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Last-Minute-Angebot für Griechenland

Vermittlungsversuch Last-Minute-Angebot für Griechenland

In der Griechenland-Krise macht Brüssel einen Vermittlungsversuch in letzter Minute. Das Brüsseler Last-Minute-Angebot verlangt dem griechischen Premier Tsipras einiges ab. Ob Tsipras diese Offerte annehmen will, ist offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist skeptisch, dass es zu einer Einigung kommt.

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EU-Kommissionschef Juncker lässt in der eskalierten Athen-Krise nichts unversucht

Quelle: afp

Brüssel. Unmittelbar vor Auslaufen des Rettungsprogramms für Griechenland will Brüssel den Athener Premier Alexis Tsipras in letzter Minute zum Kurswechsel drängen. Falls der Linkspolitiker noch am Dienstag das Angebot der Geldgeber für ein Sparpaket annehme und für ein "Ja" beim Referendum werbe, könnte der Weg für ein weiteres Euro-Finanzministertreffen geebnet werden, hieß es aus EU-Kreisen. Ob Tsipras diese Offerte annehmen will, blieb offen.

Er hat nach Angaben aus griechischen Regierungskreisen am Dienstag mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Mario Draghi und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefoniert. Zum Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Offen war, ob Athen ein Vermittlungsangebot der EU im Streit zwischen Griechenland und den Geldgebern annimmt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht dagegen keine Chancen für eine Einigung mit Griechenland in letzter Minute noch an diesem Dienstag. "Heute Abend, genau 24.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, läuft das Programm aus. Und ich kenne keine belastbaren anderen Hinweise", sagte Merkel am Dienstag in Berlin.

Viele offene Fragen

EU-Diplomaten berichteten, ein Treffen der Eurogruppe mit den Finanzministern sei zur Zeit nicht geplant . Tsipras hatte am Montagabend in einem Interview des staatlichen griechischen Fernsehens erklärt, wenn bei dem Referendum über die Forderungen der internationalen Geldgeber am Sonntag ein "Ja" herauskomme, "bin ich nicht für alle Zeiten Ministerpräsident".

Aus Brüssel hieß es am Dienstag, die geforderte Zusicherung von Tsipras zum Sparpaket müsse an die Präsidenten der EU-Kommission und der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker und Jeroen Dijsselbloem, sowie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Staatspräsidenten François Hollande gehen, hieß es. Die griechischen Regierungsvertreter hatten die Verhandlungen über das Paket am vergangenen Freitag unmittelbar vor der Ankündigung der Volksabstimmung verlassen. Die EU-Institutionen waren von der Referendums-Ankündigung überrascht worden.

Für besondere Verärgerung sorgte die Ansage von Tsipras, seinen Landsleuten eine Ablehnung des Sparpakets zu empfehlen. Juncker hatte am Montag gesagt: "Es ist nicht so, dass wir endgültig in einer Sackgasse feststecken würden. Aber die Zeit wird immer knapper." Der Kommissionschef habe Tsipras telefonisch einen möglichen Ablauf für eine Lösung erläutert, hieß es aus EU-Kreisen. In der Nacht zum Mittwoch läuft das Hilfsprogramm für Griechenland auf europäischer Seite aus. Noch bereitstehende Milliardenhilfen für Athen verfallen deshalb. Die Euro-Finanzminister hatten am vergangenen Samstag beschlossen, dem griechischen Vorschlag einer Verlängerung des Hilfsprogramms über den 30. Juni hinaus nicht zu folgen. Da die Kassen in Athen leer sind, droht die Staatspleite.

Martin Schulz: "Eine Brücke finden"

Offen blieb, wie ein Kompromiss der letzten Minute mit Athen aussehen könnte. Selbst wenn die Eurogruppe noch vor Ende des Hilfsprogramms eine Verlängerung billigen sollte, könnten Parlamente in Eurostaaten - also auch der Deutsche Bundestag - nicht fristgerecht zustimmen.

Insbesondere aus dem Europaparlament steigt der Druck, in der Krise auf europäische Seite zu handeln. Parlamentspräsident Martin Schulz hatte im Namen der Vorsitzenden aller Fraktionen die EU-Staaten aufgefordert, "eine Brücke" zwischen dem Auslaufens des Programms und Sonntagabend zu finden, wenn das Ergebnis der Volksabstimmung feststeht. Einen konkreten Plan dafür legt der SPD-Europapolitiker aber nicht vor.

dpa

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