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Auch eine Deutsche unter den mindestens 22 Toten

Attentat an der Elfenbeinküste Auch eine Deutsche unter den mindestens 22 Toten

Bei einem Angriff auf einen Strand und drei Hotels des Badeorts Grand-Bassam in der Elfenbeinküste sind mindestens 22 Menschen getötet worden. Unter den Toten befindet sich auch eine Deutsche, wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte. Dabei handelt es sich um die Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan.

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Im Badeort Grand-Bassam in der Elfenbeinküste kam es zu Anschlägen.

Quelle: Googlemaps

Abidjan. Bei der Attacke schwer bewaffneter Angreifer auf drei Hotels und einen Strand in der westafrikanischen Elfenbeinküste ist auch eine Deutsche getötet worden. "Ich muss leider bestätigen, dass beim Anschlag in Côte d'Ivoire auch eine deutsche Staatsangehörige ums Leben gekommen ist", erklärte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Montag in Berlin. Bei der deutschen Staatsbürgerin handelt es sich um die Leiterin des Goethe-Instituts in dem westafrikanischen Land. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag von einem Mitarbeiter des Instituts in Abidjan, der anonym bleiben wollte.

Insgesamt wurden bei dem Angriff in dem auch bei Touristen beliebten Badeort Grand-Bassam am Sonntag mindestens 22 Menschen getötet, vermeldet die Nachrichtenagentur dpa. Die Nachrichtenagentur AFP spricht derzeit noch von mindestens 16 Toten.

Mehrere bewaffnete Männer hatten am Sonntag in Grand-Bassam, rund 40 Kilometer südöstlich der Wirtschaftsmetropole Abidjan, das Feuer auf Hotelbesucher eröffnet. "Es sei zu früh, um zu sagen, ob wir es mit einem Terroranschlag zu tun haben", obwohl die Vorgehensweise darauf hindeute, sagte Innenminister Ahmed Bakayoko. Die Identität der Angreifer konnte zunächst nicht festgestellt werden.

Ein AFP-Fotograf und ein weiterer Augenzeuge sahen mindestens sieben Leichen. Laut einem anderen Augenzeugen riefen die Angreifer "Allahu Akbar". Ein AFP-Fotograf berichtete von mindestens sieben Leichen am Strand und einer weiteren Leiche, die er im Hotel L'Etoile du Süd sah. Nach Angaben des Innenministers waren insgesamt drei Hotels Ziel der Angriffe. Der Augenzeuge Braman Kinda sagte, er habe allein am Strand sieben Tote gesehen, und zeigte Fotos von den Leichen. "Wir waren am Strand, wir haben Schüsse gehört und Menschen weglaufen gesehen, und uns ist klar geworden, dass das ein Angriff ist", berichtete Kinda. Er sprach von vier Angreifern, die "den Strand entlang gelaufen sind und Schüsse abgaben".

Nach Angaben eines Mitarbeiters in einem Krankenhaus in Abidjan wurden in Folge der Anschläge mehr als 20 Schwerverletzte in das Krankenhaus eingeliefert. Die Zahl der Toten könnte demnach steigen.

Zu den möglichen Gründen für den Angriff machte der Militärvertreter zunächst keine Angaben. Ein Augenzeuge berichtete aber, die Angreifer hätten "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Abbas El-Ros, ein libanesischer Gast des Etoile du Sud, berichtete, einer der Angreifer habe eine Kalaschnikow und einen Gürtel mit Granaten gehabt. Mehrere Menschen sagten, mindestens einer der Angreifer sei getötet worden. Drei weitere seien zu Fuß über eine Straße geflohen, sagte Kouamena Kakou Bertin. Aus Polizeikreisen verlautete, die Fahndung nach den Angreifern laufe, das Hotel sei "gesichert" worden.

Die Armee riegelte die Umgebung ab. Der rund 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Abidjan gelegene Ferienort Grand-Bassam war während der französischen Herrschaft die wichtigste Stadt der Kolonie. Die 80.000-Einwohner-Stadt mit ihren eleganten historischen Fassaden gehört zum Weltkulturerbe und ist auch bei in der Elfenbeinküste lebenden Ausländern beliebt. In den vergangenen Monaten waren bei islamistischen Angriffen auf Luxushotels in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso Dutzende Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen in der malischen Hauptstadt Bamako im November und in Ouagadougou im Januar bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). In Bamako töteten die Angreifer 20 Menschen, in Ouagadougou gab es 30 Todesopfer. Experten warnten damals, islamistische Angriffe könnten auch die Elfenbeinküste und den Senegal treffen. 

afp/dpa/r.

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