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Kölns Polizeichef Wolfgang Albers muss gehen

Übergriffe in der Silvesternacht Kölns Polizeichef Wolfgang Albers muss gehen

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) zieht die Notbremse und versetzt den Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand. Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht war Albers in die Kritik geraten.

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Nach den Übergriffen auf Frauen am Kölner Hauptbahnhof war der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers in die Kriitk geraten.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Köln. "Meine Entscheidung ist jetzt notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen – auch mit Blick auf die anstehenden Großveranstaltungen", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Er habe Albers am Freitag in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er ihn in den einstweiligen Ruhestand versetze. Dieser habe "großes Verständnis" für die Entscheidung aufgebracht.

Vorwürfe gegen den Polizeipräsident

Zuletzt waren zunehmend Rücktrittsforderungen gegen Albers laut geworden. Unter anderem war Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker deutlich auf Distanz gegangen. Dem Polizeipräsidenten wurde unter anderem vorgeworfen, die Öffentlichkeit nach den Übergriffen nicht rechtzeitig informiert zu haben und Informationen unter anderem über die Herkunft der Verdächtigen zurückgehalten zu haben.

Die Polizei habe nun die Aufgabe, die Vorfälle in der Silvesternacht vollständig aufzuarbeiten "und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", betonte Jäger in der Mitteilung. "Die Menschen wollen zu Recht wissen, was in dieser Silvesternacht passiert ist, wer die Täter sind und wie solche Vorfälle zukünftig verhindert werden können."

"Polizisten haben Kritik nicht verdient"

Albers zeigte Verständnis für seinen Rauswurf. Die öffentliche Debatte um ihn und sein Verhalten nach den chaotischen Szenen könne die Arbeit der Polizei erschweren und verzögern. "Deshalb verstehe ich die heutige Entscheidung von NRW-Innenminister Ralf Jäger", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme von Albers. "Es geht darum, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen."

Der 60-Jährige stärkte seinen Polizisten den Rücken: "Ich akzeptiere es, dass in der aktuellen Diskussion die Polizeiführung und damit auch zuallererst meine Person ins Zentrum der Kritik geraten sind", sagte er. "Aber die Polizistinnen und Polizisten, die in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof im Dienst waren, haben diese Kritik nicht verdient."

Albers rechtfertig sich

Aus einer Gruppe von 1000 Männern heraus hatten sich in der Silvesternacht kleinere Gruppen gebildet, die Frauen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen haben sollen. Der Polizeieinsatz war von vielen Seiten scharf kritisiert worden, unter anderem von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Informationen über den Einsatzablauf kamen nur stückchenweise ans Licht.

Am Freitag hatte sich Albers noch gegen die Vorwürfe gewehrt, er habe nach den Übergriffen an Silvester die Herkunft von Verdächtigen verschwiegen. Er habe mehrfach öffentlich betont, dass es während des Einsatzes Personenkontrollen gegeben habe, teilte er mit.

Reker ging auf Distanz

"Ich habe immer wieder verdeutlicht, dass sich viele der von diesen Maßnahmen Betroffenen mit vom 'Bundesamt für Migration und Flüchtlinge' ausgestellten Dokumenten auswiesen." Gleichzeitig habe er stets darauf hingewiesen, dass die kontrollierten Männer nicht zwangsläufig auch zu den Tätern gehörten. "Mir vorzuwerfen, dass ich die Herkunft von Tatverdächtigen verschleiert hätte, ist daher vollkommen abstrus."

Trotzdem hatte sich Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker von Albers distanziert. Die ihr von der Polizeiführung geschilderten Fakten gäben nicht das vollständige Bild der Einsatznacht wieder, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der parteilosen Oberbürgermeisterin. "Insofern ist mit meinem heutigen Kenntnisstand das Vertrauensverhältnis zur Kölner Polizeiführung erheblich erschüttert."

dpa

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