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Kiew will russische Hilfsgüter nicht durchlassen

Ukraine-Konflikt Kiew will russische Hilfsgüter nicht durchlassen

Russland sendet 2000 Tonnen Medikamente und andere Hilfsgüter in das ukrainische Krisengebiet. Doch was geschieht, wenn sie dort ankommen, ist ungewiss: Kiew will den Konvoi nicht über die Grenze lassen.

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Ukrainische Soldaten in der Nähe von Donezk.

Quelle: EPA/Roman Pilipey/dpa

Moskau/Donezk. Nach internationaler Zustimmung für eine Hilfsaktion für die umkämpfte Ostukraine hat Russland 280 Lastwagen mit dringend benötigten Gütern auf den Weg geschickt. Der Konvoi bringe Medikamente, Nahrungsmittel und Schlafsäcke für die Menschen im Krisengebiet, berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag. Die Regierung in Kiew wehrte sich gegen die rasch auf den Weg geschickte Kolonne. „Wir werden keinen russischen Konvoi auf ukrainisches Staatsgebiet lassen“, sagte der Vizechef der Präsidialverwaltung in Kiew, Waleri Tschaly.

In einer langen Schlange verließen die weißen Lastwagen mit einer roten Moskauer Stadtfahne die russische Hauptstadt. Es handele sich um 2000 Tonnen Hilfsgüter, die Bürger in Moskau und im Umland gesammelt hätten, hieß es in dem Bericht.

Die von der EU und den USA unterstützte Führung in Kiew hatte am Montag betont, dass eine Hilfsmission nur unter dem Dach des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zulässig sei. Tschaly forderte, die komplette Ladung sollte an der Grenze auf Lastwagen des Roten Kreuzes umgepackt werden. Er ließ dabei offen, wie die Hilfsorganisation so schnell ausreichende Transportmittel in der Region bereitstellen soll.

Die Lage in der ostukrainischen Großstadt Lugansk gilt als besonders dramatisch. Der Ort ist seit Tagen von der Wasser- und der Stromversorgung abgeschnitten. In dem Hilfskonvoi aus Russland waren auch 69 Stromgeneratoren, wie russische Medien berichteten.

Der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma teilte in Kiew mit, der Konvoi solle die Grenze bei der ostukrainischen Stadt Charkow überqueren und von dort aus weiter nach Lugansk fahren. Humanitäre Hilfe werde auch von der EU und den USA geliefert, sagte er. „Wichtig ist die Verteilung dieser Hilfsgüter. Besonders Krankenhäuser, Kindergärten, Internate und notleidende Menschen sollten sie erhalten. Aber die Kämpfer dürfen kein einziges Gramm bekommen“, sagte Kutschma.

Die ukrainische Armee eroberte unterdessen eine wichtige Verbindungsstraße zwischen Gorlowka und Donezk. „Das Militär setzt dort Artillerie und Luftwaffe ein“, sagte der Armeeexperte Dmitri Tymtschuk in Kiew. Auf beiden Seiten habe es Tote und Verletzte gegeben. Die prorussischen Aufständischen bestätigten den Geländegewinn der Regierungstruppen in der Region.

Beide Seiten berichteten auch von schweren Kämpfen um die Ortschaft Miussinsk nahe Lugansk. Die Armee kontrolliere dort weiter die Hauptverbindungswege, sagte Tymtschuk. Ebenso umkämpft sei Ilowaisk südöstlich der Separatistenhochburg Donezk, die ebenfalls unter Beschuss stand.

Malaysische Experten sollen nun erneut die Absturzstelle des mutmaßlich abgeschossenen Passagierflugzeugs MH17 in der Ostukraine untersuchen. Die Oberste Rada in Kiew nahm ein entsprechendes Abkommen zwischen Malaysia und der Ukraine am Dienstag mit 311 Stimmen an. Damit können sich die Spezialisten aus dem asiatischen Land den Experten aus den Niederlanden und Australien anschließen, die das Unglück vom 17. Juli untersuchen. An Bord der Maschine der Malaysia Airlines waren 298 Menschen, alle kamen ums Leben.

dpa

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