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Deutschland / Welt Welche Rolle spielte die Frau des Attentäters?
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07:19 15.06.2016
Bei einem Massaker in einem Schwulenclub in Orlando starben am Sonntagmorgen 49 Menschen. Quelle: Ryan Stone
Orlando

In den USA setzen FBI und Justiz die mühsame Suche nach dem Motiv des Todesschützen von Orlando fort. Vielversprechend könnte möglicherweise die zweite Frau des Täters sein. Sie wusste nach einem NBC-Bericht von den Anschlagsplänen ihres Mannes und will versucht haben, ihn davon abzubringen. Nach anderen Berichten hatte Omar Mateen in Orlando auch das berühmte Disneyland im Blick.

NBC berichtete, die Frau habe dem FBI gesagt, ihren Mann mindestens einmal ins "Pulse" gefahren zu haben. Er habe diesen Club, sein späteres Anschlagsziel, auskundschaften wollen. In dem Club für Homosexuelle erschoss Mateen in der Nacht zum Sonntag 49 Menschen und verletzte 53. Derzeit werden noch 27 Menschen behandelt, meist an Schusswunden. Sechs Menschen ringen noch mit dem Tod, sagten Ärzte.

Mateen berief sich auf den IS

Dramatisch sind Schilderungen von Überlebenden der Terrornacht: Der Attentäter habe systematisch einen Besucher nach dem anderen erschossen. Später habe er nochmals auf Liegende gefeuert, wohl um sicher zu gehen, dass sie tot sind. In einem Chatverlauf schilderte auch der 30-jährige Eddie Jamoldroy Justice die letzten Minuten vor seinem Tod.

Bei der Bluttat in einem Schwulenclub in Florida sind 50 Menschen ums Leben gekommen. 53 wurden verletzt, sagte Orlandos Bürgermeister Buddy Dyer. Die Polizei stürmte den Club und erschoss den Angreifer.

Das FBI hatte am Montag ausgeschlossen, dass der Attentäter von einem terroristischen Terrornetzwerk Instruktionen erhielt. Mateen soll über das Internet extremistisch inspiriert worden sein. Er hatte sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) berufen.

BKA prüft Verbindungen nach Deutschland

US-Medien berichteten, der 29-Jährige sei vor der Tat häufiger selbst zu Gast in dem Club gewesen. Er soll demnach auch eine Dating-App für Schwule genutzt haben. Aus welchen Gründen Mateen vor der Tat dort war, ist offen.

Das FBI schloss weiter nicht aus, dass es Mittäter oder Helfershelfer gibt. Das Bundeskriminalamt prüft Verbindungen des Vaters des Attentäters, Siddique Mateen, nach Deutschland.

Massaker löst heftige Debatte aus

Dem Massaker folgt eine selten scharfe Debatte über den Umgang mit Muslimen und das Selbstverständnis der USA. "Die Killer von San Bernardino und Orlando waren US-Bürger. Wollen wir jetzt deswegen alle Muslime wegen ihres Glaubens diskriminieren?", fragte Obama.

Der voraussichtliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hatte Obamas Kurs zuvor kritisiert. Er erneuerte seine Forderung nach einem Einreisebann für alle Muslime.

Obama unterstellt Trump leeres Geschwätz

Obama unterstellte Trump Gerede und leeres Geschwätz. "Wenn wir alle Muslime über einen Kamm scheren, gehen wir denen auf den Leim, die einen Krieg zwischen dem Islam und dem Westen oder den USA wollen, dann erledigen wir die Arbeit der Terroristen", sagte Obama.

Im US-Kongress kam eine Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze auf. Demokratische Abgeordnete forderten vehement strengere Richtlinien für den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen. Die Republikaner im Kongress sind jedoch mit ihrer parlamentarischen Mehrheit gegen Verschärfungen.

dpa/RND/are

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