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Köhler: "Angriffe waren ungeheuerlich"

Rücktritt des Bundespräsidenten Köhler: "Angriffe waren ungeheuerlich"

Horst Köhler hat seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten in einem Zeitungsinterview verteidigt. Die Angriffe auf ihn wegen seiner Äußerungen über sicherheitspolitische Interessen Deutschlands seien ungeheuerlich gewesen.

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Horst Köhler bei seiner Rücktrittsrede am 31.5.2010 im Schloss Bellevue.

Quelle: dpa

Horst Köhler hat seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten erneut verteidigt. Seinen damaligen plötzlichen Entschluss begründete er mit Angriffen auf sich und sein damaliges Amt. „Ich bin zurückgetreten, um Schaden vom Amt abzuwenden. Die Angriffe auf mich im Zusammenhang mit meinen Äußerungen über sicherheitspolitische Interessen Deutschlands waren ungeheuerlich und durch nichts gerechtfertigt“, sagte Köhler ein Jahr nach seinem Rücktritt in einem am Mittwoch veröffentlichten Gespräch mit der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Er fügte hinzu: „Es war die Rede von der Befürwortung von Wirtschaftskriegen und möglichem Verfassungsbruch. (...) Kann man einem Bundespräsidenten angesichts der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts Schlimmeres vorwerfen?“

Köhler kritisierte den Umgang mit dem damaligen Interview: „Meine Äußerungen wurden im Vorfeld der Diskussion um die Verlängerung des Afghanistanmandats der Bundeswehr bewusst missverstanden und für parteipolitische - auch innerparteiliche - Ziele instrumentalisiert.“ Es sei ihm „um Respekt und Wahrhaftigkeit in der politischen Kultur unseres Landes“ gegangen.

"Ich bin mit mir im Reinen"

Köhler unterstrich, er habe sich nie in das Amt des Bundespräsidenten gedrängt. „Ich habe mich für das Amt des Bundespräsidenten in die Pflicht nehmen lassen. Die Anfrage schmeichelte mir, aber 80 Prozent war Pflichtgefühl. Ich dachte, ich könnte mit meiner beruflichen Erfahrung auch helfen. Ich kannte und akzeptierte aber selbstverständlich das Institutionen- und Machtgefüge unserer Verfassung.“

Seit einem Jahr führe er „wieder ein normales Bürgerleben. Ich bin mit mir im Reinen und genieße manche Dinge, die ich vorher nicht hatte.“ Und: Er wolle in Ruhe seine „Lebensgeschichte“ aufschreiben, sagte Köhler, der derzeit unter anderem eine Honorarprofessur an der Universität Tübingen hat.

dpa

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