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Obamas Golf-Krieg

Medien in den USA Obamas Golf-Krieg

Der US-Präsident verbringt viel Zeit auf dem Grün – und gerät deshalb in den US-amerikanischen Medien zunehmend unter Beschuss.

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„Zum passablen
Spieler entwickelt“: Obama auf dem
Golfplatz.

Quelle: Matthew Healey

Washington. Am Mittwochabend will Barack Obama seinen 314 Millionen Landsleuten die neue Strategie im Kampf gegen die Milizen des „Islamischen Staates“ vorstellen. Allem Anschein nach kündigt der US-Präsident nicht nur verstärkte Luftangriffe im Irak an, sondern auch Militäreinsätze in Syrien. Doch womit will sich der 53-Jährige in den Stunden vor der Fernsehansprache beschäftigen? Ein Vertrauter des Präsidenten berichtet von einem kleinen Golfturnier in Gainesville - vor den Toren der Hauptstadt.

Obama und das Golfspielen sorgt in Amerika zunehmend für Schlagzeilen. Der „Commander in Chief“, so seine Kritiker, verbringe zu viel Zeit auf den Greens, anstatt sich im Oval Office mit den Krisen dieser Welt zu beschäftigen. Sogar die linksliberale „New York Times“ wird angesichts des überaus sportlichen Staatsoberhauptes stutzig. In einer detaillierten Statistik führt die Zeitung auf, dass Obama seit Beginn seiner zweiten Amtszeit Anfang 2013 insgesamt 81 Runden über große Golfplätze drehte. Insider meinen, er habe sich in seiner Amtszeit zu einem passablen Spieler entwickelt.

Der Präsident hatte einen regelrechten Proteststurm ausgelöst, als er vor drei Wochen zu dem grausamen Tod des US-Journalisten James Foley öffentlich Stellung nahm - und wenige Minuten nach seiner Ansprache auf den Golfplatz entschwand. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ätzte, Obama sei eben zu beschäftigt auf dem Golfplatz, um sich um den IS zu kümmern. Dass sich der Familienvater an diesem Tag offiziell im Urlaub auf der Insel Martha’s Vineyard befand und diesen ohnehin mehrfach für dienstliche Besprechungen unterbrach, konnte seine politischen Gegner nicht milde stimmen.

Obama sah sich nun sogar gezwungen, in einer Fernsehtalkshow öffentlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. In unerwarteter Offenheit sagte er: „Theaterspielen gehört nun einmal zur Präsidentschaft. Aber jeder, der mich kennt, weiß, dass mir diese Sache sehr zu Herzen ging.“ Was der Präsident nicht zu seiner Verteidigung anführte: Im Vergleich zu George W. Bush und Ronald Reagan verabschiedet sich Obama recht selten in den Urlaub. Jetzt allerdings wünsche er sich Urlaub: „Von der Presse.“

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