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Merkel und Hollande gedenken der Hölle von Verdun

Mehr als 300.000 Tote Merkel und Hollande gedenken der Hölle von Verdun

100 Jahre nach der Schlacht von Verdun erinnern Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande an die mehr als 300 000 Toten des deutsch-französischen Gemetzels. Sie bewegen sich dabei auch auf historischen Spuren ihrer Vorgänger Kohl und Mitterrand.

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Die französische, europäische und deutsche Fahne wehen am 28.05.2016 in der französischen Stadt Verdun (Lothringen) im Wind.

Quelle: dpa

Verdun . Mit der Einweihung des für 12,5 Millionen Euro komplett neu gestalteten Memorials von Verdun gedenken Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande am Sonntag der vor 100 Jahren getöteten Soldaten beider Länder. In der nach umfangreichen Umbauten wiedereröffneten Gedenkstätte wird mit neuen Schwerpunkten der mehr als 300 000 Toten gedacht. Die auch als "Hölle von Verdun" bezeichnete Schlacht wütete während zehn Monaten des Jahres 1916 und steht als Symbol für die menschenverachtenden Gemetzel des Ersten Weltkriegs.

Merkel und Hollande erinnern mit einem gemeinsamen Auftritt vor dem benachbarten Beinhaus von Douaumont auch an den inzwischen als historisch geltenden Handschlag ihrer Vorgänger Helmut Kohl und François Mitterrand. Über den Gräbern von Verdun hatten sie damit 1984 ein Zeichen deutsch-französischer Aussöhnung gesetzt.

In der Gedenkstätte von Douaumont werden die Knochenreste von etwa 130.000 nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten gelagert. Mit dem Besuch Merkels und Hollandes wird dort erstmals eine Inschrift daran erinnern, dass dort Tote beider Länder aufbewahrt werden.

Vor allem französische Veteranenverbände hatten sich jahrzehntelang verbissen dagegen gewehrt, an diesem Ort auch deutsche Soldaten zu erwähnen. Sowohl vom deutschen Historiker und Verdun-Experten Gerd Krumeich als auch in Hollandes Umfeld wird dieser Schritt nun als wichtige Geste gewertet.

Der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff inszeniert am Sonntag zudem eine Begegnung Hollandes und Merkels mit rund 3400 Jugendlichen aus beiden Ländern. Bereits am Samstag erinnerten internationale Traditionsvereine in historischen Uniformen im Stadtzentrum von Verdun an die Schlacht und den Ersten Weltkrieg.

Merkel wertete die französische Einladung zum gemeinsamen Gedenken als Zeichen des großen Vertrauens zwischen beiden Ländern. Sie zeige, wie gut die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich heute seien, sagte sie am Samstag in einer Video-Botschaft im Internet.

Punktuelle Differenzen schmälern ihre Worten nach nicht das Gesamtbild. «Die Leistung besteht eigentlich darin, dass aus unterschiedlichen Meinungen gemeinsame Kompromisse geschmiedet werden, mit denen wir dann auftreten können.» Das hätten Deutschland und Frankreich zum Beispiel in der Euro-Krise sehr gut geschafft.

Das gelte auch für die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung oder für den Schutz der EU-Außengrenzen, wenn es auch unterschiedliche Akzente gebe. «Aber immer und immer wieder haben Deutschland und Frankreich gemeinsame Positionen.» Allerdings sei «noch viel wichtiger, was für die Menschen selbstverständlich geworden ist», sagte Merkel. Sie verwies dabei auf den Jugend- und Studentenaustausch und die Forschungszusammenarbeit.

dpa

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