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Minderjähriger Selbstmordattentäter gestoppt

Nordirak Minderjähriger Selbstmordattentäter gestoppt

Kurdische Sicherheitskräfte haben laut einem Medienbericht im Nordirak einen minderjährigen Selbstmordattentäter gestoppt, bevor er seine Bombe zünden konnte.

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Beinahe 20 Minuten lang fixieren die beiden Polizisten den jugendlichen, beinahe noch kindlichen, Selbstmordattentäter.

Quelle: Screenshot Youtube/Rudaw

Istanbul. Bilder des kurdischen TV-Kanals Rudaw zeigen, wie zwei Polizisten am Sonntagabend einen Jugendlichen fassen, der einen Sprengstoffgürtel trägt. Dem Sender zufolge hielten sie ihn mehr als 20 Minuten an den Armen fest, bis ein weiterer Uniformierter die Bombe entschärfen konnte. In verstörenden Bildern zeigt der Sender minutenlang, wie der Experte dem eher noch wie ein Kind aussehenden potenziellen Attentäter den Sprengstoffgürtel behutsam vom Körper entfernt. Beinahe regungslos lässt der junge Mann das über sich ergehen. Sein Alter wird nicht angegeben. Er dürfte aber nicht älter als 14 oder 15 Jahre alt sein. Die Bombe trug er unter einem Fußballtrikot des spanischen Spitzenclubs Barcelona mit dem Namenzug des argentinischen Stürmerstars Lionel Messi.

Rudaw zufolge sollte er einen Anschlag auf eine schiitische Moschee verüben. Bei der Polizei habe der Junge ausgesagt, sein Vater habe ihm den Auftrag für das Attentat gegeben, meldete der Sender weiter. Dem Jungen zufolge hatte sich bereits sein Bruder bei einem Selbstmordanschlag in Kirkuk in die Luft gesprengt.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) missbraucht im Irak und anderen Ländern regelmäßig Minderjährige für Attentate. Auch für den Selbstmordanschlag in der türkischen Stadt Gaziantep sollen die Extremisten ein Kind im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren eingesetzt haben.

Kinder als IS-Kämpfer

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) missbraucht für ihren Terror schon lange Minderjährige. Die Extremisten setzen Kinder nicht nur als Selbstmordattentäter, sondern auch als Kämpfer und Wachen ein. Für Aufsehen sorgte im Januar 2015 auch in IS-Video, das zeigt, wie ein maximal zwölf Jahre alter Junge zwei angebliche Spione des russischen Geheimdienstes mit einer Pistole erschießt.

Im Frühjahr vergangenen Jahres gab es zugleich Meldungen, die Dschihadisten hätten ihre Aktivitäten zur Rekrutierung Minderjähriger intensiviert. Die Georgia State University kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl minderjähriger IS-Selbstmordattentäter im vergangenen Jahr deutlich zugenommen hat. Die Forscher werteten 89 Fälle aus, in denen Kinder im Namen des IS ums Leben kamen. Davon sprengten sich fast 40 Prozent mit Autos oder Lastern selbst in die Luft.

Der IS hat eigene Rekrutierungsbüros eingerichtet, die möglichst viel Nachwuchs für seine sogenannten "jungen Löwen" anwerben sollen. Immer wieder gibt es Berichte über die Zwangsrekrutierung Minderjähriger, etwa von Angehörigen der religiösen Minderheit der Jesiden im Irak.

In den IS-Schulen werden die Kinder von frühester Jugend an mit Dschihad-Propaganda indoktriniert. Später kommen sie in Trainingslager, wo sie für den Kampf ausgebildet werden.

Als Selbstmordattentäter seien Kinder für den IS wertvoll, "weil sie generell weniger ängstlich als Erwachsene sind und Situationen durch frühere Erfahrungen nicht überanalysieren", heißt es in einer Studie der Quilliam Foundation aus London. Bilder von minderjährigen Selbstmordattentätern verbreiten die Extremisten im Internet.

RND/dpa/caro

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