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Kelly setzt auf enge Zusammenarbeit mit Trump

US-Diplomatie Kelly setzt auf enge Zusammenarbeit mit Trump

Die außenpolitischen Differenzen zwischen John Kelly und Donald Trump scheinen unüberbrückbar. Von Rücktritt war gar die Rede. Doch der Stabschef des Weißen Hauses setzt weiter auf eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Präsident, wie er bei einer Pressekonferenz beteuerte – allerdings nicht ganz ohne Seitenhiebe.

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Skeptischer Blick: John Kelly, Stabschef im Weißen Haus, will entgegen aller Rücktrittsgerüchte weiter mit Trump zusammenarbeiten.

Quelle: imago

Washington. John Kelly erteilte den Washingtoner Journalisten am Donnerstag eine düstere Lehrstunde über Diplomatie und Militär. Der Stabschef des Weißen Hauses wollte sich in der Pressekonferenz eigentlich auf einige wenige grundlegende Aussagen zur Regierungsarbeit beschränken und lediglich zu den Spekulationen Stellung nehmen, er habe sich mit dem Präsidenten überworfen und wolle nun aus dem Amt scheiden.

Doch Kelly versicherte einmal mehr, dass er mit Donald Trump – trotz aller Turbulenzen – eng zusammenarbeiten würde und keineswegs über einen Rücktritt nachdenke. Während die allgemeine Aufmerksamkeit der heiklen Personalie galt, erinnerte der frühere General ganz nebenbei an einige Grundsätze, die in der Ära Trump aufhorchen lassen. Auf die Frage, welche Gedanken ihn nachts manchmal schlecht schlafen lassen, antwortete der 67-Jährige: „Die gute Nachricht ist, dass wir ein sehr professionelles Außenministerium haben, das sich rund um die Uhr weltweit um die Diplomatie kümmert.“ Dann aber folgte eine seltsame Bemerkung: „Als wir noch Uniformen trugen, sagten Jim Mattis und ich des öfteren: Wenn die Regierung das Außenministerium finanziell nicht ordentlich ausstattet, sollte sie uns mehr Waffen kaufen.“

Wir mögen es nicht, wenn ...

Und nur wenige Minuten später fügte Kelly hinzu: „Wir mögen es nicht, wenn sich die Dinge auf der Welt so schnell ins Militärische entwickeln, aber es bleibt immer eine Option.“ Im übrigen sei es beruhigend zu wissen, dass das amerikanische Militär auf der gesamten Welt eine abschreckende Wirkung besitze.

Worauf Kelly seine allgemein gehaltenden Bemerkungen bezog, wollte er zunächst nicht sagen. Aber die Parallelen zu Trumps ersten Entscheidungen sind auffällig: Gleich zu Beginn seiner Amtszeit gab der Präsident bekannt, den Etat des Außenministeriums trotz aller Proteste drastisch zu kürzen und auch die Zahl der Diplomaten deutlich zu reduzieren. Im Gegenzug will der „Commander in Chief“ den ohnehin schon hohen Militäretat um weitere 54 Milliarden Dollar erhöhen – ganz so, wie er es bereits im Wahlkampf angekündigt hatte.

Sorge vor militärischen Optionen

Dass der Präsident eine Vorliebe fürs Militär und den martialischen Auftritt pflegt, war schon mehrfach zu beobachten. Erst vor wenigen Tagen, als mehrere hochrangige Offiziere des Pentagons zur Strategiegesprächen im Weißen Haus zu Gast waren, zeigte Trump auf die Soldaten und sagte zu den umstehenden Journalisten: „Vielleicht ist das die Ruhe vor dem Sturm?“

Für Aufsehen sorgen vor allem aber die Bemerkungen zu Nordkorea. Während seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York drohte Trump mit der vollständigen Zerstörung des Landes, sollte die Führung in Pjöngjang einen Angriff auf Amerika oder seine Verbündeten wagen. Und per Twitter ließ er vor wenigen Tagen seine Anhänger wissen: „Wir müssen tun, was getan werden muss.“

Was von diesen Anspielungen und Drohungen zu halten ist, lässt sich nur schwer abschätzen. Aber in Washington wächst die Sorge, dass militärische Optionen zu schnell auf dem Tisch liegen.

Von Stefan Koch/RND

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