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Marco Rubio wechselt ins Trump-Lager

Spektakuläre Wendung Marco Rubio wechselt ins Trump-Lager

Selbst eingefleischte Politikbeobachter in Washington reiben sich verwundert die Augen. Ausgerechnet Marco Rubio, bisher einer der schärfsten Gegner von Donald Trump, will dem Mogul im Präsidentschaftswahlkampf künftig engagiert zur Seite stehen: "Ich werde alles tun, was unserer Sache hilfreich ist", sagte der Senator aus Florida am Sonntag.

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Marco Rubio und Donald Trump.

Quelle: dpa

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Trump mit Blick auf seinen damaligen Konkurrenten verächtlich von "Little Marco" gesprochen hatte. In seiner typischen Manier spielte Trump dabei auch auf die Körpergröße Rubios an.

Die beiden Politiker standen sich im Vorwahlkampf in Beleidigungen allerdings in nichts nach: Rubio nannte Trump einen Aufschneider, ja sogar ein Großmaul. Vor allem aber bezeichnete er es als gefährlich, sollte Trump zum "Commander in Chief" gewählt werden und Zugriff auf das Atomarsenal erhalten. Auch würde der Geschäftsmann die "Grand Old Party" auseinander treiben.

Der aufstrebende Senator mit kubanischen Wurzeln galt lange Zeit als Hoffnungsträger der republikanischen Parteiführung, da er Zugang zu der wachsenden lateinamerikanischen Bevölkerung versprach. Seine politische Wendigkeit ist jedoch geradezu sprichwörtlich: So hatte Rubio jahrelang gemeinsam mit Senatoren der demokratischen Partei an einem Kompromiss zur Einwanderungsreform gearbeitet, als aber die Kritik in den eigenen Reihen an dem Vorhaben wuchs, stimmte er im Kongress kurzerhand gegen sein eigenes Papier.

"Sein Verhalten wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte politische Klasse"

Selbst engste Vertraute sind über seine jüngste Kurskorrektur erschüttert: "Sein Verhalten wirft ein schlechtes Licht auf die gesamte politische Klasse. Es zeigt einmal mehr, dass eigene Überzeugungen über Bord geworfen werden, wenn sich der Wind dreht", beklagt sich Bryan McGrath. Der frühere Marineoffizier und Vizedirektor des Washingtoner Hudson Instituts hatte Rubio in sicherheitspolitischen Fragen beraten und zählt zu den entschiedenen Trump-Kritikern der ersten Stunde.

Rubio wiederum versucht den Ärger seiner Anhänger aufzufangen. Per Twitter lässt er wissen: "Wer mit einer vierjährigen Clinton-Präsidentschaft leben will, kann gegen mich stimmen. Ich aber will alles tun, um ihre Wahl zu verhindern."

Rubio steht mit seiner 180-Grad-Wende nicht allein. Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, tritt regelmäßig gemeinsam mit Trump auf, obwohl er zunächst gegen ihn kandidierte. Das Lager wechselte unter anderem auch der einstige Mitbewerber Ben Carson. Nur der Bush-Clan lässt sich offenbar nicht umstimmen: Der gescheiterte Kandidat Jeb Bush will lieber gar nicht zur Wahl gehen, als Trump zu wählen. Und Laura Bush, Ehefrau des früheren Präsidenten George W. Bush, deutete kürzlich in New York an, angesichts der frauenfeindlichen Äußerungen von Trump für die voraussichtliche Gegenspielerin Hillary Clinton zu stimmen.

Zu Wort meldeten sich am Wochenende erwartungsgemäß auch mehrere Rubio-Unterstützer. Gegenüber der Washington Post sagte Ninoska Perez Castellon, ein langjähriger Weggefährte des Senators: "Wenn man als führendes Parteimitglied unterwegs ist, hat man diesen Schritt zu gehen." Und Nelson Díaz, der ebenfalls für die Republikaner in Florida im Einsatz ist, erinnert an die gegenwärtige Stimmung an der Basis: "Rubio beugt sich dem Willen der Mehrheit."

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