Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Kriegsverbrecher Hadzic auf dem Weg zum UN-Tribunal
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Kriegsverbrecher Hadzic auf dem Weg zum UN-Tribunal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:30 22.07.2011
Der mutmaßliche Kriegsverbrecher Goran Hadzic bei seiner Verhaftung. Quelle: dpa
Anzeige
Belgrad

Serbien hat seinen letzten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Goran Hadzic an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert. Zwei Tage nach seiner Festnahme wurde der 52-Jährige am Freitag abgeschoben. Ein Flugzeug startete in Belgrad, um ihn in die Niederlande zu bringen. Hadzic werden Mord, Folter und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des kroatischen Bürgerkriegs (1991-1995) vorgeworfen. Der frühere Führer der serbischen Minderheit in Kroatien war am Mittwoch nach jahrelanger Flucht verhaftet worden.

Hadzic war Präsident der sogenannten Serbischen Krajina gewesen, dem von Kroatien abgefallenen Gebiet der serbischen Minderheit. Er soll unter anderem für eines der schwersten Kriegsverbrechen im kroatischen Bürgerkrieg verantwortlich sein. Dabei waren im ostkroatischen Vukovar im November 1991 mehr als 200 Kroaten ermordet worden. Alles in allem soll Hadzic mehrere hundert Menschenleben auf dem Gewissen haben, auch den Tod von Frauen und alten Menschen.

Festnahme in einem Wald

Die kroatische Armee hatte am Ende des Krieges die Krajina zurückerobert. Mehr als 200.000 Serben wurden damals vertrieben.

Agenten des Geheimdienstes BIA hatten den 52-Jährigen in einem Wald nordwestlich von Belgrad festgenommen. Die Verhaftung von Hadzic war eine Bedingung der EU für eine weitere Annäherung Serbiens an Brüssel. Jetzt hofft Belgrad, bis zum Jahresende zum offiziellen EU-Beitrittskandidaten ernannt zu werden. Erst vor wenigen Wochen war der berüchtigte Serben-General Ratko Mladic verhaftet und ans UN-Kriegsverbrechertribunal nach Den Haag ausgeliefert worden.

Nach Recherchen der heimischen Zeitungen hatte sich Hadzic auf frühere Geheimdienstmitarbeiter als Helfershelfer gestützt. Daneben sollen ihm Geistliche der serbisch-orthodoxen Kirche geholfen haben.

jhe/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ostafrika steht vor einer gewaltigen Hungerkatastrophe. Die Bundesregierung hatte ihre Soforthilfe bereits vor wenigen Tagen erhöht und prüft nun erneut eine Aufstockung des Budgets. Unterdessen kritisieret die Deutsche Welthungerhilfe die Zögerlichkeit der internationalen Gemeinschaft.

22.07.2011

China, die Weltwirtschaftsmacht, möchte im Ausland nicht mehr wegen seiner Menschenrechtsverletzungen kritisiert werden. Doch ausgerechnet gegenüber dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), demonstrierte Peking nun, wie unangepasste Intellektuelle in der Volksrepublik derzeit mundtot gemacht werden.

04.07.2012

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten haben bei ihrem Sondergipfel einen Durchbruch in der Schuldenkrise erzielt. Mit einem Bündel an Hilfsmaßnahmen wollen die Euro-Länder Griechenland vor der Pleite retten und eine Ausbreitung der Krise verhindern. An den Kosten der Rettung – Griechenland soll mindestens weitere 120 Milliarden Euro bekommen – will sich erstmals die Finanzbranche beteiligen. In welcher Höhe, war am Donnerstagabend noch nicht absehbar.

21.07.2011
Anzeige