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Deutschland / Welt London will Nutzer vor Facebook schützen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt London will Nutzer vor Facebook schützen
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16:03 22.03.2018
„Die großen Technik-Unternehmen müssen das Gesetz befolgen und wir stärken das Gesetz“: Der britische Kulturminister Matt Hancock. Quelle: AP
New York

Großbritannien gehen die Versprechen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg zur Datensicherheit in seinem Unternehmen nicht weit genug. Die Regeln zum Umgang mit Nutzerdaten müssten von Parlament und Gesellschaft festgelegt werden und nicht von irgendeinem Unternehmen, sagte Kulturminister Matt Hancock am Donnerstag. „Die großen Technik-Unternehmen müssen das Gesetz befolgen und wir stärken das Gesetz“, sagte Hancock.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte bedauert, dass das Unternehmen Cambridge Analytica Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern entwendet haben soll, um damit die US-Wahlen zu beeinflussen. Facebook werde den Schutz der Nutzerdaten stärken, kündigte er an. Das Unternehmen wolle außerdem jeden von dem Daten-Missbrauch betroffenen Nutzer informieren, sagte Zuckerberg der „New York Times“. „Wir werden das System so anpassen, das so etwas nicht wieder passiert“, versprach er. „Wir haben die Verantwortung, Ihre Daten zu schützen – und wenn wir dies nicht können, verdienen wir es nicht, Ihnen zu dienen.“ Zuckerberg sei auch bereit, falls nötig auch vor dem US-Kongress zu dem Datenskandal auszusagen.

Facebook-Apps bekommen weniger Zugriff

Ein Großteil der von Zuckerberg angekündigten Maßnahmen zielt darauf, den Zugang von App-Entwicklern zu Informationen der Mitglieder einzuschränken. So sollen Facebook-Apps, die man drei Monate lang nicht genutzt hat, automatisch nicht mehr auf Nutzerdaten zugreifen können. Die Schnittstellen, über die der Großteil der Profil-Informationen bei Cambridge Analytica landete, seien aber bereits vor Jahren geschlossen worden.

Doch auch für die deutsche Politik ist der Fall damit noch lange nicht abgeschlossen. Bundesjustizministerin Katarina Barley lud europäische Manager von Facebook für kommenden Montag ein und sprach von einem handfesten Skandal. „Ich verlange Aufklärung darüber, wie es zu diesem Vorgang kommen konnte, ob Nutzerinen und Nutzer deutscher Accounts davon betroffen sind und was Facebook gedenkt zu tun, um die Wiederholung solcher Fälle zu verhindern“, sagte Barley am Donnerstag in Berlin.

Im Bundestag will der Ausschuss Digitale Agenda bereits am Freitag mit Vertretern von Facebook sprechen, wie der digitalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek, ankündigte. „Klar ist: Facebook muss hier umfassend aufklären. Das bisherige Verhalten ist nicht dazu geeignet, wieder Vertrauen zu gewinnen“, kritisierte er.

Von dpa/RND