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Deutschland / Welt Kavanaugh sagt vor dem Senats-Ausschuss aus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kavanaugh sagt vor dem Senats-Ausschuss aus
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09:01 28.09.2018
Brett Kavanaugh wird vor seiner Aussage eingeschworen. Quelle: Saul Loeb/Pool Image via AP
Washington

Brett Kavanaugh geht gleich zu Beginn seiner Anhörung gleich in die Offensive, betont in seiner Erklärung seine Unschuld. Allerdings hat sein Auftritt etwas latent Aggressives. Gleich zu Beginn schürt er Verschwörungstheorien und kritisiert den Senat sowie „die Linke“ in den USA. „Ein demokratischer Senator hat mich als ,böse’ bezeichnet – ,böse’, was für ein Wort!“ Es ginge darum, ihn „hochgehen zu lassen und runterzuziehen“.

Alles sei eine politische Verabredung. „Als die Aussage passte, wurde das Statement von Frau Ford gegen ihren Willen hervorgezerrt. Das ganze war eine zweiwöchige politische Kampagne mit Million-Finanzierung linker Gruppen. Dies ist ein Zirkus. Es ist eine geplante Hinrichtung meines Charakters. Das zerstört meine Familie und meinen guten Namen.“ Auch Kavanaugh stockt mehrfach die Stimme, ihm kommen die Tränen und er atmet tief durch, schweigt einige Momente.

Es könne zwar sein, dass man ihn nicht nominiert, aber er werde niemals aufgeben oder von seiner Kandidatur zurücktreten. „Ich bin unschuldig.“

„Ich hatte keinerlei physische oder sexuelle Begegnung mit Dr. Ford.“ Kavanaugh betonte mehrfach, dass die beste Freundin von Professor Ford, die auch auf der Party gewesen sein soll, ausgesagt habe, sie sei ihm, Kavanaugh, nie begegnet. Zudem präsentierte Kavanaugh Kalendereinträge aus dem Jahr 1982, die er aufbewahrt hat. Die Kalender würden ihn ebenfalls entlasten, da er dort auch Tagebuch geführt und seine Termine gewissenhaft ein- und auch ausgetragen habe. Eine Party habe da nicht stattgefunden. Er habe gern mal ein Bier getrunken und tue das bis heute. „Wenn jeder Amerikaner, der gern mal was trinkt, deswegen wegen sexueller Übergriffe angeklagt würde, wäre das ein Desaster für das Land.“

Und weiter: „Ich hatte weder während meiner Highschool-Zeit noch eine längere Zeit danach Geschlechtsverkehr oder etwas in der Art. Ich war scheu.“ Kavanaugh berichtet, er habe viele Unterstützer-Briefe von ehemaligen Mitschülerinnen und Kommilitonen erhalten. „Ich danke all meinen Freunden, ich liebe all meine Freunde.“

Kavanaugh erwähnt, dass er leidenschaftlich gern als Basketball-Coach für die Teams seiner Töchter fungiere. „Dank dem, was einige von Ihnen hier losgetreten haben, kann es sein, dass ich das nie mehr werde tun dürfen. Ich schwöre unter Eid und bei Gott vor diesem Ausschuss und der Nation: Ich bin unschuldig.“

Die Befragung beginnt

Staatsanwältin Mitchell klärt auch Kavanaugh über das Prozedere auf. Die Befragung beginnt und Kavanaugh verteidigt sich offensiv. Als Dianne Feinstein ihm vorhält, dass das FBI keine der Zeugenaussagen untersucht habe, entgegnet er, „Sie interviewen mich jetzt. Die Zeugenaussagen sind eine Farce.“ Auf die Frage der Staatsanwältin, was „zu viele Biere bedeute“, sagt er: „Ich weiß es nicht.“ Ob er jemals einen Filmriss gehabt habe? „Nein“. Aber eingeschlafen sei er schon mal nach dem Trinken. Er bestreitet alle Fragen über Details, die Professor Ford von dem Vorfall geschildert hat, mit „Nein“. „Haben Sie jemals Dr. Ford den Mund zugehalten?“ „Nein“.

Kavanaugh reagiert weiter abweisend auf die meisten Fragen, mal aggressiv, mal emotional. Er wehrt sich allerdings energisch gegen eine FBI-Untersuchung – mit der Begründung „ich bin unschuldig“. Das FBI ziehe keine Schlüsse, sondern ermittle nur, so Kavanaugh. Die Fragen werden zusehends kleinteilig. Es geht um Trinkspiele, pubertäre Einträge in Kavanaughs Schul-Jahrbuch. Auch dabei reagiert Kavanaugh häufig gereizt.

Die Anhörung wird sich bis in die Nacht hinziehen. Wir berichten morgen früh weiter.

Von RND/dk

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