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London-Attentäter wollten 7,5-Tonner mieten

Polizei veröffentlicht Details London-Attentäter wollten 7,5-Tonner mieten

Eine Woche nach dem Terroranschlag in London kommen neue Details ans Licht. Offenbar entging die Stadt nur knapp noch Schlimmerem. Die Täter scheiterten aber an der Online-Anmietung eines größeren Lkws.

Eins der Fotos, dass die Polizei in der Nacht zum Sonnabend veröffentlicht hat, zeigt den Lieferwagen, der für den Anschlag verwendet wurde.

Quelle: Metropolitan Police London

London. Die Terroristen auf der London Bridge wollten ihren Anschlag offenbar mit einem größeren Lkw statt mit einem Lieferwagen ausführen. Bei der Online-Anmietung des 7,5-Tonners seien die Attentäter aber an der Zahlungsabwicklung gescheitert, berichtete Scotland Yard in der Nacht zum Sonnabend. Mit einem Lastwagen hätte es vermutlich in der britischen Hauptstadt noch mehr Opfer gegeben.

Woher kommen die Waffen

Woher kommen die Waffen? Die Polizei bittet um Hinweise.

Quelle: Metropolitan Police London

Nach der missglückten Internetbuchung am Morgen des 3. Juni mieteten die drei Attentäter nach Polizeiangaben den kleineren Transporter an - diesmal per Handy. Damit fuhren sie am Abend mehrmals über die Brücke, ehe sie gezielt in Passanten rasten und so drei Menschen töteten.

Identität der Todesopfer endlich geklärt

Anschließend rannten die Täter zum nahen Borough Market und erstachen dort fünf Menschen. Dafür nutzten sie 30 Zentimeter lange, pinkfarbene Keramikmesser. Wenige Minuten später erschossen Polizisten Rachid Redouane (30), Khuram Shazad Butt (27) und Joussef Zaghba (22).

Inzwischen ist auch die Identität der acht Todesopfer geklärt, die aus fünf Ländern stammten: Drei Männer kamen aus Frankreich, zwei Frauen aus Australien, eine Frau stammt aus Kanada, ein Mann aus Spanien und eines der Opfer aus Großbritannien. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Scotland Yard-Mitarbeiter appelliert an Zeugen

Der Chef der Anti-Terror-Abteilung von Scotland Yard, Dean Haydon, appellierte an mögliche Zeugen: „Wir arbeiten rund um die Uhr um zu verstehen, was diese Männer vor dem Anschlag getan haben, aber wir müssen mehr über diese ungewöhnlichen Messer erfahren.“ Wo die Waffen, die am Griff mit einem Band umwickelt waren, herkommen und wo sie verkauft wurden, könne zu einer heißen Spur führen.

Das Innere des Lieferwagens

Das Innere des Lieferwagens.

Quelle: Metropolitan Police London

Im Laderaum des Lieferwagens wurden den Ermittlern zufolge zwei Lötlampen und 13 Flaschen gefunden, bei denen es sich um Molotow-Cocktails handeln soll. Außerdem lagen Bürostühle im Transporter. Dies sollte den Familien der Täter vorgaukeln, dass das Fahrzeug für einen Umzug genutzt wurde, vermutet die Polizei.

12 Durchsuchungen, 20 Festnahmen, 262 Interviews

Zu dem Anschlag wurden nach Angaben von Scotland Yard bislang 262 Menschen aus 19 Ländern vernommen. Es gab 20 Festnahmen, die bislang letzte am Samstagmorgen. Sieben Verdächtige seien noch in Gewahrsam.

Zwölf Gebäude in den Stadtteilen Barking und Ilford seien bislang durchsucht worden, hieß es weiter. An einer der Adressen habe Redouane im April eine Wohnung angemietet, die von den Tätern offensichtlich als Unterschlupf genutzt worden sei. In der Wohnung fanden die Ermittler nach eigenen Angaben einen aufgeschlagenen Koran – auf der offenen Seite ging es demnach um den „Märtyrertod“.

Von RND/dpa

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