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Kinder ziehen in den Krieg der Islamisten

Deutsche bei „IS“ Kinder ziehen in den Krieg der Islamisten

Bund und Länder arbeiten an einem Maßnahmenkatalog gegen aus Deutschland stammende Angehörige der Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“. Untersucht werde, ob und wie Mitgliedern der Terrormiliz, die über einen deutschen Pass verfügen, die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt werden könne.

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Durch die Kämpfe sind immer mehr Menschen auf der Flucht.

Quelle: dpa

Berlin/Hannover. Unter den deutschen Kämpfern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ sind nach Angaben des Verfassungsschutzes immer mehr junge Menschen. „Nach unseren Erkenntnissen sind mindestens 24 Minderjährige nach Syrien und in den Irak ausgereist“, sagte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen in einem Interview. „Der Jüngste war 13 Jahre alt.“

Die Rekrutierung junger Kämpfer durch radikale Salafisten könne kaum unterbunden werden, sagte Maaßen. Diese angeworbenen jungen Leute seien verblendet und wüssten gar nicht, was auf sie zukomme. Fünf Jugendliche seien inzwischen mit Kampferfahrungen nach Deutschland zurückgekehrt. „Ein großer Teil verfügte über einen Migrationshintergrund, viele hatten keinen festen Halt in der deutschen Gesellschaft.“

Bund und Länder arbeiten mit Hochdruck an einem Maßnahmenkatalog gegen aus Deutschland stammende Angehörige der Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“. Dabei würden auch Gesetzesverschärfungen erwogen, sagte CDU-Vizechef Thomas Strobl der „Welt am Sonntag“. Untersucht werde etwa, ob und wie Mitgliedern der Terrormiliz, die über einen deutschen Pass verfügen, die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt werden könne. „Gegen den IS müssen wir mit aller Härte vorgehen und an die Grenze dessen gehen, was rechtlich möglich ist“, sagte Strobl. Von einem Passentzug und dem automatischen Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft für IS-Kämpfer erhofft sich der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), eine „enorme präventive Wirkung“.

Niedersachsen kündigte an, zügig eine Beratungsstelle zur Islamismus-Prävention einzurichten. „Ich gehe davon aus, dass wir Anfang nächsten Jahres feste Organisationsstrukturen haben werden“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) der HAZ. An eine solche Einrichtung sollen sich Menschen wenden können, die Sorge haben, dass Angehörige oder Bekannte in den Islamismus abgleiten. Rundt sagte weiter, die Anlaufstelle könne nur gemeinsam mit muslimischen Verbänden aufgebaut werden. Eltern betroffener Jugendlicher sollten sich dort melden können „ohne die Sorge, sofort mit dem Verfassungsschutz zu tun zu bekommen.“

■ Geiseln befreit: 49 türkische Geiseln, die sich seit der Erstürmung des türkischen Konsulats im irakischen Mossul in der Gewalt von IS-Kämpfern befanden, sind wieder frei. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sprach etwas vage von einer nächtlichen „Rettungsoperation“ seines Geheimdienstes.

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