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Nach der EU-Einigung

Merkel sieht kaum Chancen für Klimavertrag in Kopenhagen


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet beim Weltklimagipfel in Kopenhagen nicht mehr mit der Verabschiedung eines internationalen Klimavertrags - obwohl die Europäsiche Union sich zuvor auf eine gemeinsame Linie verständigt hatte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

© ddp

„Wir wollten mal in Kopenhagen ein Abkommen schaffen mit Paragraphen und allem“, sagte die Kanzlerin am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel über die geplante Nachfolgeregelung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll. „Jetzt reden wir von einem politischen Rahmen, der verabredet werden soll.“

„Wir sind ja schon Realisten geworden“, sagte Merkel. Einige Marksteine aber gebe es, die seien in Kopenhagen „unveräußerlich“. Dazu zählten Reduktionsziele für die Industrieländer. Außerdem müsse sich die Konferenz auf das Ziel verpflichten, ein Ansteigen der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad gegenüber Werten vor der Industrialisierung zu begrenzen.

Auf die Frage, weshalb der EU-Gipfel keine konkreteren Zahlen für die Verhandlungen in Kopenhagen vorgelegt habe, sagte Merkel, in diesem Punkt sei es angeraten abzuwarten - „weil es natürlich darauf ankommt, was legen andere auf den Tisch“. Die EU-Präsidentschaft habe für ihre Verhandlungen beim EU-USA-Gipfel kommende Woche in Washington nun ein klares Mandat erhalten. Sie selbst werde bei ihrem Besuch am Dienstag die europäische Position deutlich machen. Klar sei aber auch, dass die EU alleine in Kopenhagen kein Abkommen vereinbaren könne.

Der EU-Gipfel hatte zuvor ein Verhandlungsmandat für Kopenhagen beschlossen. Darin ließen die EU-Staaten offen, welchen finanziellen Beitrag sie für den Kampf gegen den Klimawandel in armen Ländern leisten wollen. Die EU nennt lediglich eine allgemeine Schätzung für die Kosten in den Entwicklungsländern, die bis 2020 jährlich auf rund 100 Milliarden Euro beziffert werden.

afp

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