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Messerangriff wohl nicht religiös motiviert

Bluttat in Grafing Messerangriff wohl nicht religiös motiviert

Ein offenbar psychisch kranker Amokläufer hat am Bahnhof in Grafing nahe München einen Fahrgast erstochen und drei Männer verletzt. Ersten Ermittlungen zufolge hat die Tat keinen islamistischen Hintergrund. Das teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann bei einer Pressekonferenz mit.

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Bei einer Messerattacke am Bahnhof im oberbayerischen Grafing ist ein Mann getötet worden.

Quelle: Andreas Gebert/dpa

München. Der 27-Jährige aus Hessen hat die Tat laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CDU) bei seiner Vernehmung gestanden. Der festgenommene mutmaßliche Täter habe offenbar psychische Probleme und sei auch drogenabhängig, teilte Hermann am Dienstagmittag mit.

Barfuß und mit einem Küchenmesser bewaffnet

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einer "abscheulichen, feigen Messerattacke". Er fügte hinzu: "Das Motiv dieser Tat ist noch nicht abschließend geklärt." Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und Mordversuchs gegen den mutmaßlichen Täter.

Der Angreifer war laut Landeskriminalamt gegen 4.50 Uhr barfuß in die erste an dem Tag nach München fahrende S4 gestiegen und hatte dort auf einen 56 Jahre alten Fahrgast eingestochen. Der Mann aus dem nahen Wasserburg am Inn erlag kurze Zeit später in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Auf dem Bahnsteig attackierte der 27-Jährige einen weiteren Mann mit einem Küchenmesser. Anschließend stach er auf dem Bahnhofsvorplatz auf zwei Radfahrer ein. Die drei Männer waren im Alter von 58, 43 und 55 Jahren. Einer der Verletzten schwebte nach LKA-Angaben am Dienstagmittag noch in Lebensgefahr.

Messerstecher bis zuletzt in psychiatrischer Behandlung

Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund fanden die Ermittler nach Angaben Herrmanns zunächst nicht. Der Staatsschutz habe bislang keine Erkenntnisse über den 27-Jährigen. Es werde aber geprüft, ob ein politischer Hintergrund vorliege.

Weiter berichtete der Minister, dass der Mann vor zwei oder drei Tagen der Polizei in einem anderen Bundesland aufgefallen sei, weil er sich "ungewöhnlich" aufgeführt habe. Weitere Details nannte Herrmann nicht.

Zu einem möglichen Motiv konnte Herrmann noch nichts sagen. Es gebe eine Zeugenaussage, wonach der Mann bei seiner Tat "Allahu Akbar" (Allah ist groß) gerufen haben soll. Derzeit würden noch weitere Zeugen befragt.

Herrmann bestätigte, dass es sich bei dem Täter um einen Deutschen aus Hessen handele. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen stammt der Mann aus Gießen. Laut Sicherheitskreisen war der Mann bis zuletzt in psychiatrischer Behandlung in einer Klinik in Gießen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

S-Bahnmitarbeiter führt Polizei zum Täter

Möglicherweise existiert von dem Amoklauf eine Videoaufzeichnung. Die Deutsche Bahn (DB) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur den Sicherheitsbehörden Videomaterial aus dem S-Bahn-Zug und vom Bahnhof übergeben. Demnach gelang es dem Triebfahrzeugführer der S-Bahn und einem Sicherheitsmann, den Angreifer unmittelbar nach der Tat zu vertreiben. Der Mitarbeiter führte nach den dpa-Informationen die Polizei auch zu dem Versteck, wo sich der Attentäter verborgen hielt.

Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube sprach wenig später von "Mitarbeitern, die beherzt eingegriffen haben und den Täter von weiteren Angriffen abgehalten haben".

Der Bahnhof Grafing ist ein wichtiges Regionaldrehkreuz im Osten Münchens. Von hier aus fahren Tag für Tag Tausende Pendler per S-Bahn in die bayerische Landeshauptstadt.

dpa/RND

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