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Afghhanistan-Strategie

Konferenz einig über Aussteigerprogramm für Taliban


In den vergangenen neun Jahren hat es die internationale Gemeinschaft trotz des Einsatzes von inzwischen rund 100 000 Soldaten nicht geschafft, in Afghanistan für sichere Verhältnisse zu sorgen. Jetzt soll eine neue Strategie die Wende bringen.
In der Pflicht: Afghanistans Präsident Hamid Karsai in London.

In der Pflicht: Afghanistans Präsident Hamid Karsai in London.

© dpa

2009 erreichte die Zahl der Anschläge in Afhganistan einen neuen Höchststand. Eine neue Strategie, die auf der Afghanistan-Konferenz am Donnerstag in London beschlossen wurde, soll nun die Wende bringen: statt ergebnisloser Militäreinsätze verstärkte Anstrengungen bei der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte, mehr ziviler Aufbau, ein Versöhnungsprogramm für friedensbereite Taliban-Kämpfer und vor allem mehr afghanische Selbstverantwortung.

In London gab es zu diesem neuen strategischen Ansatz bei den Außenministern und anderen Vertretern von rund 70 Staaten und internationalen Organisationen in den Kernpunkten breite Übereinstimmung. Afghanistans Präsident Hamid Karsai sagte zu, in den kommenden zwei bis drei Jahren die Sicherheitsverantwortung in weiten Teilen des Landes zu übernehmen. Innerhalb von fünf Jahren soll dieser Prozess abgeschlossen werden. Das würde die an der internationalen Isaf-Truppe beteiligten Staaten dem Ziel näher bringen, ihre Soldaten wieder nach Hause zu holen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle wertet die Londoner Konferenz als strategischen Neuanfang in den Bemühungen um das kriegsgeplagte Land. „London ist eine wirklich wichtige Weichenstellung, vielleicht ist es der Wendepunkt“, sagte Westerwelle. Auch die afghanische Regierung werde nicht aus der Verantwortung entlassen, sondern habe sich im Gegenteil konkrete Selbstverpflichtungen auferlegt, sagte der Minister. Dabei gehe es vor allem um die gute Regierungsführung und den Kampf gegen die Korruption. Die Übergabe der Verantwortung sei an Bedingungen geknüpft. „Wir haben konkrete Unterstützung zugesagt, aber keinen Blankoscheck ausgestellt“, erklärte Westerwelle.

Der Außenminister macht den Erfolg des geplanten Aussteigerprogramms für Taliban in Afghanistan von weltweiter Unterstützung abhängig. Wenn die gesamte Völkergemeinschaft diesen Strategiewechsel unterstütze, könne er gelingen. „Dann haben wir auch eine richtig faire Chance“, sagte Westerwelle. Er wies Kritik der Deutschen Polizeigewerkschaft zurück, die Arbeit deutscher Ausbilder mit angehenden afghanischen Polizisten beschränke sich auf einen „Crashkurs“. „Es geht zunächst darum, dass eine erste eigene, selbsttragende Sicherheit in Afghanistan möglich wird, und deshalb setzen wir auf die Ausbildung“, sagte der Außenminister. Künftig sollen 200 deutsche Polizisten afghanische Sicherheitskräfte schulen.

Benno König

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  • Eine Chance für den Frieden! Bürger – 29.01.10
    Da lobe ich mir auch Aussagen von Verteitigungsminister zu Guttenberg, der in einem Interview, obwohl erst kurz im Amt, auch „Fehleinschätzungen offen einräumt“ hat. Auch das er zugibt, dass „Erfolg in Afghanistan niemals allein militärisch hergestellt werden kann. Das „selbsttragende Strukturen, die so sicher sind, das von Afghanistan keine Gefährdung für die internationale Gemeinschaft mehr ausgeht. Was in den letzten acht Jahren militärisch wie zivil erreicht wurde, ist in Teilen zu Recht auf Kritik gestoßen. Aus diesen Fehlern hat man gelernt. Deshalb gibt es diesen bemerkenswerten Strategiewechsel.“(Ende des Zitats). Man muss als Bürger schon einmal sagen dürfen, dass alle diejenigen, die in der Vergangenheit Verantwortung für den deutschen Einsatz getragen haben, zumindest jetzt einmal ganz still sein sollten. Konstruktive Lösungen sind gefragt, auch im Sinne der deutschen Soldaten. Hier ist zunächst ein strategischer Neuanfang gemacht worden, der längst überfällig war. P.S.: Taliban kündigen Friedensverhandlungen in Kabul an???
  • Nee ! Ragin – 29.01.10
    Kein deutsches Steuergeld mehr für Afghanistan.

    Dieses ist besser aufgehoben in bundesdeutschen Sozialeinrichtungen für Jung & Alt.

    Außerdem wir nicht mehr eingesehen das die Deutschen sich weiter und tiefer verschulden für Afghanistan.

    Die sollen selbst klarkommen, was interessierts uns.

    Außerdem paßt eine Schablone westlichen Musters nicht als Gesellschaftsmodell für Afghanistan, das hat die Vergangenheit gezeigt.

    Der Westen versucht eine Welt zu definieren, die so fremd und anders ist als das er sie verstehen kann.

    Insofern kein deutsches Blut mehr für Afghanistan und auch keine finanziellen Mittel mehr.
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