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Argentinien steht vor der Staatspleite

Keine Einigung mit Hedgefonds Argentinien steht vor der Staatspleite

Argentinien steht vor der Staatspleite. Nach erfolglosen Gesprächen mit US-Hedgefonds ist auch eine letzte Frist am Donnerstagmorgen abgelaufen.

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Das Leben in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires wird nach dem Scheitern im Streit mit Hedgefonds und der nun drohenden Staatspleite nicht einfacher.

Quelle: dpa

New York. Im Schuldenstreit zwischen Argentinien und US-Hedgefonds hat sich wenige Stunden nach dem Scheitern der Gespräche auch das letzte Zeitfenster für eine Verhandlungslösung geschlossen. Die Frist lief am Donnerstag in New York um Mitternacht (6 Uhr MESZ) aus. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits vor Fristablauf die Kreditwürdigkeit Argentiniens auf das Niveau eines "teilweisen Zahlungsausfalls (Selective Default)" zurückgestuft.

Es wurde erwartet, dass auch die Agenturen Fitch und Moody's dem Schritt folgen und das südamerikanische Land auf Default setzen. Allerdings handelt es sich dabei eher um eine technische Einstufung, die aber den Zugang Argentiniens zu den Kapitalmärkten erschweren dürfte. Die Auswirkungen auf das öffentliche Leben in dem Land werden als begrenzt eingeschätzt.

Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof betonte, im Falle Argentiniens könne nicht von Zahlungsausfall gesprochen werden, da das Land seinen Schuldenverpflichtungen nachkomme. Die Gespräche in New York waren gescheitert, weil nach Worten Kicillofs die "Geier-Fonds" das Angebot für einen Beitritt zu den Schuldenschnitt-Vereinbarungen von 2005 und 2010 ablehnten und auf die volle Auszahlung beharrten.

dpa

Darum geht es

Argentinien und die Hedgefonds, die sich nicht am Schuldenschnitt beteiligt haben, streiten über die Rückzahlung alter Anleiheschulden plus Zinsen. Solange Argentinien den Fonds NML Capital und Aurelius Forderungen über 1,5 Milliarden Dollar nicht bezahlt, darf es laut einem Richterspruch auch andere Anleihen nicht bedienen.

Argentinien will mit seiner harten Haltung gegenüber den Hedgefonds weit Schlimmeres vermeiden. Denn wenn Buenos Aires in dem Streit nachgeben und die Forderung in voller Höhe begleichen würde, sieht sich Argentinien durch Vertragsklauseln verpflichtet, der übergroßen Mehrheit der Gläubiger dieselben Konditionen einzuräumen. Damit würden bis zu dreistellige Milliardenbeträge fällig und die Vereinbarungen für den Schuldenschnitt aus den Jahren 2005 und 2010 faktisch hinfällig. „Das kann nicht sein“, betonte Kicillof. „Das wäre ein Horror für die Argentinier.“

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