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Medwedew verurteilt Absage des Quadriga-Preises scharf

Treffen in Hannover Medwedew verurteilt Absage des Quadriga-Preises scharf

Das Hin und Her bei der Vergabe des Quadriga-Preises an den russischen Regierungschef Putin hat in Deutschland kontroverse Diskussionen hervorgerufen. Kremlchef Medwedew hat in Hannover die Zurücknahme des Preises scharf kritisiert – aber eine problematische Menschenrechtssituation eingeräumt.

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Der Kremlchef Dmitri Medwedew sieht den Quadriga-Preis am Ende.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Russlands Präsident Dmitri Medwedew konnte jetzt eigentlich kaum etwas Besseres passieren als die deutsche Panne beim Quadriga-Preis für Ministerpräsident Wladimir Putin. Die Welt wartet noch gespannt darauf, wer von den beiden als Kandidat in die russische Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr ziehen wird. Und nun steht Putins fragwürdiger Umgang mit den Menschenrechten durch Deutschland am Pranger und rückt Medwedew in ein günstigeres Licht. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte ihn am Dienstag in Hannover in einem ganz anderen Zusammenhang „Kandidat“. Aber sie sagte das so süffisant, dass Zuhörer dies als Unterstützung für ihren Duzfreund Dmitri werteten.

Zwar reagierte Medwedew bei den deutsch-russischen Konsultationen überraschend scharf auf die Absage der angekündigten Auszeichnung der Werkstatt Deutschland für Putin zum Tag der Deutschen Einheit. Doch die heftige Debatte, ob Putin einen solchen Preis für seine Bemühungen um „Verlässlichkeit und Stabilität der deutsch-russischen Beziehungen“ verdient, dürften dem Konkurrenten Medwedew in die Hände spielen. So konnte er Putin souverän zu Hilfe eilen, indem er die Jury als „feige“ geißelte, das Ende des Quadriga-Preises voraussagte und von „deutschen Kopfschmerzen“ sprach. Putin persönlich dürfte jetzt eine offene Rechnung mit Deutschland haben.

Medwedew will Menschenrechtslage verbessern

Der nicht so impulsive 45-jährige Medwedew hebt sich bei öffentlichen Auftritten vom 13 Jahre älteren Putin ab, indem er sich kritischen Fragen offen stellt, Probleme mit den Menschenrechten in seinem Land schon eingeräumt und sich einem Modernisierungskurs verschrieben hat. So auch wieder beim parallel zu den Konsultationen in Hannover veranstalteten Diskussionsforum „Petersburger Dialog“. Dort kam es auch zu Merkels spezieller Kandidaten-Kür.

In Russland werden Akademiker wie der Jurist Medwedew als Kandidat der Wissenschaften bezeichnet. Merkel, Doktor der Physik, erfuhr dies von Medwedew während einer Diskussion beim Petersburger Dialog und bemerkte vielsagend: „Ich finde, Kandidat hört sich auch schön an.“ Direkt gefragt, was für sie ein Wechsel im Kreml im nächsten Jahr bedeuten würden, erklärte sie später aber, sie beteilige sich nicht an Spekulationen.

jhe/dpa

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