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Lesegeräte für Krankenkassen-Karten nicht sicher

Medizinern drohen Millionenkosten Lesegeräte für Krankenkassen-Karten nicht sicher

Für Mediziner wird die Gesundheitskarte immer mehr zum Problem: Jetzt drohen den rund 200 000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland technische und finanzielle Schwierigkeiten. Möglicherweise müssen sämtliche Kartenlesegeräte ausgetauscht werden – weil die bisherigen Modelle nicht sicher genug sind.

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Quelle: Symbolbild

Berlin. Die Industrie rechnet damit, dass im Zuge der geplanten digitalen Vernetzung von Ärzten, Kliniken und Apotheken ab Mitte kommenden Jahres sämtliche Kartenlesegeräte ausgetauscht werden müssen. Kosten: fast 100 Millionen Euro. Das erfuhr das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), zu dem auch diese Zeitung gehört, aus Kreisen der schwarz-roten Bundesregierung.

Hintergrund sind Bedenken des in Bonn ansässigen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Demnach hat sich inzwischen herausgestellt, dass die bisherigen Kartenlesegeräte, mit denen Ärzte sensible Patientendaten ein- und auslesen können, nicht ausreichend vor dem Zugriff unbefugter Dritter geschützt sind. Als neuralgischer Punkt erweist sich das Gehäuse der knapp 400 Euro teuren elektronischen Apparate im Westentaschenformat. Die bislang verwendeten Plastikhüllen sind nicht in der Lage, Daten abzuschirmen und Hacker davon abzuhalten, in die Krankenakten von Patienten Einsicht zu nehmen.

Die jetzt vom BSI monierten Lesegeräte waren vor vier Jahren mit der bislang gültigen Gesundheitskarte eingeführt worden. Die Mediziner konnten sich seinerzeit zumindest die Kosten für stationäre Geräte über ihre Honorarabrechnungen von den Krankenkassen wiederholen. Wer allerdings wie die meisten Hausärzte auf mobile Apparate angewiesen war, blieb auf den Rechnungen sitzen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will noch in diesem Herbst das geplante E-Health-Gesetz durch den Bundestag bringen. Es soll zu Beginn des neuen Jahres in Kraft treten. In der Folge ist vorgesehen, die bisherige Gesundheitskarte zum 1. Juli 2016 durch eine neue, um Versichertenstammdaten erweiterte Version zu ersetzen. Insider zweifeln bereits jetzt daran, dass die technische Umsetzung fristgerecht gelingt. Nach Informationen dieser Zeitung kämpft die Industrie zurzeit neben den Kartenlesegeräten mit weiteren Schwierigkeiten bei den sogenannten Konnektoren, dem digitalen Herzstück der neuen Vernetzung. Mit der Produktion betraut sind die Deutsche Telekom sowie die Compu Group. Beide Unternehmen wollten sich auf Anfrage nicht zum aktuellen Stand äußern. Intern hieß es lediglich, es gebe „Entwicklungsrisiken“.

Hersteller von Kartenlesegeräten wie Omnikey und Orga gaben an, bislang nichts von der Notwendigkeit neuer Apparate zu wissen. Sollte die Politik entsprechende Vorgaben machen, sei es technisch unmöglich, fristgerecht zur Mitte des kommenden Jahres zu liefern.

Von Jörg Köpke

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