneswehr rückt Anfang nächsten jahres in Saudi-Arabien, Jemen, Oman, Pakistan, Indonesien, Sudan, Sri Lanka, Kuwait, Sierra Leone, Somalia oder auch in den Iran ein. Natürlich alles im namen des "Friedens"

    Wenn man also deinen Gedanken der "moralischen Kriegsführung" zu Ende denkt erahlten wir letztendlich reinen Moral-Terror.

    Aber sollen USA und EU sich doch als "Bewaffneter Arm der heilsarmee" oder als "Befreier der Menscheit" aufspielen, wenn sie in einem weitestgehend entvölkertem Land Maßstäbe durchsetzen wollen, deren Durchsetzung sie anderer Orts in keinerlei Hinsicht interessiert.

    Der gebetsmühlenartig vorgebrachte Verweis auf die Moral dieser Mission blendet die Bürger nur über das katastrophale Scheitern hinweg
  • Käßmann H&T – 24.12.09 Frau Bischöfin meint in dem Interview, "Ich maße mir in keiner Weise an, darüber zu urteilen". Dann soll sie es doch lassen ! Weiterhin meint sie, "schuldig werden kann ich auch, wenn ich nicht handele". Soll die zivilisierte Weltgemeinschaft etwa zuschauen, wenn Frauen unterdrückt und im Haus eingeschlossen werden ? Sollen wir zusehen, wie Kinder in einem Steinzeitislamismus erzogen werden ? Sollen wir nicht die Ausbildung von gewaltbereiten Islamisten nach Möglichkeit unterbinden ? Allah möge verhüten, dass Attentäter sich in Kirchen verirren, wenn aber doch, kann Frau Bischöfin mit ihnen ja über den rechten Weg diskutieren und ihnen erklären, wie Christen - die sie vorgibt zu vertreten - über den militanten Islam denken.
    Ich bin wirklich erstaunt, wie Frau Käßmann glaubt, sich selbst in einer höheren Ebene zu sehen. Wäre ich nicht schon vor Jahren aus dieser Kirche ausgetreten (..weil Kirche ja keine Soldaten in Uniform trauen wollte), dieses wäre der richte Zeitpunkt !
  • Kirche? Teufelszeug! ExPräsident – 24.12.09 Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • Bravo Margot! Stier – 24.12.09 Kommissköppe sind unbelehrbar. Für manche Redaktionsstube besteht indessen Hoffnung.
  • Nette Worte Arthur – 24.12.09 "[...]weil unsere Kirche sagt: Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein[...]"

    Daher auch regelmäßig Gottes Segen für die Kriegstruppe der 1. Panzerdivision???

    Es ist doch ein Allgemeinplatz, dass die Bundeswehr dort nicht 150 Jahre bleibt. Ein "Wir fordern den baldigen Abzug" ist daher nichts als Floskelei wenn keine e c h t e n Alternativen geboten werden außer dem blutigen Waffengang

    Ein frohes Fest all denen die christliche Werte noch leben
  • Unhistorisch Kaplan – 24.12.09 Warum lernt Frau Käßmann nicht aus der Geschichte? Sie ist doch eine intelligente Frau.
    Schon am Beispiel des bristischen Premierministern Chamberlain kann man sehen, dass eine Appeasementpolitik dann nicht funktioniert und man nicht in Frieden leben kann, wenn es den lieben "Nachbarn" nicht gefällt.
    Der Krieg geht nicht von deutschen Soldaten aus ( eigentlich auch mal schön :D), sondern von Religionsfaschisten, die die Mehrheit der Bevölkerung unterdrücken will.
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