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Der Außenminister in Brüssel

Kein „Welpenschutz“ für Westerwelle


Guido Westerwelle ist kaum im Amt, schon steht er im europäischen Rampenlicht: „Muss ein deutscher Außenminister Englisch können“, lautet am Donnerstag die wichtigste Frage am Rande des EU-Gipfels in Brüssel.
Kein Welpenschutz für Westerwelle: Der neue deutsche Außenminister wird beim EU-Gipfel in Brüssel kritisch beäugt.

Kein Welpenschutz für Westerwelle: Der neue deutsche Außenminister wird beim EU-Gipfel in Brüssel kritisch beäugt.

Westerwelles Weigerung, einem BBC-Reporter nach der Bundestagwahl in Englisch zu antworten, hat sich schnell in Europa herumgesprochen. Entsprechend wird der „Neue“ in Brüssel beäugt, schließlich gibt es auf dem glatten europäischen Parkett „keinen Welpenschutz“.

Von deutschen EU-Diplomaten wird versucht, das Thema klein zu halten. Westerwelle werde sich „schnell in seine Aufgaben einarbeiten“, heißt es übereinstimmend in Berlin und Brüssel. Erst am Morgen hatte der FDP-Politiker in der deutschen Hauptstadt sein neues Amt angetreten, das schon liberale Größen wie Walter Scheel und Hans-Dietrich Genscher sah. „Genscher konnte zu Beginn seiner Karriere auch kaum Englisch“, wird Neugierigen gern in Erinnerung gerufen. Und dennoch sei er ein „politisches Schwergewicht“ geworden.

Dieses indirekte Lob kann Westerwelle nicht hören, er hat bei seiner ersten Auslandsreise einen prall gefüllten Terminkalender. In Europas Hauptstadt Brüssel trifft er den EU-Außenbeauftragten Javier Solana, die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und seinen schwedischen Amtskollegen Carl Bildt. Die Top-Themen von Afghanistan bis weltweite Klimarettung werden auf Englisch gemeistert. Von einem Tritt ins Fettnäpfchen wird nichts bekannt.

Dann kommt die „ganz große Politik“ - der Auftritt beim EU-Gipfel. Es ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Westerwelle kurz vor 17 Uhr den Weg in EU-Ratsgebäude zeigt. „Wir fahren als neue Regierung zum ersten Mal zu einem Europäischen Rat“, stellt Merkel mütterlich ihren Vizekanzler der Presse vor. Im Konferenzsaal folgen kurze Gespräche mit verschiedenen Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, allen voran der französische Präsident Nicolas Sarkozy. Wieder übernimmt Merkel die Vorstellung.

Westerwelle hält sich auffallend zurück und lächelt viel. Offiziell sagt er nur, er freue sich, in Brüssel gleich am ersten Tag seiner Amtszeit so viele Amtskollegen auf einmal kennenzulernen. Das sei eine „glückliche Fügung“. Dafür erntet er Respekt der anderen Außenministern und erhält unerwarteten Beistand. Ob Westerwelle nicht besser daran täte, erst einmal Englisch zu lernen, wollen Journalisten von Italiens redegewandtem Außenminister Franco Frattini wissen. Nein, lautet die Antwort. Er habe mit seinem deutschen Kollegen schon gesprochen - und zwar „im fließenden Englisch“.

ddp

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  • Westerwelle tolking inklish losse – 30.10.09
    Goggle, gibt dir recht, Talby. Versuch´s mal unter "Westerwelle Talking English"
    Herrlich! Heinrich Lübke, meinte: "hi hät gold in his mauß"
    Aber lass man, der packt das noch. Und das Wichtige macht die Merkel schon allein. Lächeln und Schnauze halten, genügt fürs Erste.
  • Was soll das Ganze eigentlich? Talby – 30.10.09
    Westerwelle hat den englischsprachigen Reporter, der ohne Deutschkenntnisse nach Deutschland geschickt wurde, an die Gepflogenheit erinnert, daß Fragen auf Pressekonferenzen grundsätzlich in der Landessprache zu stellen sind. Ihm daraus den Strick zu drehen, er könne gar kein Englisch, ist nicht nur am Thema vorbei, sondern im Grunde widerwärtig.
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