Navigation:
HAZ-Shop AboPlus Online-ServiceCenter
Bundesweite Proteste

Lage an Unis wird sich laut Lehrerverband noch verschärfen


Die Bologna-Reform ist nicht das drängendste Problem an Universitäten - das ist zumindest die Einschätzung des Deutschen Lehrerverbandes. Wegen der doppelten Abiturjahrgänge werde sich die Lage ab 2011 ehrheblich verschärfen.

Am Dienstag protestieren Studenten bundesweit gegen die Folgen des Bologna-Prozesses.

© afp

Von den doppelten Abiturjahrgängen infolge der Schulzeitverkürzung in fast allen Bundesländern werde „das ganze Studiensystem betroffen sein“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus unmittelbar vor dem bundesweiten Aktionstag der Studenten der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagausgabe).

In diese Richtung hätten die protestierenden Studenten überhaupt noch nicht gedacht, unterstrich Kraus. Die Proteste an den Unis richten sich unter anderem gegen die im Zuge der Bologna-Reform geschaffenen Bachelor- und Masterstudiengänge. Kraus machte zugleich Vorbehalte des Lehrerverbandes gegen bestimmte Forderungen der Studenten deutlich. „Was uns nicht behagt, sind die Attacken gegen das gegliederte Schulsystem und die Forderung nach der Einführung einer Gemeinschaftsschule für alle.“ Wegen dieses gravierenden Punktes könne sich der Lehrerverband den Protesten nicht anschließen.

Die Schüler, die sich auf ein Studium vorbereiten, blieben von den aktuellen Protesten aber nicht unberührt, stellte der Verbandspräsident fest. „Durch die Umstellung auf das Bologna-System sind Verunsicherungen unter Schülern und Eltern entstanden. Die Proteste sind dazu angetan, diese Unsicherheiten noch zu vertiefen.“

Verständnis für den Unmut der Studenten äußerte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Dessen Präsident Hans Heinrich Driftmann appellierte in der „Neue Osnabrücker Zeitung“ an die deutschen Hochschulen, „die Probleme ernst zu nehmen“. Die Kultusministerkonferenz habe jüngst eindringlich an die Hochschulen appelliert, die Situation durch eine einheitlichere Anerkennung von Studienleistungen und einen intensiveren Dialog mit den Betrieben zu verbessern. Dies gelte es nun rasch umzusetzen. „Dann ist vieles gewonnen“, sagte der DIHK-Präsident. „Ich habe Verständnis für Forderungen der Studierenden nach leichterem Wechsel zwischen den Hochschulen und mehr Praxisbezug.“

Studenten in ganz Deutschland wollen am Dienstag gegen ihrer Ansicht nach unzureichende Studienbedingungen an den Universitäten demonstrieren. Geplant sind nach Veranstalterangaben Aktionen und Kundgebungen an zahlreichen Hochschulstandorten mit mehreren Zehntausend Teilnehmern. Der bereits im Sommer begonnene „Bildungsstreik“ richtet sich vor allem gegen die Bachelor- und Masterstudiengänge in ihrer derzeitigen Form sowie gegen Studiengebühren. Bereits in der vergangenen Woche waren nach Angaben des studentischen Dachverbandes fzs bundesweit Hörsäle an mehr als 50 Hochschulen besetzt worden.

afp

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
Anzeige

Politik kompakt

Aus meinem Papierkorb

Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.

Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.

Testen Sie Ihr Wissen

Madsack im Gespräch

Das Madsack-Hauptstadtstudio.

Unsere Redakteure im Hauptstadtbüro führen TV-Interviews mit Menschen, die etwas zu sagen haben.

Angst vor Austritt
Foto: Die Angst vor dem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone belastet die europöäische Währung.

Auch an den Devisenmärkten wächst die Sorge um einen möglichen Euroaustritt Griechenlands. Anleger flüchten in sichere Häfen, der Euro geht auf Talfahrt. Wann und wo diese endet, hängt nicht zuletzt vom Ausgang der Wahlen in Griechenland ab - und vom Erfolg der Brandmauern.

Anzeige


Top