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Kranker Chávez regiert Venezuela derzeit über Twitter

Krebstherapie Kranker Chávez regiert Venezuela derzeit über Twitter

Die Chemotherapie von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez in Kuba weckt in seiner Heimat Zweifel. Wird er auch 2012 zur Wahl antreten können? "El Comandante" gibt sich kämpferisch und regiert sein Land weiter – über Twitter.

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Der krebskranke Präsident unterrichtet seine 1,8 Millionen Follower im Netz nahezu täglich aus Havanna.

Quelle: dpa

Hugo Chávez regiert Venezuela derzeit über den Kurznachrichtendienst Twitter, könnte man fast meinen. Der krebskranke Präsident unterrichtet seine 1,8 Millionen "Follower" im Netz nahezu täglich aus Havanna: über Details, Besucher und gewonnenes Terrain in seiner "Schlacht ums Leben". "Viviremos y Venceremos!" - "Wir werden leben und wir werden siegen", lauten oft die Schlussworte seiner Meldungen. Doch wissen die Venezolaner nicht, ob Chávez sich wie in den vergangenen Wahlen mit alle Macht und voller Kraft in die aufreibende Kampagne stürzen kann. Diese Antwort kann nur die Zeit geben.

Der seit 1999 regierende linke Staatschef gibt sich von Havanna aus kämpferisch. Der erste Zyklus der Chemotherapie sei erfolgreich abgeschlossen. "Jetzt bereiten wir uns auf den zweiten von mehreren Zyklen vor, um das Übel endgültig zu besiegen und jegliches Risiko maligner Zellen zu eliminieren in diesem Körper, der am 28. Juli 57 Jahre alt wird", versicherte er knapp eine Woche vor seinem Geburtstag in einem Telefoninterview. Immer wieder gibt es Gerüchte über den Krankheitsverlauf. Bislang teilte Chávez nicht mit, an welcher Krebsart er genau erkrankt ist. Doch er blickt hoffnungsvoll in die Zukunft: "Wir nehmen Kurs auf einen großen (Wahl-)Sieg 2012 und eine neue Regierungsperiode 2013-2019."

Auch die Vereinigte Sozialistische Partei machte klar, dass eine Wahl ohne Chávez nicht vorstellbar sei und es wegen der Erkrankung keine Nachfolgedebatte gebe. "Die einzige Nachfolge, die wir haben, ist die vom Kapitalismus zum Sozialismus. Die Leute wissen, Chávez ist unser Kandidat für 2012. Plan B ist Chávez. Plan C auch", formulierte Parteisprecher Aristóbulo Istúriz. Die vom Journalisten Miguel Salazar herausgegebene venezolanische Wochenzeitung "Las Verdades de Miguel" sieht hingegen durch den Gesundheitszustand des Staatschefs das Wahlpanorama 2012 radikal verändert. "Sowohl die Organisationen, die seine Wiederwahl stützen, als auch die Opposition sind im Schock. Niemand hat diese Umstände erwartet. Venezuela ... wartet auf eine Lösung, die niemand vorherzusagen wagt", hieß es in einem Kommentar. Es sei nicht "abwegig" in dieser Situation zu behaupten, Chávez werde "der große Abwesende" bei der nächsten Wahl sein.

Aktuell aber ist Chávez von Havanna aus sehr präsent und vermutlich der aktivste "Twitter-Präsident" Lateinamerikas. Nahezu täglich kommuniziert er über den Blog "@chavezcandanga". "Das ist eine neue Form ein Land zu regieren", sagt der Präsident des in Washington sitzenden Thinktanks "Inter-American Dialogue", Michael Shifter, der Nachrichtenagentur dpa. "Das ist eine Mischung zwischen dem alten (personenzentrierten) Caudillismo-Modell und einer neuen Technologie und dem sozialen Netzwerk."

dpa

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