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Mehr als 3000 Europäer als Islamisten im Kampf

EU-Terrorexperte Mehr als 3000 Europäer als Islamisten im Kampf

Die Zahl der EU-Bürger, die in Syrien und im Irak aufseiten der militanten Islamisten kämpfen oder gekämpft haben, ist auf 3000 gestiegen. Dies sagte der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove, am Freitag dem britischen Rundfunk BBC.

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Mehr als 3000 der IS-Kämpfer sollen aus Europa kommen.

Quelle: dpa

Brüssel. Anfang des Jahres sei man noch von 2000 europäischen Dschihadisten ausgegangen. In der Zahl 3000 seien auch jene enthalten, die im Kampf getötet worden oder nach Europa zurückgekehrt seien, sagte De Kerchove. Nach seiner Einschätzung erhöhen Luftschläge der USA und deren Verbündeten die Gefahr von islamistischen Angriffen auf europäische Ziele. Außerdem könnten rivalisierende Terrorgruppen sich zu neuen Verbrechen veranlasst sehen: „Der Aufstieg der (islamistischen Terrormiliz) IS könnte Al-Kaida veranlassen, etwas zu unternehmen, um zu zeigen, dass sie nach wie vor von Bedeutung ist.“

Wie finanziert sich die Terrormiliz IS?

Der Islamische Staat gilt unter Experten als reichste Terrororganisation der Welt. Die Dschihadisten finanzieren sich mittlerweile vor allem durch den Schmuggel von Öl. So dürften sie von Geldgebern aus dem Ausland unabhängig sein. Im Irak und in Syrien kontrolliert die Terrormiliz mehrere Öl- und Gasfelder. Dazu zählen etwa im Osten Syriens die Ölfelder Al-Tanak und Al-Omar, eines der größten seiner Art im Land.
Das Öl schmuggeln die Dschihadisten ins Ausland, vor allem über die türkische Grenze und in die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak. Auch in Syrien selbst verkaufen die Extremisten ihre Ware. Die syrische Opposition wirft dem Regime in Damaskus vor, es gehöre zu den Abnehmern. Obwohl das Öl unter dem üblichen Marktpreis verkauft wird, dürften die Einnahmen bei mehreren Millionen Euro am Tag liegen. Das Pentagon geht von rund 1,5 Millionen Euro am Tag aus.
Zudem erheben die Extremisten in den Gebieten unter ihrer Kontrolle Steuern für einheimische Händler und Geschäftsleute. Rund 6,2 Millionen Euro sollen sie so im Monat einnehmen. Nicht-Muslime müssen eine Sondersteuer zahlen. Bei der Erobrung der nordirakischen Stadt Mossul soll die Terrormiliz umgerechnet 318 Millionen Euro erbeutet haben, die bei der Zentralbank lagerten. Auch der Verkauf von geraubten Kunstschätzen hat den Extremisten Millionen beschert.
Private Spender in den Golfstaaten sollen zudem dreistellige Millionenbeträge gesammelt haben. Kritiker werfen Katar und Kuwait vor, das Geld fließe vor allem über diese beiden Länder. Beide Länder bestreiten das.

dpa

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