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Mali-Einsatz wird erweitert

Bundeswehr nach Timbuktu? Mali-Einsatz wird erweitert

Schritt für Schritt erweitert die Bundeswehr ihren Aktionsradius im westafrikanischen Mali. Künftig werden rund 600 Soldaten über das Land verstreut eingesetzt. Für einige kann das gefährlich werden.

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Ein Bundeswehrsoldat der Mission MINUSMA steht mit dem Logo der Vereinten Nationen im Camp Castor in Gao in Mali.

Quelle: dpa

Bamako. Der Einsatz der Bundeswehr im westafrikanischen Mali wird erneut ausgeweitet: Künftig sollen deutsche Militärausbilder bis zu den Städten Timbuktu und Gao in dem von islamistischen Rebellen terrorisierten Norden des Landes tätig werden können. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch bei einem Besuch in dem armen Wüstenstaat eine entsprechende Änderung des Einsatzmandats an, die schon nächste Woche vom Bundeskabinett beschlossen werden soll.

Damit werden künftig rund 600 deutsche Soldaten in zwei unterschiedlichen Missionen über das Lande verteilt im Einsatz sein. Die seit drei Jahren laufende EU-Trainingsmission mit 560 beteiligten Soldaten - darunter 200 Deutsche - ist bisher auf ein Camp in der Nähe der Hauptstadt Bamako beschränkt, das von der Leyen besuchte. In einem ersten Schritt soll der Einsatz jetzt auf mehrere Orte im Süden erweitert werden, in dem die Terrorgefahr geringer ist. 

Dann geht es eventuell in den Norden, wo die Bundeswehr jetzt schon mit mehr als 200 Soldaten an einer UN-Mission zur Überwachung eines Friedensabkommens beteiligt ist. Bedingung dafür seien aber weitere Fortschritte im Friedensprozess zwischen Regierung und Rebellengruppen, betonte von der Leyen. "Der Norden ist heute noch nicht so weit", sagte sie.

Malische Armee soll selbstständig arbeiten

"Das Ziel ist, dass auf Dauer die malische Armee selbstständig in der Lage ist, das Niveau der Ausbildung zu halten." Die deutschen Soldaten haben bisher 8000 Soldaten ausgebildet - zwei Drittel der malischen Landstreitkräfte. Zum Vergleich: Die Bundeswehr hat 178.000 Soldaten.  

Der Norden Malis war 2012 für einige Monate in die Hände teils islamistischer Rebellen gefallen, bevor er Anfang 2013 von französischen und afrikanischen Truppen zurückerobert wurde. Islamistische Gruppierungen wie Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) terrorisieren die Gegend bis heute.

Die Bundeswehr hat ihren Einsatz in Mali in den vergangenen drei Jahren Schritt für Schritt ausgeweitet. Die Ausbilder machten den Anfang. Inzwischen stellt Deutschland das größte Kontingent in der EU-Truppe und leitet sie bis zum Sommer auch. Ende Januar wurden die ersten deutschen Blauhelmsoldaten nach Gao in Nordmali geschickt. Bis zum Juni sollen der Truppe rund 400 Soldaten angehören. Ihre Hauptaufgabe ist Aufklärung mit Drohnen und Spähpanzern.

Der Norden, ein Wüstengebiet so groß wie Frankreich, gilt als Rückzugsraum für islamistische Terroristen. Aber auch der Süden ist nicht mehr sicher. Im vergangenen September griffen Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako an, nahmen 100 Gäste als Geiseln und töteten etwa 20. Das Hauptquartier der EU-Mission wurde vor zwei Wochen zum Angriffsziel von Terroristen, die aber nicht in das ehemalige Hotel eindringen konnten, in dem auch 30 Bundeswehrsoldaten arbeiten.

dpa

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