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Kraftfahrtbundesamt stellt VW ein Ultimatum

Umrüstung der VW-Diesel Kraftfahrtbundesamt stellt VW ein Ultimatum

Im Skandal um manipulierte Abgastests bei Volkswagen erhöhen die Behörden den Druck auf den Wolfsburger Autobauer. Das Kraftfahrtbundesamt hat VW aufgefordert, bis zum 7. Oktober einen verbindlichen Zeitplan vorzulegen, bis wann die Fahrzeuge auch ohne Manipulationssoftware die Abgas-Verordnung einhalten können. 

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VW will schnell Abhilfe schaffen. „Es läuft auf eine Rückrufaktion hinaus, die für den Kunden kostenlos sein wird“, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag.

Quelle: dpa

Wolfsburg. Es müsse sichergestellt werden, dass die Fahrzeuge „mit dem jeweiligen genehmigten Typ in Übereinstimmung gebracht werden“, hieß es Medienberichten zufolge in dem Schreiben an Volkswagen. Sollte der Konzern die Aufforderung nicht beachten, könnten die Typengenehmigungen der Wagen entzogen werden. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft oder bewegt werden. VW hat sich zu Nachbesserung bereit erklärt. Druck kommt auch aus dem Ausland: In der Schweiz und Belgien wird der Verkauf der fraglichen Autos mit dem Motortyp EA 189 – 1,6- und 2,0-Liter-TDI, die bis 2014 gebaut wurden – gestoppt, Italien kündigte eigene Messungen an.

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) hat indes einen „Brandbrief“ an die Vorstände aller großen Autobauer verschick. „Bitte bestätigen Sie mir, dass die von Ihnen produzierten und vertriebenen Fahrzeuge nicht nur im vorgeschriebenen Testzyklus, sondern auch im realen Fahrbetrieb die gesetzlich normierten Grenzwerte einhalten“, heißt es laut „Hamburger Abendblatt“ in dem Schreiben. Indirekt drohte Kerstan mit verkehrsbeschränkenden Maßnahmen, falls die Unternehmen nicht kooperieren.

Sein niedersächsischer Parteifreund Stefan Wenzel forderte eine stärkere Betonung des Umweltschutzes bei VW. Der Konzern solle einen Umweltvorstand mit weitreichenden Kompetenzen berufen, sagte der Umweltminister der HAZ. Volkswagen müsse „künftig in jeder Klasse das umweltfreundlichste Auto der Welt anbieten – ohne Tricks und Täuschung“. Die Grenzwerte müssten in der Praxis auch tatsächlich durchgesetzt werden. Zunehmende Kritik gibt es auch an der Bundesregierung. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte in der „Welt“: „Die Bundesregierung hätte Hinweisen auf Manipulationen bei der Motorsteuerung längst nachgehen und genauer hinschauen müssen.“ Sein Bundesland habe sich früh gefragt, „warum im Ballungsraum Stuttgart die Belastung mit Feinstaub und Stickoxiden jenseits aller Grenzwerte liegt, obwohl die Autos doch angeblich immer besser werden.“

VW will schnell Abhilfe schaffen. „Es läuft auf eine Rückrufaktion hinaus, die für den Kunden kostenlos sein wird“, sagte ein Konzernsprecher am Sonntag. In der kommenden Woche wolle VW erste Erkenntnisse präsentieren. Die umstrittene Software müsse mit einem Update „in den Zustand versetzt werden, dass sie der Gesetzgebung entspricht“, sagte der Sprecher. „Die meisten Fahrzeuge werden mit einem solchen Update den Regularien entsprechen.“ Ob weitere Änderungen vorgenommen werden müssten, kläre man gerade. „Sollten wir mehr machen müssen als ein Software-Update, werden wir das machen.“ Betroffen sind weltweit elf Millionen Fahrzeuge verschiedener Konzernmarken, davon 2,8 Millionen in Deutschland.

von Michael B. Berger und Holger Göpel

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