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Knüppel-Attacke auf Bürgermeister

Anschlag in Oersdorf Knüppel-Attacke auf Bürgermeister

Morddrohungen ist Joachim Krebschull, Bürgermeister von Oersdorf, gewohnt. Für seine Pläne, Flüchtlinge in der Gemeinde unterzubringen, steht er in der Kritik. Nun wurde der 61-Jährige hinterrücks attackiert. Die Spur führt ins rechtsradikale Milieu.

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Quelle: dpa

Oersdorf. Vermutlich aus Fremdenfeindlichkeit ist der Bürgermeister einer kleinen norddeutschen Gemeinde niedergeschlagen worden. Unmittelbar vor einer Sitzung des Bauausschusses von Oersdorf nördlich von Hamburg hat ein noch Unbekannter dem 61-jährigen Joachim Krebschull aufgelauert. Der Täter habe dem Bürgermeister von hinten mit einem Knüppel oder einem Kantholz auf den Kopf geschlagen, berichtete ein Polizeisprecher. Der Bürgermeister verlor das Bewusstsein. Der Unbekannte konnte fliehen. Bei der Ausschusssitzung am Donnerstagabend sollte es auch um die Unterbringung von Flüchtlingen gehen.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Beamten waren nur 60 Meter entfernt, als der Bürgermeister niedergeknüppelt wurde. Die Polizisten fahndeten sofort nach dem Täter – ohne Erfolg. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Der Bürgermeister war am Donnerstagabend kurz vor 19 Uhr zur Sitzung des Bauausschusses zum Gemeindehaus gefahren und hatte am Tagungsort festgestellt, dass er seinen Laptop vergessen hatte. Er fuhr zurück, holte das Gerät, fand aber keinen Parkplatz in der Nähe. Nach Informationen von KN-online parkte er dann 60 Meter entfernt beim Feuerwehrhaus. Die Gegend dort ist schlecht beleuchtet. Das berichteten die „ Kieler Nachrichten“.

Wurde hinterrücks attackiert

Wurde hinterrücks attackiert: Bürgermeister Joachim Krebschull.

Quelle: Oersdorf

Alles deutet also auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund hin. Der Bürgermeister hatte noch Glück im Unglück, kam mit leichten Verletzungen davon. Er konnte bereits vernommen werden. Die Ermittlungen liefen mit Hochdruck. Der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz des Landes Schleswig-Holstein ermittelt.

Auf die Attacke folgen weitere Drohungen

Nach der Attacke auf den Bürgermeister hat die Gemeinde eine weitere Drohung per E-Mail erhalten. „Wer jetzt noch immer nicht hören will, wird bestimmt lieber fühlen“, heißt es in einem Schreiben.

Das Schriftstück hat der frühere Bürgermeister Wilfried Mündlein am Freitagmorgen erhalten. „Aus Knüppel wird Hammer, aus Hammer wird Axt“, heißt es darin weiter. Mündlein brachte das Schreiben am Freitag zu einem Treffen mit Innenminister Stefan Studt (SPD). Die Mail stammt von einem österreichischen Provider. Mündlein war von 1994 bis 2013 Bürgermeister in der Gemeinde.

Morddrohungen gegen den Bürgermeister

Noch am Donnerstag hatte der Bürgermeister nach Angaben des Polizeisprechers einen Drohbrief erhalten – mit den Worten: „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und „Oersdorf den Oersdorfern“. Bereits seit Monaten erreichten ihn immer wieder Drohungen. Nach einer früheren Mitteilung der Oersdorfer Wählervereinigung mussten wegen Bombendrohungen zweimal die Sitzungen des Bauausschusses ausfallen.

Polizei muss Ausschusssitzung sichern

Hintergrund der Einschüchterungsversuche ist demnach die Erwägung, Flüchtlinge in ein Haus im Ort einziehen zu lassen. Die Polizei habe die Ausschusssitzung am Donnerstagabend gesichert, berichtete der Sprecher. Der Bürgermeister habe aber etwas abseits geparkt und sei dort attackiert worden.

Auf der Website der Wählervereinigung hieß es vor dem Vorfall bereits, Oersdorf habe nicht in gutem Sinne von sich reden gemacht. Es habe massive Einschüchterungsversuche gegeben, weil der Ausschuss einen Beschluss zur Unterbringung von Asylbewerbern fassen wollte.

Von RND/dpa/Günter Schellhase

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