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9000 Flüchtlingskinder als vermisst geführt

Laut Bundeskriminalamt 9000 Flüchtlingskinder als vermisst geführt

In Deutschland werden laut Bundeskriminalamt (BKA) knapp 9000 junge Flüchtlinge von den Behörden offiziell als vermisst geführt. In vielen Fällen fehlt demnach eine Rückmeldung von Angehörigen.

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Die Zahl vermisster Flüchtlingskinder erscheint hoch, bildet aber nicht unbedingt die Realität ab (Symbolbild).

Quelle: Patrick Pleul

Berlin. Nach BKA-Angaben wies die Statistik zum Stichtag 1. Juli 8991 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als vermisst auf. Anfang des Jahres hatte die Zahl der als vermisst gemeldeten Kinder und Jugendlichen bei 4779 gelegen. Wie die Behörde gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte, besteht bei den genannten Fällen in aller Regel aber kein Verdacht auf ein kriminelles Geschehen. Das zeige auch die Erfahrung der Vergangenheit. "Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor", zitierte die Zeitung dessen Angaben.

Realität wird nicht "eins zu eins" abgebildet

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums basieren die genannten Vermisstenanzeigen auf den Meldepflichten der betreuenden Jugendhilfeeinrichtungen in Fällen, in denen sich junge Flüchtlinge eigenmächtig zu Freunden oder Verwandten aufmachen, ohne dass eine Rückmeldung an die Behörden über deren Ankunft erfolgt. Die Statistik bilde die Realität daher nicht "eins zu eins" ab, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin vor Journalisten.

Auch das BKA betonte laut "NOZ", die minderjährigen Flüchtlinge brächen vielfach auf, um Verwandte oder Bekannte in anderen deutschen Städten oder im europäischen Ausland aufzusuchen. Außerdem gebe es oftmals keine Rückmeldung, wenn die Kinder bei ihren Familien angekommen seien. Hinzu kämen Mehrfachregistrierungen, wenn sich die Jugendlichen an einem anderen Ort wieder meldeten oder wenn es Unklarheiten über die Schreibweise von Namen gebe.

Fahndung nach Vermissten soll verstärkt werden

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, bekräftigte seine Forderung nach stärkeren Aufklärungsbemühungen der Behörden. Auch wenn die Zahlen aufgrund von Mehrfachregistrierungen, Weiterreisen zu Verwandten und Fehlern bei der Datenerfassung niedriger seien, entlasse dass die zuständigen Ämtern keinesfalls aus ihrer Pflicht, "gezielt und mit Nachdruck" nach den Vermissten zu fahnden, erklärte er am Montag. Bei vermissten unbegleiteten Flüchtlingskindern bestehe "eine größere Gefahr, dass sie Kriminellen in die Hände fallen, als bei anderen Kindern und Jugendlichen".

Polizei und Bundesbehörden müssten daher enger mit den Jugendhilfeträgern vor Ort und dem Suchdienst des Roten Kreuzes zusammenarbeiten, um die Fälle aufzuklären. "Hier darf es keine Abstriche geben, auch wenn das an vielen Stellen mit einem enormen Aufwand verbunden ist", erklärte Krüger.

RND/afp

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