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Trump surft weiter auf der Anti-Clinton-Welle

Kommentar zur TV-Debatte Trump surft weiter auf der Anti-Clinton-Welle

Das Leiden der republikanischen Parteiführung ist so schnell nicht beendet. Allem Anschein nach will Donald Trump seine Kampagne fortsetzen – mag da kommen was will.

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Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump während des zweiten TV-Duells in St. Louis.

Quelle: Robyn Beck/afp

All die konservativen Gouverneure, Senatoren und Abgeordneten, die am Wochenende auf ein zügiges Ende der Kandidatur des schillernden Multimilliardärs gesetzt hatten, sehen sich getäuscht.

Entgegen aller Erwartungen gelingt es dem "Front Runner" tatsächlich, in der politischen Arena wieder Fuß zu fassen. Nachdem der frühere Reality-TV-Star in den ersten zwanzig Minuten der Debatte in Missouri für seine vulgären Äußerungen und Beleidigungen scharf angegriffen wurde, ging Trump für mehr als eine Stunde in die Offensive über. Kaum eine Kritik, die in den vergangenen Monaten an seiner Mitbewerberin geäußert wurde, blieb unerwähnt.

Hillary Clinton parierte die Attacken mit demonstrativer Gelassenheit, ließ aber jegliche Leidenschaft vermissen. Ihre Erklärungen und Gegenangriffe wirken eher wie gut einstudierte Bühnenauftritte.

Das Video, das am Wochenende die US-Republikaner in eine Schockstarre versetzte, ist nach dem gestrigen Streitgespräch sicherlich nicht vergessen. Aber dem Seiteneinsteiger gelingt es einmal mehr, die Stimmungslage zumindest teilweise zu drehen: Seine engsten Gesinnungsgenossen dürften sich diebisch freuen, da er vor einem Millionenpublikum an die privaten Verfehlungen von Hillary Clintons Ehemann Bill erinnert und in aller Ernsthaftigkeit fordert, seine Mitbewerberin ins Gefängnis zu werfen. Seriöse politische Beobachter mögen sich entsetzt von der Debatte abwenden und die mitunter wirren Aussagen des 70-Jährigen beklagen. So lange Trump aber auf dieser aggressiven Anti-Clinton-Welle surft, bleibt ihm seine eigene Anhängerschaft treu - ganz gleich, welche Fehltritte von ihm noch bekannt werden.

An einer wesentlichen Aufgabe dürfte Trump allerdings scheitern: Mit seinen streckenweise abwegigen Thesen erschließt sich der Spitzenkandidat wohl kaum neue Wählerschichten. In der zweiten TV-Debatte dieser Kampagne mag er den Schaden der vergangenen Tage ein klein wenig begrenzt haben. Eine ernsthafte Aussicht auf einen Sieg im Rennen um das Weiße Haus besitzt der Geschäftsmann zurzeit allerdings nicht. Amerika steht vor weiteren vier quälenden Wochen.

Von Stefan Koch

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